国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0409 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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von Tsin, welche über das südliche Shansi herrschten, in dauernden Besitz zu nehmen ver-
mocht. Auch in späterer Zeit ist der Uebergang oft vertheidigt worden, und auf der
Passhöhe sieht man noch in einer Strecke von 2000 Fuss fünf oder sechs feste Thore
und eine Anzahl Wachtthürme. Selbst die Dörfer an der Strasse sind befestigt. Sie
liegen gewöhnlich an Stellen, wo die Wände der Lossluft, in der die Strasse führt,
auseinandertreten. Am Eingang und Ausgang aber sind in den Verengungen der Kluft
starke massive Thore gebaut, durch welche das Dorf sich absperren kann. Die Strasse
führt von Thor zu Thor. Zu jeder Seite sind hübsche massive Hausfronten und Hof-
mauern, wie sie dem allgemeinen Wohlstand entsprechen. Sieht man aber durch ein
Thor hinein, so erblickt man am anderen Ende des Hofes die senkrechte Losswand, in
welcher die Wohnungen ausgehöhlt sind. Zum Schutz und zur Decoration ist der Loss
mit einer Mauer verkleidet. Auch die Wirthshäuser sind meist Aushöhlungen in diesem
Boden, gross genug, um viele Wagen und Thiere unterzubringen.
Die Mächtigkeit, in welcher auf diesem Weg der Loss entblösst ist, ist gering, da
das Gefäll des Bachbettes, dem die Strasse folgt, die Neigung seiner Oberfläche wenig
übersteigt. Die Wände an der Strasse selbst sind meist nicht höher als 20 bis 50 Fuss,
und die Terrassen darüber erreichen 250 bis 500 Fuss. Dennoch sind hier die vielge-
staltigsten Auswaschungsformen. Die Ansicht in Band I. S. 117 ist dieser Gegend ent-
nommen.
Bei Hsin-tien wurden, da das Wetter sich aufklärte, Berge im Westen und Osten
sichtbar. Vom Pass bis hierher liessen sich die Gesteine der Umgebungen nur aus den
Geröllen der Bäche erkennen. Sie waren fast durchweg Kohlenkalk; ebenso bestand
daraus das Baumaterial. Erst bei Hsin-tien wurden zu letzterem nur Sandsteine verwendet.
Zugleich zeigten sich im Westen lange Gehänge mit horizontalen Schichtungslinien. Sie
gehören einer mächtigen Sandsteinformation an, welche über den Kohlengebilden des
südlichen Shansi liegt.
Erst dicht vor Tai-yüen-fu verlässt man den Loss und tritt hinaus in verhältnissmässig
ebenes Land. Aber der Boden, auf welchem die Hauptstadt von Shansi steht, fällt noch
immer schwach nach Süden ab. Der nördliche Theil der Stadt ist trocken; der süd-
liche und westliche sind feucht.
ÜBERSICHT DER FORMATIONEN IM NÖRDLICHEN TSHILI UND SHANSI.
Gegenüber dem bunten Formationsbild, das uns die Umgegend von Peking
zeigte, sind es nur wenige Elemente, aus denen die Landstriche im Norden des
Nankóu-Gebirges und im Westen von der Mulde von Tshai-tang zusammengesetzt
sind. Wir betrachten sie unter den folgenden Gruppen:
1. Krystallinische Schiefer. — Die westlichsten Vorposten des grossen
Verbreitungsgebietes krystallinischer Schiefer, das wir in den Umgebungen des
Gelben Meeres kennen lernten, fanden wir bei Yung-ping-fu im östlichen Tshili (S. 122)
und in dem Gebirgsland von Shantung. Typische Glimmergneisse mit einem wenig
wechselnden Streichen von NNW nach SSO, von Gängen von Quarz und Pegmatit
durchsetzt, herrschten dort und in ganz Schongking weitaus vor. Im östlichen Shan-
tung kamen dazu ebenso streichende Glimmerschiefer, ausserdem aber eine mäch-
tige, wesentlich aus Glimmerschiefer und krystallinischem Kalk aufgebaute Formation,
welche stratigraphisch und tektonisch von SW nach NO streicht.
In den Umgebungen von Peking hatten wir keines dieser Gesteine zu ver-
zeichnen. Dagegen haben in dem zuletzt betrachteten Gebiet krystallinische Schiefer
theils als selbständige Gebirgsbildner, theils als Unterlage anderer Formationen, eine
bedeutende Verbreitung. Es sind aber nicht die uns von den Küstengebirgen des
Gelben Meeres bekannten Gneisstypen; wir befinden uns gewissermaassen vor einer
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