National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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heranziche, will ich, um den Bau des grossen und merkwürdigen Kohlenbeckens
klar zu legen, die Fortsetzung der Verhältnisse an meinem weiteren Reiseweg gegen
Norden bis zu dem ersten Ruhepunkt, Fan-shan-pu, beschreiben.
Von Tshai-tang nach Fan-shan-pu.
Ich beabsichtigte, von Tshai-tang östlich nach Nan-kou und von dort auf der grossen
Strasse nach Norden zu gehen. Wie gut es gewesen wäre, muss ich es
doch als ein gutes Geschick betrachten, dass ich rechtzeitig Kunde von der Existenz eines
directeren Gebirgspfades erhielt und sofort demselben zu folgen beschloss.
Uebersicht des Weges. — Aus dem breiten steinigen Bett des Hauptflusses gelangt
man in ein ähnlich gestaltetes Bett eines kleinen nördlichen Zuflusses, der von 100 Fuss
hohen Schotterwänden begleitet ist. Zur Linken sind Schichten mit
schlechten Flözen, die jetzt nicht abgebaut werden, von Porphyr bedeckt. Auch zur
Rechten stehen Schichten der Kohlenformationen an. Sie haben eine sehr gestörte La-
gerung, doch herrscht die Streichrichtung NNO bei ostsüdöstlichem Fallen. Darüber steigt
der Porphyr zu einem schroffen Felsgipfel auf. Am Fuss liegen Rollblöcke bis 10 Kubik-
fuss gross, die wie Granitblöcke aussehen. Es ist ein licht graugrüner Porphyrit, ohne
Orthoklas, aber mit Plagioklas und ein wenig Hornblende in brauner Grundmasse, ein hartes
zähes Gestein. Dasselbe tritt bald an den Weg heran und bildet eine enge Schlucht,
in der der beschwerliche Weg aufwärts führt. Tshwang-shi-tou liegt 300 Fuss über Tshai-
tang. Hier biegt der Weg in ein schmales, zur Seite sich öffnendes Felsenthor. Es besteht
noch aus Porphyr; aber unmittelbar dahinter grenzt dieser an Kalkstein. Nun geht es
17 li in nordwestlicher Richtung in einer Schlucht aufwärts nach Poi-yi, das 1500 Fuss
über Tshai-tang in einer Mulde liegt. Hier befindet man sich am Fuss jener gewaltigen
Kalksteinmauer, die wir bereits S. 295 von der Höhe des Miau-ngan-ling als Nordgrenze
des Beckens von Tshai-tang erblickten. Horizontale Schichtungslinien erhöhen den Eindruck
eines mauerartigen Aufbaues. Sehr enge, kurze Schluchten mit senkrechten Wänden
sind in die Wand eingeschnitten. Der Weg windet sich steil hinan, bis man das sanft-
wellige Grasland der plateauartigen Höhe, ungefähr 6000 Fuss über dem Meer, erreicht.
Es bietet sich von hier ein grossartiges Gebirgspanorama, und dasselbe gewinnt an Interesse,
wenn man nun das ganz durchfurchte Becken von Tshai-tang mit dem durch die Unter-
suchung gewonnenen Verständniss überblickt. Im Westen werden hohe Gebirge sichtbar,
die eine Meereshöhe von mindestens 9000 Fuss haben. Sie culminiren in dem Zug des
Hsiau-Wu-tai-shan. Die Anschwellung, auf der wir uns befinden, erweist sich als ein
Theil eines weit nach NO und SW fortsetzenden Rückens, den ich als das Nankóu-
Gebirge bezeichne; dasselbe Streichen haben die Schichten. Doch bildet das Gebirge
hier keine Wasserscheide, sondern ist durch tiefe Thäler zerschnitten. Der dadurch
abgesonderte Theil, auf dessen Zinne wir stehen, gleicht einem System von Blattrippen,
die sich in einem Stiel vereinigen. Denn die einzelnen Glieder des Plateaus convergiren
gegen Norden in einen schmalen Hals, der von SO nach NW gerichtet ist. Ueber ihn
zieht die Grosse Mauer quer hinweg. Sie besteht hier auseinigen festen
Thürmen und etwas verbindendem Mauerwerk in der Länge von etwa 3000 Fuss.
Darüber hinaus nach Ost und West ist sie als Bauwerk unterbrochen, da dort wegen
der Steilheit der Gehänge eine Befestigung nicht nöthig erschien. Der schmale Grat, von
dem man nach NO und SW in schnell sich vertiefende Thäler hinabblickt, verbindet
unser erstes Mauergebirge mit dem Haupt-Wasserscheidenrücken des Tshai-tang-Thales,
welcher ebenfalls SW—NO gerichtet ist. Er hat Höhen bis 8000 Fuss, doch scheint der
Pass nicht über 6000 Fuss hoch zu sein¹). Jenseits geht es erst hinab nach dem Dorf
Mo-hung-yi (4800 Fuss), dann zwischen den Ausläufern des Gebirges hindurch in das
erste grosse Lössbecken, das wir antreffen, und in diesem abwärts nach dem Marktflecken
Fan-shan-pu (2405 F.).
Die Gesteine, bis zum Porphyr von Tshwang-shi-tou, welcher das Kohlenbecken
von Tshai-tang gänzlich abschliesst, habe ich erwähnt. Der geologische Bau bleibt mir
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