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0382 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 382 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Die Gebirge verrathen die schroffsten Formen, aber sie sind wie mit einem Schleier
bedeckt, der zwischen je zweien derselben in einer leichten Curve hinabfällt und nur
die Gipfelreihen, gleichsam durch Risse in dem Gewebe, hervortreten lässt. Sieht man
von der Staffage von Dörfern, Strassen, Feldern, und den Zügen von Reisenden und
Kameelen ab, so hat man eine öde Natur um sich. Die Thäler sind baumlos und von
einer fahlen Erdfarbe; die Gebirge nackt und scharf gezeichnet. Sie lassen jede Schlucht
und Runse in ihren Gehängen, jeden vorspringenden Felsen deutlich erkennen; Reihe auf
Reihe von ihnen zieht, in blauen und röthlichen Duft gehüllt, in wachsende Fernen hinweg.
Die höchsten Gipfel hatten jetzt einen Anflug von Schnee. Es ist wie eine Wanderung
im Great Basin von Nord-America; selbst der Gesichtstypus der Mongolen erinnert an den
der dortigen Eingebornen. Nur die Richtungen der Gebirge sind anders, als man sie dort
zu sehen gewohnt ist. Die Aehnlichkeit wird durch die vulcanischen Gesteine vermehrt,
welche lange Hügelzüge allein bilden und in schwarzen Felsreihen aus ihnen hervor-
treten. Auch der bald weiche und staubige, bald steinige und doch noch staubwirbelnde
Grund erinnert an die Strassen in den salzigen Becken des anderen Continentes.
Blickt man zurück nach dem Hwang-yang-shan, den wir an seinem steilen Südabfall
kennen lernten, so sieht man ihm im Norden ein flaches, breitkuppiges Gebirge angelagert,
das ungefähr 1600 Fuss über das Thal ansteigt und sehr gegen die schroffen Formen des
Hauptzuges absticht. Es bildet die Schutzmauer des oben erwähnten, allseitig von Gebirgen
umgebenen flachen Kessels von Shünn-tsing-pau, in dessen Mitte sich noch jetzt ein abfluss-
loser Salzsee befindet. Im Nordwesten ist dieser Festungsring durch das Thal von Hwai-
ngan-hién begrenzt, welches Pumpelly durchzog. Er vermochte an einer Stelle die
Gesteine, welche die Gebirge zu beiden Seiten dieses Lössbeckens zusammensetzen, zu
untersuchen, und gab ihnen den besonderen Namen »Hwai-ngan-Schichten«. Kieselige
Kalke, ähnlich denen, die wir zu beiden Seiten des Thales von Kiu-Piu-ngan fanden,
sind durch Sandsteine und Quartzite von den krystallinischen Schiefern getrennt. Im WNW
sieht man die lange Kette, welche Pompelly die Barrier range nennt, mit starren Formen
die Kalkgebirge überragend. Im Osten und Norden zeigen sich nur sanfte Höhenlinien,
die in der Nähe bis zu 1500 Fuss, weiterhin bis zu mehr als 4000 Fuss über dem
Thal ansteigen. Im Nordosten erkennt man geschichtetes Gebirge mit nordöstlichem
Streichen und 25° südöstlichem Fallen, vom Charakter der Gesteine des Thales von Kiu-
Piu-ngan. Ein Ausläufer von ihnen endet einige li nördlich von Hsüen-hwa-fu; es
werden dort Feuersteine gewonnen. Daran schliesst sich eine 500 bis 1000 Fuss hohe
Hügelanlage, welche lang hin von Ost nach West verläuft und fast bis zum Yang-hó reicht.
Sie wird von der Strasse, 25 li von Hsüen-hwa, auf einem 390 Fuss über der letztern
Stadt gelegenen Pass überschritten und besteht aus Trachyt und Rhyolith.¹) Der
jenseitige Abstieg ist gering. Es folgen wieder Alluvialboden und Löss, bis man das
von Nord nach Süd gerichtete Thal von Kalgan erreicht; dieser Ort, von den Chinesen
Tshang-kia-kóu genannt, liegt 2610 Fuss hoch,²) in einem Kessel, der im Westen, Norden
und Osten ganz geschlossen, im Süden aber offen ist. Die Berge sind kahl und scheinen
sämmtlich aus den genannten vulcanischen Gesteinen zu bestehen. Erst wenn man sich
nähert, erkennt man in der erdfahlen Färbung der ganzen Landschaft die grauen Mauern
und flachen Dächer der Stadt heraus. Auf den Rücken der Gehänge über ihr zieht der
Hauptast der Grossen Mauer hin. Im Ort selbst entfaltet sich ein überaus reges Leben
und Treiben; denn wir sind hier an einem der Hauptknotenpunkte des mongolisch-
chinesischen Handels.
Kohlen im Gebiet von Hsüen-hwa-fu. — In Kalgan wird als Brennmaterial
fast nur Steinkohle angewendet. Ich sah:
1) eine schwach bituminöse Kohle von Yu-tshóu, welches in gerader Linie 60 g. M.
südlich liegt. Sie kommt in sehr grossen, festen Blöcken, ist plattig, von muschligem
Bruch und mattem Glanz, brennt mit Anwendung von wenig Zug, backt nicht, cokt