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0352 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 352 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

des interessanten Gebirgsdurchschnittes auszuführen. Pumpelly beschreibt weiterhin eine
Granitabänderung, welche aus perlweissem Orthoklas und Quarz zusammengesetzt und
glimmerfrei ist; er ist zellig, und die Wände der Hohlungen sind mit Quarzkrystallen
ausgekleidet. Dann folgt wieder der erste Granit, von verschiedenartigen Gängen durch-
setzt. Ehe man nach Ueberschreitung des 2063 Fuss hohen Passes den Gebirgseinschnitt
verlässt, scheint noch einmal Kalkstein aufzutreten.

Die Ming-Gräber. — Vergleicht man den Durchschnitt im Nankou-Pass mit dem
früher (S. 306) beschriebenen Profil, so ist es klar, dass wir hier nur einen, ein wenig
südlich von der steilen Wand bei Pei-yü beginnenden Theil desselben durchschritten haben,
während das, was dort noch weiter südlich folgt, hier entweder fehlt, oder unter die
Ebene versenkt ist. Jedenfalls ist das Letztere geschehen; denn wir brauchen nur wenig
weiter östlich, bis zu den vielbesuchten Gräbern der Ming-Kaiser zu gehen, um den
noch fehlenden Theil des Schichtgebirges zu finden.

Wenn man den 30 li langen Weg, von Nan-köu aus, dem Fuss des Gebirges entlang
zurücklegt, so bietet sich eine merkwürdige Regelmässigkeit der Schichtung. Die Sinischen
Kalke sind auch hier krystallinisch und fallen in Form schief gestellter riesenhafter
Tafeln 30 bis 50° SSO ein. Es sind mehrere tiefe Schluchten in sie eingerissen, und
in ihnen sieht man deutlich, wie, weiter im Inneren des Gebirges, der Kalk horizontal
gelagert ist. Das Hangende entwickelt sich zuerst an einem kurzen Vorsprung 20 li von
Nan-köu, welcher den ganz mit Schutt ausgefüllten Kessel, in dem die Grabstätten sich
befinden, westlich begrenzt. Hier und an der östlichen Thalwand findet man die Schicht-
gruppen f und g wieder. Erst an der Oeffnung gegen Tshang-ping-tshöu, dort wo die
Allee der grossen aus Stein gehauenen Thierfiguren beginnt, folgen die Schichten, die wir
als h bezeichneten, immer noch mit 52° SSO Fallen. Ich notirte:
1) Blassrother Sandstein . . . . . . . . . . . 200 Fuss.
2) Gelbe und rothe Mergelschiefer . . . . . . . . 60 "
3) Kieselige, plattige Kalke, mit splittrigem Bruch; grau,
röthlich und roth . . . . . . . . . . . . 230 "
4) Schwärzliche, wellig streifige Kalke; dolomitisch . . . . 120 "
also ein wenig abweichend gegen früher, aber in 3) dem früheren h 2 entsprechend,
unverkennbar. Der Metamorphismus ist hier sehr gering.

Es folgt nun unmittelbar auf 4) ein ganz verschiedenes Gestein, nämlich ein vul-
canisches Eruptivgestein mit Eruptivconglomeraten. Das Ansehen ist lavaartig.
In einer carmoisinrothen porösen Grundmasse liegen weisse Feldspathkrystalle. Nach Ost
und Sudost sieht man dieses Gestein fortsetzen. Es hat dort zackige, zerfressene Formen
und krönt in einer langen, weithin aus der Ebene sichtbaren, crenellirten Mauer den
Abhang zur Rechten des Einganges in das Thal der Ming-Gräber. Die zwei kleinen
Inselberge im Süden von Tshang-ping-tshöu sind jedoch wieder sedimentär und bestehen
aus flach nach Süden fallendem Kalkstein, den ich nicht in der Nähe sah.

Im Zusammenhang mit den vulcanischen Gebilden, die ich in der Ebene von Peking
nur von diesem einen Ort kenne, stehen jedenfalls die heissen Quellen, die in geringer
Entfernung südöstlich, bei Tung-shan, vorkommen. Es ist dort ein kaiserlicher Bade-
palast, und die Thermen werden viel benutzt.

ALTERSFOLGE DER FORMATIONEN.

Nachdem wir, von Osten kommend, die krystallinischen Schiefer bei
Yung-ping-fu verlassen hatten (S. 122,) haben wir dieselben in den Umgebungen
von Peking nicht mehr vorgefunden. Gegen Norden werden wir ihnen erst an der
Grenze der Mongolei wieder begegnen, im Westen sie im nördlichen Shansi
antreffen, während sie gegen Süden nur noch einmal, im Westen von Ting-tshöu,
an unserem Reiseweg auftreten und dann verschwinden, um erst im südwestlichsten
Theil von Shansi wieder zum Vorschein zu kommen.

Zu grosser Herrschaft gelangt die Sinische Formation, und sie wird sich
vermuthlich bei ferneren Aufnahmen als das verbreitetste und wichtigste Glied des