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0412 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 412 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

granit, welchen ich aus unserem ganzen Gebiet nicht kenne. Dazu kommt das
tektonische Merkmal, dass das Streichen der Schichten und der daraus bestehen-
den Gebirge, mit localen Abweichungen, zwischen SW—NO und WSW—ONO ist,
während dort die Schichtung NNW—SSO streicht, und nur in den Gebirgen und in
örtlichen Stauungen der Schichten die zweite Richtung, WSW—ONO, zur Geltung
kommt. Auch fanden wir dort den Gneiss überall steil zusammengefaltet. Hier
dagegen ist er vom Wu-tai-shan bis Hwai-ngan-hsien flach ausgebreitet und bildet
wenigstens an zwei Stellen flache, von SW nach NO streichende und sich sanft
nach NO senkende Gewölbe, während er erst nordwestlich von Hwai-ngan, in den
Randgebieten gegen die Mongolei, in steileren Falten zusammengeschoben ist,
deren Winkel 40 bis 55 Grad betragen.

Dieser Umstand einer weit weniger gestörten Lagerung gibt, wenn man ihn
in seinem allgemeinen Verhältniss zur tektonischen Geschichte des nordöstlichen
China betrachtet, ein drittes Argument, um die in Rede stehende Gneissformation als
eine selbständige derjenigen von Shantung und Shöngking gegenüberzustellen und
ein jüngeres Alter für sie anzunehmen. Eine Stütze erhält die Annahme in der
Erwägung, dass in den letztgenannten Provinzen die Sinische Faltungsrichtung
jünger ist als diejenige des Urstreichens des Gneiss, daher ein Gebilde, das nur
von ersterer betroffen wurde, jünger sein sollte, als ein solches, welches von beiden
beeinflusst worden ist. Einen sichereren Anhalt aber gewährt das Verhältniss der
Lagerung des Chlorit-Hornblende-Gneiss zu den Wutai-Schichten.

Ich werde daher die Gneissformation im nördlichen Tshili und Shansi unter
dem Namen Sangkan-Gneiss nach dem Sang-kau-hö, in dessen Flussgebiet
sie am meisten verbreitet ist, als eine jüngere Formation von dem Shantung-
Gneiss unterscheiden.

Es ist bemerkenswerth, dass dem Sangkan-Gneiss Einlagerungen von krystalli-
nischem Kalkstein gänzlich fehlen. Das erhebliche Auftreten magnesiareichcr Mine-
ralien würde sonst eine Analogie mit der Formation des King-sun-shan (S. 218, 221)
begründen, welche ebenfalls nur von den Sinischen Faltungen betroffen worden ist.
Aber in ihr hatten wir, wenigstens gegen den oberen Theil hin, sehr mächtige
Einlagerungen, und schliesslich ein Alleinherrschen, von krystallinischen Kalken.

2. Wutai-Formation. — Meine Beobachtungen über die sehr mächtige
Reihe von Sedimenten, welche wir unter diesem Namen zusammenfassen, sind oben
(S. 363 bis 369) bei Beschreibung des Wu-tai-shan, dessen grössten Theil sie auf-
bauen, mitgetheilt. Charakteristisch sind: die grüne Farbe der meisten thonigen
Gesteine, welchen der Hauptantheil zufällt; die Wechsellagerung mit Quarziten,
verhärteten und von Feldspathkrystallen erfüllten thonigen Sandsteinen und Conglo-
meraten von Quarzgeröllen; das Fehlen von Glimmergesteinen und von Kalkstein.
Chlorit oder Hornblende sind in einigen Schichtgruppen als wesentliche Bestand-
theile ausgeschieden und zuweilen von Granaten begleitet. Ausserdem ist als ein
charakteristisches und sehr leicht wiederzuerkennendes Formationsglied ein dünn-
schichtiger Quarzsandstein mit Zwischenlagen von Magneteisenstein zu bezeichnen.