National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Thäler mit ihm klar auf der Hand liegt. Die Art, wie er auftritt, würde sich nur auf
einer detaillirten und in grossem Maassstab ausgeführten Höhenschichtenkarte darstellen
lassen. Nicht nur bedeckt er die niederen Ein-
stellungen auf den Kämmen der Höhenzüge, son-
dern er liegt deren Flanken allerhalben auf, wo
eine Vereinung ihn vor dem Hinabspülen geschützt
hat, ist oft in hohen Wänden über ihnen abge-
brochen und steigt terrassenförmig an. Am mäch-
tigsten hat er sich an dem Boden der Schluchten
erhalten, weil hier die Ablagerung die grösste
Dicke gehabt hat. Auch lässt sich wahrnehmen,
dass er in der Schlucht des Baitsa-ghool, welche
dem Plateaurand am nächsten liegt und daher wahr-
scheinlich zuletzt in den Bereich des Abflusses
gezogen wurde, am ausgezeichnetsten erhalten ist.
Da alle Unebenheiten der Unterlage längst gebildet
waren, als die Periode des geringen Niederschlags,
in welcher der Abfluss aufhörte, ihren Anfang
nahm, und da das krystallinische Gebirge, wo
immer es unter dem Plateaurand hervortritt, in
Rücken aufgelöst ist, so ist die Vermuthung ge-
rechtfertigt, dass es auch nordwestlich von der
Stelle, wo es bei San-han-pa unter den Plateau-
gebilden verschwindet, eine ähnliche Oberflächen-
gestaltung hat. Und doch kann man sich in kleinen
Verhältnissen keinen grösseren landschaftlichen
Contrast denken, als hier geboten ist. Aus zerris-
senem Land kommen wir auf eine einförmige wellige
Hochfläche. Dort vernehrt jeder Regenuss die
Mannigfaltigkeit der Formen, wäscht Runsen aus
und führt den Löss fort; hier wirkt der Nieder-
schlag nur nivellirend, indem er die losen Bestand-
theile von den Höhen an den flachgeneigten Seiten
der Becken hinabspült. Was wir früher als den
Gegensatz der peripherischen und centralen Ge-
biete im Allgemeinen darstellten, das tritt hier vor
uns wie in einem diminutiven Modell.
Noch ein anderer Umstand bietet sich der
Beobachtung; denn man erkennt auch, dass die
krystallinischen Höhenzüge durch lange Zeit den-
selben nivellirenden Einflüssen ausgesetzt gewesen
sind, welche die niederen Gebirge in den Cen-
tralgebieten abgeflacht haben. Sie starren nicht in
jenen schroffen und zackigen Gestalten auf, wie
die Gneiszüge in Shantung oder Liauting, son-
dern ihre Oberfläche ist leicht gerundet. Sehen
wir vom Plateaurand zurück nach Osten, so schweift
der Blick zunächst über die sanftgeformten, allmälig
nach NO ansteigenden Kammlinien der beiden von
uns überschrittenen Rücken; weiter hinaus erschei-
nen ähnliche, höhere Kammlinien, die nach und
nach Theil decken; wie die welligen Profillinien der
geringen Unebenheiten in einer Steppenlandschaft.
Wer von Westen kommt, kann es nicht vermuthen, dass jede dieser gerundeten Linien
die First eines Kammes ist, der von dem zunächst davor, wie von dem zunächst dahinter
liegenden Kamm durch eine tiefe Schlucht getrennt ist; denn er ist gewohnt, zwischen
je zwei solchen welligen Höhenlinien sanfte, mit Grassteppen bedeckte Einsenkungen zu
sehen. Ist uns der Contrast in der wahren Form der Oberfläche im Westen und Osten
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