国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF   日本語 English
0326 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 326 ページ(白黒高解像度画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000260
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

II. Von Peking über Tshai-tang nach Fan-shan-pu
(den 25sten bis 31sten October 1871).

Entfernungen in li:

Deutsche Gesandtschaft — südwestliches Stadtthor Tshang-i-mön 10 — Brücke Lu-kiu-kiau 25 —
Ta-hus-tshang 20 — Tai-fwtsloong 7 — Pass Möl-ling 25 — Hia-lung-kwan 30 — Hung-mei-
tshang 10 — Tai-ngan-shan 30 — Pass Miau-ngan-ling 30 — Tshai-tang 30 li. — Zusammen
207 li oder 62 g. M.
Tshai-tang — Pai-yü 30 — Ma-hung-yü 35 — Kiau-hia-liang 30 — Fan-shan-pu 12 li. —
Zusammen 107 li oder 32 g. M.

Ueber das Gebirgsland im Westen und Norden von Peking war zur Zeit meiner
Reise schon Einiges bekannt geworden. Die Engen des Nan-kiu-Passes waren
wenigstens landschaftlich häufig beschrieben. Der Abbé David hatte Excursionen
zum Zweck zoologischer Sammlungen nach verschiedenen gegen die Mongolei hin
gelegenen Christengemeinden ausgeführt, und es war ihm gelungen, als Erstlinge
der Geologie der Gegend, einige Pflanzenabdrücke in Kohlenhalten zu finden.
Insbesondere waren wichtige geologische Forschungen von Pumpelly ausgeführt
worden, welcher im Auftrag der chinesischen Regierung Kohlengruben untersucht
und zu diesem Zweck einen Ausflug über Fang-shan-hsiën nach Tshai-tang unter-
nommen hatte. Das geologische Ergebniss desselben, sowie einer Reise nach dem
Rand der Mongolei, war die Annahme, dass hier, wie überhaupt in China, drei
Formationen herrschend seien, nämlich: 1) krystallinisches Gebirge: 2) devonischer
Kalk: 3) Kohlengebilde, welche der Trias angehören. Trotz seiner vorzüglichen
Gabe zur Beobachtung und Combination und seiner Treue der Darstellung hatte
der ausgezeichnete amerikanische Geolog nur zu diesen unrichtigen Ansichten
kommen können, weil die Gegend von Peking, mit Ausnahme von Kohlenpflanzen,
arm an Versteinerungen zu sein scheint. Den reichen Sammlungen, welche ich
schon vorher in anderen Provinzen angelegt hatte, und der dadurch ermöglichten
Vergleichung verdanke ich es, dass ich die Formationen in grösserem Umfang
und sicherer zu bestimmen vermochte.

Ich unternahm im August 1869 einen Ausflug nach den Tempelhügeln im Westen
von Peking und nach dem Nankóu-Pass im Norden, sah im Mai 1870 auf der
Reise von Tai-yuën-fu nach Peking die Ostabfälle des Gebirges gegen die Ebene,
und führte endlich im Herbst 1871, als ich meine siebente und letzte Reise in
China antrat, eine Wanderung durch einen Theil des Gebirgslandes im Westen
aus. Ohne irgend welchen Anhalt, mit Ausnahme des Zweckes, Tshai-tang zu
besuchen, hatte ich das Glück, einen Weg zu wählen, der einen Aufschluss von
seltner Klarheit über den Gebirgsbau gewährte, indem ich eines der grossartigsten
jemals von mir gesehenen Profile verquerte. Da die fragmentarischen Beobach-
tungen auf den früheren Ausflügen mir selbst erst dadurch verständlich wurden,
so beginne ich hier mit der Beschreibung dieser letzten Wanderung.

Schon bei der Brücke Lu-kiu-kiau¹) verliess ich die grosse Heerstrasse, welche über