国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0380 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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chenden Falltrichtung, wahrscheinlich ein später eingelagertes Gebilde, wie sie in diesem
Becken mehrfach vorkommen, bezeichnen. Ich betrachte sie als eines der Fragmente
der kohlenführenden Liasformation.
Der Sang-kan-hö ist, wo ihn der Weg überschreitet, in mehrere breite Arme getheilt,
die in schnellem Lauf über sandige Betten hinabgleiten, aber doch wenig Wasser führen.
Sie durchströmen ein breites ebenes Thal, das sich an der linken (nördlichen) Seite 12 li
weit, bis zum Fuss des Gebirges, ausdehnt. Der Boden ist ein sandiger Lehm von
weisslichgelber Farbe, der guten Ertrag gibt und besonders für Gemüsebau geeignet ist.
Der Weisskohl (Pai-tsai) von Pau-ngan ist berühmt und wird nach Peking geführt.
Aus dem ebenen Thalboden von Kiu-Pau-ngan steigt an der Nordseite steilwandig
das Kalkgebirge des Hwang-yang-shan (»Antilopengebirge«) an. Seine Höhe schätzte ich
zu ungefähr 3500 Fuss über dem Thal, oder etwa 5300 Fuss über dem Meer. Es ist
breit, massig und ungegliedert bis auf die Zinne, über der sich pyramidale Spitzen
erheben. Ich berührte es nur am Ostrand, zunächst dem Tempel Ta-kwi-si. Die
Gesteine sind den zuletzt beschriebenen ähnlich; es sind weissliche, graue und röthliche
krystallinische Kieselkalke, mit Zwischenlagen von Chalcedon; einzelne Schichten kann man
als schieferigen Chalcedon mit Zwischen-
blättern von Kalk bezeichnen. Das Strei-
chen am Tempel ist N 40° O, das Fallen
65° SO; höher hinauf biegen die Schich-
ten in der in Figur 69 angegebenen Weise
um und scheinen ziemlich horizontal zu
lagern, so dass eine Gebirgsverwerfung
mit Schleppung vorliegen dürfte. In der
Fortsetzung des Streichens, wiewohl etwas
gegen Süden verschoben, liegt, jenseits
des Yang-hö, und an der grossen Strasse,
der Ki-ming-shan (»Hahnenschrei-Berg«),
welcher wegen seiner auffälligen steilen Form fast von Allen, welche eine Beschreibung
der Reise zwischen Peking und Kalgan veröffentlicht haben, erwähnt worden ist. Er
besteht jedenfalls aus demselben Glied der ältesten Kalkreihe, wie die Felsen bei dem
Tempel.
Kohlenregion von Pau-ngan. — Bei Ta-kwi-si fällt zwar das Kalkgebirge
ab; aber es schliesst sich ihm noch eine Hügelgruppe von ganz verschiedener Zusam-
mensetzung an. Die Strasse führt über sie an einen Pass, welcher 630 Fuss über Pau-
ngan (2390 Fuss über dem Meer) liegt. Zu unterst lagert eine kohlenführende Formation,
deren Schichten N2O streichen und 45° O2S fallen. Schiefer und Sandsteine wechseln
miteinander und umschliessen mehrere Kohlenflöze nebst einigen von Eisenerz erfüllten
Schichten. Alle Flöze führen bituminöse Kohle. Die Ausbeissen sind mit alten Halden
bedeckt. Der Abbau bis zum Wasserniveau war leicht, und es scheint bis zu demselben
der ganze Kohlenreichthum erschöpft zu sein. Versteinerungen fand ich nicht. — Auf
halber Höhe des Anstiegs beginnen über diesen Schichten plötzlich Lagen von Porphyr-
conglomeraten, welche sich über die Schichtenköpfe ausbreiten und bis zum Pass
mit veränderlichem Streichen und Fallen fortsetzen. Sie bilden alle Gipfel der Hügel
und reichen an der Nordseite bis zum Yang-hö. Das vorstehende Profil (Fig. 70) gibt
annähernd ein Bild der Lagerung.
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