National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Steppen sind. In dem ganzen übrigen Gebiet ist mir nur Ein Beispiel eines abfluss-
los gebliebenen Sees bekannt. Derselbe liegt 15 g. M. südwestlich von Hsüen-
hwa-fu, am Nordfuss des Hwang-yang-shan, inmitten des von Gebirgen umgebenen
Beckens von Shöun-tsing. Er ist von Père David besucht worden¹).
Wenn wir nur den physiognomischen Charakter des Uebergangsgebietes in's
Auge fassten, so würde die südliche Wasserscheide des Sang-kan-hô dem zunächst
zu betrachtenden Landstrich einen natürlichen Abschluss geben. Wir werden zwar
noch für eine weite Strecke unsrer späteren Wanderungen Lössbecken und Salzsee-
ablagerungen als herrschende Merkmale der Landschaften in Shansi, Shensi und
Hönan finden; aber der ursprüngliche Charakter der Steppe, welcher jenem Fluss-
gebiet noch in beträchtlichem Grade anhaftet, tritt dort mehr und mehr zurück.
Die Abstufungen im äusseren Charakter sind indessen so allmälig, dass wir dieses
Merkmal für die Eintheilung nicht bestimmend sein lassen können. Inwieweit der
Gebirgsbau einen zweckmässigeren Gesichtspunkt für dieselbe gibt, wird am Schluss
dieses Capitels, und ausführlicher im zehnten Capitel bei der Uebersicht der Tek-
tonik der ganzen Provinz, dargestellt werden. Ich greife dem Ergebniss mit der
Bemerkung voraus, dass das nordöstliche Shansi bis jenseits der Stadt Hsin-tshöu
den Bau des nördlichen Tshili theilt und mit diesem Gebiet zusammen ein von
dem übrigen Shansi wesentlich verschiedenes Skelett besitzt. Obgleich ich die
Südgrenze des »nördlichen Shansi« demgemäss in den Breitengrad der Wasser-
scheide zwischen Hsin-tshöu und Tai-yüen-fu setze, werde ich doch hier die Wan-
derung, um einen geeigneten Abschluss zu finden, bis zu letzterer Stadt beschreiben.
Wir berühren somit noch das grosse Flussgebiet des Hu-to-hô und kommen an die
Quellen eines Zuflusses des Fenn-hoi.
Was die politische Eintheilung betrifft, so scheidet der nördliche Zweig
der Grossen Mauer das eigentliche China von der Mongolei. Aber sie folgt
nur auf kurze Strecken der natürlichen Grenze, da sie die Engpässe zu benutzen
strebt, welche in einigem Abstand von ihr auf der Seite des Abflusses liegen; die
geographische Scheide ist mit derjenigen des zusammenhangenden abflusslosen
Landes identisch. Das Gebiet innerhalb der Mauer wird durch eine willkürliche,
mit keiner natürlichen Trennung zusammenfallende Linie zwischen die Provinzen
Tschili und Shansi getheilt, und zwar gehört alles Land der ersteren Provinz zu
dem Bezirk Hsüen-hwa-fu, dasjenige der letzteren zu Ta-tung-fu, Ning-yüen-fu,
So-ping-fu, Tai-tshöu und Hsin-tshöu. Alle diese Bezirke, mit Ausnahme von
So-ping-fu, werden von unserm Reiseweg berührt. Jenseits der Grossen Mauer
sind die anliegenden Gebiete der Mongolei in neuerer Zeit unter die Admini-
stration der beiden genannten Provinzen, insbesondere die Bezirke von Hsüen-
hwa-fu, Ta-tung-fu und So-ping-fu, gestellt worden. Wir werden hier die
politischen Grenzen unberücksichtigt lassen und uns nur an das natürlich Zu-
sammengehörige halten.
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