国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF   日本語 English
0397 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 397 ページ(白黒高解像度画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000260
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

361

Striche sind von ausblühenden alkalischen Salzen weiss gefärbt, andere sind mit feinem
Sand bedeckt. Folgen wir unserem Weg weiter, so kommen wir südlich von Ts-san-
tshwang auf eine breite, öde Fläche, wo der Boden so von Salzen imprägnirt ist, dass
man ihn zur Sodagewinnung benutzt. Tief eingefahrene Geleise und tief eingetretene
Fussstapfen von Maulthieren zeugen von dem sumpfigen Charakter, den das Erdreich bei
geringem Regenfall annimmt. Sie führen zu zerstreuten Hütten, deren ärmliche Bewohner
sich damit beschäftigen, die Erde auszulaugen und die Lauge in grossen eisernen Kesseln
durch Eindampfen zu concentriren. Dieselbe wird, nachdem die schwerer löslichen
verunreinigenden Salze auskrystallisirt sind, in kleine Pfannen abgegossen und der Luft
ausgesetzt. Das Product, ein noch immer sehr unreines Carbonat von Natron und Kali,
wird zu 18 tsien das kin (11 Pfennig das Kilogramm) verkauft.

Das Sodafeld liegt im Norden einer langen Reihe flacher Hügel, die isolirt aus der
Ebene aufsteigen und Höhen von 100 bis 250 Fuss über den angrenzenden Theilen der-
selben erreichen. Sie sind ganz in Löss gehüllt, auf dessen sanfter Abdachung man
hinaufsteigt. Alles anstehende Gestein ist derselbe Dolerit, den wir in der Mongolei
trafen.

Während bis hierher, wo der Weg noch in geringem Abstand vom Gebirge führte,
der Boden sich langsam aber merklich thalwärts neigt und Schotterbänke an seiner Zu-
mensetzung theilnehmen, werden die Sedimente von Tso-tshwang an feiner und haben
abwechselnd thonige und sandige Beschaffenheit. Die Neigung des Bodens ist sehr gering,
der Salzgehalt wird allgemeiner, und zwar scheinen hier Kalisalze herrschend zu werden.
Denn an mehreren, nicht von der Strasse berührten Orten wird Potasche aus dem Boden
gewonnen, welche in Gestalt grosser parallelopipedischer Blöcke auf den Markt nach
Kin-Tai-yu gebracht wird und einen wichtigen Exportartikel des Thales bildet. Allent-
halben ist das Brunnenwasser stark salzig und kaum trinkbar. Es hatte zur Zeit meiner
Reise seit zwei Monaten gar nicht geregnet, und doch war in jedem Dorf die tief aus-
gefahrene Strasse nur eine Reihe cisbedeckter Pfützen, was wenigstens zum Theil den
hygroskopischen Eigenschaften der Kalisalze zuzuschreiben sein dürfte.

Der Sang-kan-hô ist, wo die Strasse ihn (in ungefähr 3050 F. Meereshöhe) über-
schreitet, nicht tief eingeschnitten und hat ein breites Bett. Jetzt war das Wasser nur
80 Fuss breit, seine Stromgeschwindigkeit an der Oberfläche über 3 Fuss in der Secunde.
Im Sommer soll er zuweilen zu einem Durchmesser von 500 Fuss anwachsen.

Südlich vom Fluss wird die Gegend noch wüster; der Boden ist hier von einer
dünnen Schicht beweglichen Sandes bedeckt. Bald treten die Abhänge des Gebirges
klarer hervor. Tshang-kia-tshönn liegt am Rand der Ebene. Es ist ein Markt von
angeblich 2000 Herden, d. i. etwa 10,000 Einwohnern. Selbst hier hat das Wasser
einen so starken Salzgehalt, dass wir es nicht geniessen konnten.

Es ist klar, dass die Thalebene von Ta-tung-fu die Oberfläche der Ausfüllung eines
grossen und wahrscheinlich sehr tiefen Beckens ist, das einst einen See enthielt, und als
wahrscheinlich dürfen wir es bezeichnen, dass mindestens die obersten Massen aus einem
Salzsee abgesetzt wurden. Was die Zeit und die Art der Bildung des Beckens betrifft, so
werde ich in den Schlussbetrachtungen dieses Capitels zu beweisen suchen, dass sie mit
den Dislocationen in der Aera der Ausbrüche der porphyrischen Gesteine in Zusammenhang
steht. Die Hauptausfüllung geschah jedenfalls in einer Zeit, als das Klima regenreich
war und den Massentransport des durch Erosion gelockerten Gesteinsmaterials von den
umliegenden Gebirgen ermöglichte. Die Thatsache dieser älteren Ausfüllung wird dadurch
wahrscheinlich gemacht, dass die in geneigter Lage abgesetzten unterseischen Aufschüt-
tungen von Gesteinsmaterial sich jetzt der Beobachtung entziehen. Der Ueberrest des Sees
muss abflusslos und daher salzig geworden sein, als mit Eintritt des Steppenklima's die
denselben speisenden Flüsse vertrockneten, das Niveau des Wasserspiegels sank, und die
Abführungscanäle sich mit dem Schutt von den nächsten Gehängen verstopften. Zu einer
gewissen Zeit jedoch muss der See noch einmal bis nach Shan-ti sich erstreckt und sogar
ein höheres Niveau als früher eingenommen haben. Denn nur dadurch konnten auf flachem
Boden die unmerklich geneigten Schichten von Schotter, Lehm und Sand abgelagert werden,
welche wir in der Nähe des nordwestlichen Gebirgsrandes fanden. Bei der allmäligen
Verkleinerung des Sees setzten sich in ihm mehr und mehr nur die feinsten Bestandtheile
ab, während in dem Wasser die Kalisalze in Lösung blieben, die sich endlich in den
flachsten Theilen aus concentrirter Lösung ausschieden, während gegen die Gebirgsränder