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0418 China : vol.2
China : vol.2 / Page 418 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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TEKTONIK.

Wie die Nordgebiete von Tshili und Shansi hinsichtlich des im Eingang dieses
Capitels beschriebenen Einflusses der atmosphärischen Ablagerungen auf die Plastik
des Bodens den Uebergang zwischen weiten Länderstrecken bezeichnen, die sich in
Beziehung auf Oberflächenformen, klimatische Verhältnisse und Existenzbedingungen
des organischen Lebens ganz verschieden verhalten, so nehmen sie auch in dem
Bau ihres Gebirgsgerüstes eine eigenthümliche Zwischenstellung ein: denn wir
befinden uns hier an der Grenzscheide zwischen Landstrichen, deren jeder mehr-
fache Besonderheiten in der tektonischen Entwickelung darbietet.

Schliessen wir den Südrand der Mongolei in die Betrachtung ein und denken
wir uns die aus fortwachsendem Steppenboden, durchrissenem Löss und alten See-
Ablagerungen bestehende Decke jüngster Gebilde hinweggehoben, so bleibt ein
Skelett, welches sich in grossen Zügen gliedert. Das Becken von Ta-tung-fu,
welches jetzt den Charakter einer ausgedehnten Einsenkung hat, würde als eine
weite und wahrscheinlich zu grosser Tiefe niedergehende Trennungskluft erscheinen.
Westlich würde sie von einer geradlinig von SSW nach NNO streichenden Steil-
mauer begrenzt sein, von deren Höhe der jetzt sichtbare Abfall des Hwang-hwa-shan
gegen die Hochebene vermuthlich nur ein schwaches Bild gibt. Von Osten her
würden die krystallinischen, vielleicht zum Theil von Sinischen Gebilden bedeckten
Ketten, durch tiefe Thäler getrennt, sich gegen den Fuss dieser Mauer herab-
senken. Die letztere bildet die Grenzscheide zwischen Landstrichen von verschie-
denem Bau. Ihre First ist der Stirnrand eines aus Juraschichten aufgebauten
Plateau's von ungefähr 6000 Fuss Meereshöhe, welches sich gegen Westen hin
ausbreitet, während östlich von ihr sehr alte Formationen zu einem Rost von mehr-
fach mit einander verbundenen Ketten angeordnet sind, welche im Wesentlichen
der Streichrichtung WSW—ONO bis SW—NO folgen. Es ist der Gebirgsbau der
Umgebungen von Peking, welcher in diesem Theil fortsetzt. Im Norden wird die
Anordnung durch einen Ueberguss vulcanischen Materials verwischt, welcher an
dieser Stelle den Uebergang zur Mongolei vermittelt. Verfolgen wir den Ketten-
rost gegen Süden und Südwesten, so gehören ihm noch der Man-töu-shan, der
Wu-tai-shan und der Hsi-tshöu-shan bei Han-tshön an. Gegen Süden endigt er
mit dem letzteren: gegen Südwesten, wie es scheint, mit den Ausläufern der