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0407 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 407 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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über Ping-shan-hsien ein, welchem dem Hu-to-hô folgt, in das Becken von Wu-tai-hsien
eintritt, diese Stadt aber nordöstlich lässt und sich über Tung-yê nach Westen wendet.
Der letztere Ort liegt in einer Meereshöhe von nur 2740 Fuss. Der tiefste Punkt
der Strasse wird an dem Uebergang von Hu-to-hô mit 2720 Fuss erreicht. Noch einen
Kalksteinzug haben wir zu überschreiten, um in das weite Thalbecken von Hsin-tshôu
zu kommen. Er besteht aus Sinischen Kalken. Ueber einen kurzen Lössrand kommt
man auf ebenen Boden. Das erste Dorf ist Hên-pice, wo aus rothen seidenglänzenden
thonigen Schiefern, die einem der auch anderwärts von uns beobachteten Zwischenglieder
der untersten Sinischen Kalke gleichen, Steine zum Aufreiben der Tusche verfertigt werden.
Es liegt 20 li von Tung-yê. Zehn li weiter folgt das Dorf Tang-lan-tshang, hinter welchem
ein aus rothen Sandsteinen und Conglomeraten, wahrscheinlich einem Glied der Kohlen-
gebilde, aufgebauner Vorsprung des südöstlichen Gebirge sein westliches Ende erreicht. An
seiner Nordseite wird auf völlig ebenem Grund durch Auslaugung des Bodens Steinsalz
gewonnen. Gerade am Ende des Zuges, 35 li von Tung-yê, liegt ein Dorf, dessen
Bewohner sich fast nur mit Papierfabrication beschäftigen, zu welcher ein ungewöhnlicher
Reichthum an Quellen sehr reinen Wassers Veranlassung gibt. 20 li weiter kommt man
nach Ting-hsiang-hsien, einer volkreichen Stadt in 2870 Fuss Meereshöhe.

Von Ting-hsiang-hsien nach Tai-yuên-fu den 5ten bis 8ten December.

Entfernungen in li:
Ting-hsiang-hsien — Pê-hu 25 — Ma-kwêi-tshann 50 — Pass Shi-ling 10 — San-hwang-tien
10 — Tshong-tien 10 — Hwang-tu-tshai 20 — Hsin-tien 40 — Tai-yuên-fu 20 li. — Zusam-
men 185 li oder 56½ g. M.

Die trübe Löss-Atmosphäre, verbunden mit einem leichten Schneewetter, machten es
mir leider unmöglich, die Ebene von Hsin-tshôu und die sie im Norden und Westen
begrenzenden Gebirge zu überblicken. Den letzten Kalkstein-Ausläufer des Wu-tai-shan
hatte ich vorher noch festzulegen vermocht. Doch wurde es mir nicht bekannt, ob
das Becken, wie ich es dargestellt habe, mit demjenigen von Tai-tshôu in Verbindung
steht, oder ob der Verlängerung des Wu-tai-shan an der Stelle der grossen Biegung des
Hu-to-hô ein Gebirgszug von Westen her bis in grössere Nähe entgegenkommt und das
Thal des Flusses in zwei Becken theilt. Die schwachen Umrisse der jenseitigen Gebirge und die
erkundeten Kohlenvorkornmisse von Koo-hsien und Ting-lo-hsien gaben den einzigen
Anhalt zur theoretischen Fortführung der orographischen und geologischen Einzeichnung
auf der Karte.

Gut beobachtet jedoch war die steile Gebirgswand, welche das Thalbecken im Süd-
osten überragt, und welche bei den Bewohnern den Namen Hsiau-Wu-tai-shan führt,
die chinesische Karte an einer ganz andern Stelle anwendet. Ich bin ihr in der
Eintragung des Namens Hsi-tshôu-shan gefolgt. Es ist ein mächtiges Gebirge. Ich schätzte
seine Höhe zu nicht weniger als 4000 Fuss über dem Thal, oder beinahe 7000 F. über
dem Meer. Ueber der schroffen Wand folgen gerundete Gehänge und sanfte Gipfelformen.
Nicht ein einziger Fluss durchbricht den stetigen Verlauf der ersteren. Aber zahlreiche
Runsen ziehen an den Gehängen herab, und kleine Wasserläufe bringen den Gebirgsschutt
in das Thal. Aus den Gesteinsfragmenten, sowie aus dem Baumaterial der Häuser und
aus den Formen der kahlen Felswände, geht hervor, dass der untere Theil des Gebirges
aus Gneiss und Granit besteht, darauf aber Sinische Kalke gelagert sind, welche
in typischen Varietäten höherer Formationsglieder vorhanden sind. Dem Bau nach würde
das Thal von Kalken zu erwarten haben.
der abgekehrten südlichen Seite ein ebenes oder, wahrscheinlicher, nach SO
geneigtes Plateau von Kalken zu erwarten haben.

Das Thal von Hsin-tshôu ist offenbar ein ausgefüllter Seeboden. Mit Ausnahme der
Stelle, wo Salz ausgelangt wird, fand ich es sehr fruchtbar und mit vielen Dörfern besetzt.
Doch mag der Salzgehalt des Bodens gegen den Hu-to-hô hin zunehmen. Die Lössgehänge
der Umrandung erreichte ich in geringer Entfernung südlich von Hsin-tshôu, das ich umging.
Die Meereshöhe dieser Stadt beträgt ungefähr 2870 Fuss, wie diejenige von Ting-hsiang-
hsien und Pê-hu. Bald entwickelt sich ein gegliedertes Löss-Schluchten-System, in dem
es aufwärts geht nach dem 960 Fuss über dem Thalboden gelegenen Pass Shi-ling oder
„Steinpasse". Hier befindet man sich am westlichen Ende der hohen Gebirgsmauer. Sie

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