国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0411 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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welcher fast ganz aus Gneiss zusammengesetzt ist. Hier wechseln Glimmergneiss
und Hornblendegneiss, oft in dünnen Lagen. Sie treten in vielfachen Abänderungen
auf. Vorherrschend sind graue Farben, bei mässig feinem Korn. Dazwischen aber
lagern rothgefärbte, grosskrystallinische Varietäten, meist mit geringer Regelmässig-
keit in Hinsicht auf Mächtigkeit und Begrenzung der Schichten. Die grauen Gesteine,
gleichviel ob sie Glimmer oder Hornblende enthalten, sind in den höheren Theilen
granatenführend. Während in den oben genannten Randgebirgen des Plateau's die
Schichten zusammengefaltet sind, lagern sie hier in flacher Ausbreitung. Das
Gesammtstreichen wird durch die Richtung des Gebirges (SW—NO) angezeigt. Doch
senkt sich die Formation gleichzeitig sanft nach Osten. Im Querschnitt gibt sich
eine gewölbartige Anordnung zu erkennen, indem die Schichten sich an beiden
Flanken des Gebirgs gegen den Fuss desselben hinabneigen, wie das Profil Fig. 77
zeigt.
Analog ist die petrographische Entwickelung und Tektonik der Gneisszone am
Nordabhang des Wu-tai-shan (S. 364 und Taf. IV Fig. 1). Auch hier bilden die Schich-
ten ein flaches, von SW nach NO streichendes Gewölbe, indem sie in der Mitte hori-
zontal liegen und am Nordwestabhang unter 45° nach NW, weiter südlich aber nach
SO, gegen das Innere des Gebirgs hin, einfallen. Rother, dickschichtiger Glimmergneiss
herrscht am Boden der Schlucht des Ngo-shui vor; aber wenn man südöstlich die
hangenden Schalen des Gewölbes verquert, folgt erst Hornblendegneiss, darauf Horn-
blende-Glimmergneiss mit Granaten. Dann gelangt man zu anderen Schichten, welche
aus Hornblendeschiefer mit und ohne Granaten, Chloritschiefer etc. bestehen, die
wir zu den Wutai-Schichten rechnen.
Das letzte Vorkommen von Gneiss ist an dem steilen Nordgehange des Hsi-
tshóu-shan (S. 371). Es fehlen mir Aufzeichnungen über den petrographischen
Charakter desselben. ¹)
Die Gneisse unseres ganzen Gebietes haben somit, soweit ich sie kennen lernte,
das übereinstimmende petrographische Merkmal, dass diejenigen Abänderungen,
welche Chlorit und Hornblende statt des Glimmers enthalten, vorherrschen und den
Charakter bestimmen, aber mit Glimmergneissen von grauer und rother Farbe
wechsellagern. Ausserdem kommen körnige Gemenge von Feldspath und Quarz
mit wenig Glimmer vor, und in den höheren Theilen werden alle Abänderungen
granatenführend, zum Theil mit einem Uebergang in Granulit. Es scheint somit
dass wir es hier mit Einer grossen, zusammenhängenden Gneissformation zu thun
haben, welche sich von den Glimmergneissen der Umgebungen des Gelben Meeres
unterscheidet. Insbesondere fehlen die dort so häufigen Uebergange in Gneiss-
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