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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0349 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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ich beide Localitäten flüchtig und mit einem Intervall von über zwei Jahren besuchte.
Eine besondere Aufklärung bedarf noch die Thatsache, dass die 13 Flöze der Hu-tsau-
Gruppe nicht in den höheren Theilen des Tempelgebirges bekannt sind, wo man sie
doch nach der muldenförmigen Lagerung erwarten müsste. Vielleicht spielt dort der Diorit
mit seinen Tuffen eine grössere Rolle, als sich ihnen lassen. Ueberhaupt mögen diese
submarinen Eruptiverscheinungen manche Abweichung in der Schichtenentwickelung ver-
ursacht haben, wie es ja in derartigen Gebieten häufig der Fall ist. Ich brauche nur an
die localen Verschiedenheiten zu erinnern, welche im südlichen Tyrol in den Ablagerungen aus
der Periode des Augitporphyrs stattfinden. Die Mêiling-Schichten mit ihren Anthracitflözen
müssen selbstverständlich eine grössere Verbreitung haben, als es nach den wenigen und
zerstreuten Kohlengruben jetzt erscheinen würde, und es wäre nicht schwer, sie am
Südrand wie am Nordrand der Tempelhügel zu erbohren. Doch könnten die Flöze nur
durch Tiefbau nutzbar gemacht werden; und es ist kaum wahrscheinlich, dass dieser
lohnend sein würde, so lange man Aussicht hat, von Mönn-ta-köu aus durch einen tiefen
Stollen die 13 Flöze der Hu-tsau-Gruppe anzuschlagen.
IV. Der Yang-shan (den 9ten und 10ten August 1869).
Während im Tshaitang-Profil [Taf. III] eine regelmässige Entwickelung der Kohlen-
schichten vom Thal des Liu-li-hô bis zur Grenzlinie der Sinischen Gebilde des Nankôu-
Gebirges stattfand, legt sich dem letzteren am Rand der Ebene von Peking noch ein
bedeutendes Gebirge vor, welches gewöhnlich Hsi-shan (das Westgebirge) genannt wird,
aber auch mit dem Namen Yang-shan bezeichnet wird. Während sein von Süd nach Nord
gerichteter Ostabhang ziemlich steil nach der Ebene abfällt, schliesst sich ihm unmittelbar
im Westen in dem Miau-fêng-shan ein besonderes und höher aufragendes Gebirgsglied
an; letzterer wurde von Fritsche bestiegen und zu 4000 Fuss bestimmt. Von ihm aus über-
blickt man nach Westen und Süden hin eine weite und wilde Gebirgswelt. Ich selbst
lernte ausser dem Ausläufer gegen die Kohlengruben von Yêng-bia-fang S. 311 nur einen
Theil des Ostabhanges kennen, wo ich mich in dem Tempel Ta-kiau-sz der gastfreund-
lichen Aufnahme von Seiten des deutschen Gesandten Herrn von Rehfues erfreute.
Der Tempel liegt 150 Fuss über dem Thal, am oberen Ende des breiten Schuttkegels,
der sich dem Fuss des Berges vorlegt. In seiner Umgebung steht Syenit an, ein mittel-
körniges Gestein von weisslicher bis perlgrauer Farbe. Zwei schwer zu unterscheidende
Feldspäthe scheinen in ungefähr gleicher Menge vorzukommen. Quarz konnte ich nicht
mit Sicherheit beobachten. Tombakbrauner Glimmer tritt in lebhaft glänzenden Tafeln
auf, Hornblende in dünnen Säulen. Ein wesentlicher Bestandtheil ist Titanit, der nie
fehlt. Ausserdem kommen schwarze metallische Körnchen vor. Dieses Gestein setzt in
einer Zone von wechselnder Höhe als Tiefstes am Abhang hin gegen Norden fort,
scheint aber nirgends bis über die halbe Höhe des Gebirges heranzureichen. Insbeson-
dere bildet es einen langen, mit steiler Mauer abfallenden Ausläufer, der mitten aus
dem Bergabhang heraustritt und wie ein Lavastrom sich in die Ebene hinein bis gegen
das Dorf Yang-fung erstreckt; nach seinen Formen würde man Porphyr erwarten.
In engem Verband mit dem Syenit stehen porphyritische Conglomerate. Abgerollte,
z. Th. fussgrosse Bruchstücke von Porphyrit, Syenit, Schiefer, Quarzit und Kalkstein sind
so dicht zusammengedrängt, dass sie oft kaum das porphyritische Bindemittel erkennen
lassen. Ferner finden sich verschiedene Varietäten der vorher beschriebenen violetten
Schiefer, besonders die fleckigen; doch enthalten sie hier braune, glimmerige anstatt
der grünen, seidenglänzenden Einschlüsse. Ausserdem kommen epidotische Sandsteine,
und dunkelgraue Sandsteine von jedem Korn vor, welche dieselbe Zusammensetzung
haben wie die Conglomerate. Alle diese Schichten stehen steil, in ganz unregelmässiger,
gestörter Lagerung. Die Grenze gegen den Syenit fand ich nicht aufgeschlossen. Fast
möchte man ihm die starke Metamorphosirung der Schichtgesteine zuschreiben. Allein
da dieselbe auch Schichten betroffen hat, welche den späteren Gliedern der Kohlen-
gebilde angehören, und so jugendliche granitische Eruptionen mir sonst in China nicht
bekannt geworden sind, müssen doch wol die Diorite in erster und die Porphyre in
zweiter Linie als die Gesteine angesehen werden, mit deren Ausbrüchen die Metamor-
phosirung in Beziehung steht.
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