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0363 China : vol.2
China : vol.2 / Page 363 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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wir sie durchschritten, stellen sie eine Mächtigkeit von 15770 Fuss dar, und wir
müssen sie als eine Muldeneinlagerung von mindestens dieser Dicke betrachten. Fassen
wir sie in ihrer Gesammtheit, im Gegensatz zu den einschliessenden Zonen, in's
Auge, so wirft sich zunächst die Frage auf, ob nicht die Schichten früher eine
allgemeinere Verbreitung gehabt haben und die Mulde durch eine spätere Einsenkung
entstanden sei. Diese Frage ist von geologischer Wichtigkeit, weil ihre Lösung
zur Bestimmung des Alters des Nankóu-Gebirges führt, und von praktischer Bedeu-
tung, weil ihre Bejahung die Voraussetzung involviren würde, dass mindestens die
tieferen kohlenführenden Formationen in grösserer Verbreitung innerhalb der Gebiete
der Sinischen Gebilde anzutreffen sein müssten. Nun kennen wir allerdings mehrere
Vorkommen von Steinkohle in dem Bezirk von Hsüen-hwa-fu und dem benach-
barten Theil von Shansi, die wir in dem nächsten Capitel betrachten werden;
allein sie gehören, soweit ich sie kenne, sämmtlich der Lias-Formation an, und
diese lagert unmittelbar auf Sinischen oder noch älteren Gesteinen. In der Zone
im Süden des Höng-shan konnten wir überhaupt nur einen einzigen unbedeutenden
Fundort von Kohle ausfindig machen, und bei ihm spricht der Umstand, dass aus-
schliesslich bituminose Kohle gewonnen wird, dafür, dass wir es auch dort mit einer
Auflagerung von verhältnissmässig sehr jugendlichem Alter zu thun haben. Für das
Nankóu-Gebirge und die nordwestlich von ihm gelegenen Gegenden dürfen wir
es daher mit Sicherheit, für den Zug des Höng-shan und das im Südosten sich ihm
anschliessende Gebirgsland mit Wahrscheinlichkeit annehmen, dass sie von dem
Abschluss der Sinischen bis zum Anfang der Lias-Periode Festland waren. In das
Ende der ersteren werden wir somit die Umbiegung der Sinischen Plateau-Schichten
und die Granitausbrüche, daher auch die Bildung der ausserordentlich tiefen Mulde
zu setzen haben, in welcher die weitere Sedimentbildung stattfand.

Betreffs der Vorgänge, welche diesen die heutige Configuration veranlassenden
Bewegungen unmittelbar folgten, fehlt es an jeglichem Anhalt. Die frühesten Auf-
schlüsse, welche wir aus der Folgezeit besitzen, zeigen uns ein Weltmeer südöstlich
von dem Zug des Höng-shan, Pan-shan und Niau-ting-shan, und eine Bucht des-
selben, welche durch das Thor von Peking hindurch den Abfall des Nankóu-Gebirges
bespülte und die ihm entlang gerichtete Mulde ausfüllte. Diese muss eine ausser-
ordentlich grosse Tiefe gehabt haben, damit sich in ihr Sedimente von ungefähr
16000 Fuss Mächtigkeit absetzen konnten, während die beiden einschliessenden
Gebirgszüge stets über Wasser blieben. Das Nankóu-Gebirge hat ersichtlich
während der durch die Sedimente von Tshai-tang bezeichneten, langen geologischen
Perioden den Rand eines Continentes gebildet, welcher sich von hier gegen
Nordwesten ausbreitete.

Die Lage der langgezogenen Bucht entlang einem durch frühere Graniteruptionen
bezeichneten, sehr hohen Continentalrand, der in geringem Abstand von einem
parallel gerichteten inselartigen Höhenzug begleitet war, erklärt die abnorme und indivi-
dualisirte Entwickelung, welche die in ihr niedergeschlagenen Sedimente charak-
terisirt. Dies lehrt am besten eine Vergleichung mit dem nahe gelegenen Kai-ping.