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0358 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 358 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

viel mehr als es bei den in den früheren Capiteln behandelten Gegenden der Fall
war, gestattet, von dem Einzelnen auf das Allgemeine zu schliessen. Gerade in
solchen Gegenden, wo die Erosion ein Labyrinth von Bergzügen geschaffen hat,
und der Topograph nicht weiter sehen kann als sein Auge trägt, zeigt sich der
Werth der Kenntniss des inneren Baues, besonders wenn man Gelegenheit hat,
verschiedene, rechtwinklig zu den Streichungsrichtungen genommene Durchschnitte
mit einander zu vergleichen. Ich führe hier gleich mit an, dass der später zu
beschreibende Weg durch das nördliche Shansi wesentlich beigetragen hat, um
mir die Verhältnisse bei Peking verständlich zu machen.
Ueberblicken wir die geologische Karte, wie sie, allerdings grossentheils nach
theoretischer Vervollständigung, in dem Atlas zu diesem Werk vorliegt, so sehen
wir nordwestlich von Peking eine weite Ausbreitung der Sinischen Formation,
welche weiter nördlich an die krystallinischen Schiefer der Grenzgebiete gegen die
Mongolei heranreicht. Sie schneidet auf der Seite der Hauptstadt mit einer von
SW nach NO gerichteten Linie ab, und parallel derselben sind noch innerhalb des
Sinischen Gebietes einzelne Flecken von Granit zu einer losen Kette angeordnet.
Auf die scharfe Grenzlinie folgt im SO unmittelbar eine Zone weit jüngerer
Gebilde, welche an einer Stelle durch einen bis an die Sinische Formation heran-
reichenden Zweig der Bucht von Peking unterbrochen wird. Ihre südostliche Grenze
wird durch einen Streif von Granit bezeichnet, dem abermals Sinische Gebilde
folgen.
Der Zug des Nanköu-Gebirges. — Der erste Blick zeigt die ausseror-
dentliche Bedeutung der Linie, welche die Sinischen Gebilde im Südosten begrenzt.
Sie bezeichnet den Abfall des Nanköu-Gebirges, und dieses selbst ist das hervor-
ragendste Merkmal in der Tektonik der ganzen Gegend. Es bildet nicht nur eine
geologische Scheide, sondern es trennt auch Gebiete von sehr verschiedener Phy-
siognomik in der orographischen Entwickelung: Länderstreken von ganz periphe-
rischem Charakter von solchen, welche einen halb centralen Typus haben. Es ist
von hoher Wichtigkeit für den Gang der Geschichte gewesen und scheint einen
bedeutenden Einfluss auf die Verbreitung der Organismen zu haben. Wir haben
den Zug nur an zwei, wenig von einander entfernten Stellen kennen gelernt; aber
die feste, gleichmässige innere und äussere Gestaltung, welche er daselbst hat,
berechtigt zu der Vermuthung, dass dieselben Kraftausserungen, durch die er hier
gebildet wurde, in weit grösserer Ausdehnung gleichmässig gewirkt haben. Und
doch haben wir es nicht mit einer gewaltigen, hoch aufsteigenden Kette zu thun;
auch lässt sich das Gebirge, wenn wir von seiner in die Augen springenden Bedeu-
tung bei dem Anblick aus der Pekinger Ebene absehen, nicht einmal leicht als
ein gesondertes Glied in der orographischen Gestaltung der Oberfläche auf grosse
Erstreckung erkennen, da es mit anderen Gebirgen vielfach verwachsen und ver-
bunden ist, und die einzelnen in ihm hoher aufsteigenden Gipfelmassen, wenn man
nur die Plastik berücksichtigt, als ebenso viele gesonderte Gruppen oder Stöcke
erscheinen; es muss vielmehr in seinem geologischen Bau aus der umgebenden