国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0406 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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OCR読み取り結果
4515 Fuss hat und ebenso malerisch schön als fruchtbar ist. Der Boden ist ganz ange-
baut und entlang dem Rand mit Dörfern besetzt. Der Bach, welcher jetzt wasserleer
war, ist eingedämmt; sein Bett liegt ungefähr 8 Fuss über dem Thalboden, so dass er
wie in einem aufgesetzten Kasten fliesst. Die Kalksteinberge im Südosten steigen höher
als zuvor auf und nehmen abenteuerlicbe Formen an. Sie bilden keine fortlaufende Kette,
sondern nur hoch erhabene Felsmassen von bizarren Umrissen, die durch schroffe und
tiefe Einschnitte von einander getrennt sind. Der Seeboden ist durch einen Kranz von
Löss von den Hügeln ringsum geschieden. Er erfüllt auch eine Einsenkung in dem
südwestlichen Kalkstein-Riegel, welche unter dem Namen Kou-tzei-möu (4675 F.) der
Strasse als Uebergangspass nach dem vierten Kessel dient. Man geht von Nan-kou,
dem letzten Dorf im Nantai-Thal, nur 150 Fuss aufwärts, hat aber jenseits 870 Fuss
hinabzusteigen. Wir befinden uns hier in dem weiten Becken von Wu-tai-hsien.
Es ist ein typisches Lössbecken, ohne See-Ausfüllung, mit allseitig nach dem Centrum
sich senkender Oberfläche und von vielen Lössruinen durchzogen. Die Länge von NW
nach SO beträgt ungefähr 40 li, die Breite 17 li, die Meereshöhe von Wu-tai-hsien
3805 Fuss. Hier kommt der Kalkstein zu weit grösserer Herrschaft als bisher; denn
der hohe Theil des Wu-tai-shan endigt einige Meilen westlich von dem Meridian von
Wu-tai-hsien, und das massige Gebirge sendet nur noch eine Anzahl Kalkzüge aus.
Einer von diesen bildet abermals eine Rippe, welche das Wutai-Thal westlich
begrenzt, und über die wir nun hinübersteigen nach dem fünften Kessel mit dem
Hauptort Tung-yi-tshönn. Er besitzt manche Eigenthümlichkeiten. Die erste betrifft
den genannten Uebergang. Wir befinden uns nun auf einer guten Strasse, welche in
dem Gebirgseinschnitt über den der Weg führt, gut ausgehauen ist. Der
Abstand von der Stadt ist gering; aber auf der Westseite geht man lange über Löss
hinab nach dem volkreichen Thalbecken. Am Pass stehen an:
1) Kieselkalke, noch immer den tiefsten Gliedern der Sinischen Reihe entsprechend;
feinkrystallinisch, von weisslichen, grauen und gelblichen Farben. Dann folgt in
abnormer Auflagerung:
2) Ein System von
a) Breccie von Kalkstein, Quarzit und Schiefer.
b) Rothen, thonigen Sandsteinen und sandigen Thongesteinen, ziemlich fest.
c) Quarzit.
Diese Gesteine, welche NO—SW streichen und wellig lagern, wechseln viel-
fach mit einander; die rothen Schichten sind vorherrschend.
Wahrscheinlich ist dies ein anderes, dem Kalkstein aufgelagertes Schichtensystem, und es
dürfte mit den Steinkohlengebilden der Gegend in Zusammenhang stehen.
Die Steinkohle von Wu-tai-hsien ist von vorzüglicher Beschaffenheit, hat
aber eine zu ungünstige Lage, um von grösserer als localer Bedeutung zu werden. Es wur-
den mir zwei Orte genannt, wo sie bergmännisch gewonnen wird. Der erste ist Tshing-
hwa-ling, 40 li östlich von Wu-tai-hsien. Man gewinnt hier eine feste bituminose Kohle,
die in grossen Stücken gefördert und ausserdem zur Cokebereitung verwendet wird. Das
Flöz soll 18 Fuss Mächtigkeit haben. Die Kohle wird auf der Grube für 1 tsien das
kin verkauft. Sie versorgt die ganze Gegend bis nach Tai-tshöu, obgleich man sie dort-
hin über das hohe Gebirge bringen muss. Dem zweiten Revier gehören die Gruben von
Yo-to an, welche 30 li südöstlich von Tung-yi liegen. Die dortige Kohle ist von ähn-
licher Beschaffenheit wie die erste, aber weniger fest, daher sie zum Transport in Säcken
verpackt wird.
Eine zweite Eigenthümlichkeit des Beckens von Tung-yi besteht darin, dass der
Hu-to-ho hindurchströmt. Wir sahen zwar das südöstliche Kalksteingebirge schon mehr-
fach auch von kleineren Bächen in Spalten durchbrochen. Hier aber setzt der Haupt-
strom der ganzen Gegend nicht nur durch diese dem Ausgang vorgelagerte Mauer, sondern
bahnt sich schon vorher einen Weg mit beträchtlichen Krümmungen durch den Riegel,
welcher das Becken von Tung-yi im Westen abschliesst. Dieses selbst ist von einem
alten Seeboden ausgefüllt. Rings herum lagert Löss. An seinem Steuerrande steht der Markt-
flecken Tung-yi-tshönn, ein lebhafter Ort, durch den ein sehr besuchter Saumpfad führt.
Um nämlich für den Handel der Provinz Shansi ist, die mit mehreren Steuerbarriéren
besetzte grosse Strasse nach Tai-yuén zu vermeiden, schlagen die Händler einen Weg
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