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0420 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 420 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

erfahren; denn sie sind von deren Schichtgebilden horizontal überlagert. Die Fal-
tungen bestanden ebenfalls schon in derselben Periode, scheinen aber später noch
von Stauungen und anderen tektonischen Umwandlungen betroffen worden zu sein;
denn in ihrem Bereich ist die Lagerung der Sinischen Formation gestört.

Die grünen Schiefer der Wutai-Formation sind auf der ganzen Linie
unserer im Detail beschriebenen zwei grossen Durchschnitte (von Peking nach dem
Plateau der Mongolei, und von diesem nach Tai-yuèn-fu) auf den hohen Wu-tai-
shan beschränkt und befinden sich hier unter sehr merkwürdigen Lagerungsverhal-
nissen. Fassen wir, um die letzteren zu verstehen, noch einmal übersichtlich die
im vorigen Capitel (S. 327) betrachtete tektonische Rolle des Nankóu-Gebirges in's
Auge. Wir fanden, dass dasselbe nach dem Ende der Sinischen Periode einen
von O 30° N nach W 30° S streichenden Continentalrand bildete, so zwar, dass
nordwestlich davon auf dem Boden des alten Continentes die Schichtmassen der
Sinischen Formation in plateauartiger Ausbreitung liegen blieben und bis zum Ende
der Triasperiode von marinen Ablagerungen nicht mehr bedeckt wurden, während
im Südosten durch eine Reihe von Perioden, und mindestens von der des Kohlen-
kalkes an, eine mächtige Folge von Gebilden aus dem Meer abgesetzt wurde und
erst in dem Zeitalter des Unteren Jura mit Porphyrausbrüchen abschloss.

Der Bau des Wu-tai-shan zeigt, dass diese wichtige geologische Scheide, deren
grosse Bedeutung noch heute in den verschiedensten Verhältnissen erkennbar ist,
schon in einer der Sinischen Periode lange vorhergehenden Zeit vorgebildet war.
Denn gegen das flache Gneissgewölbe, welches wir im nördlichsten Theil dieses
Gebirges durchschnitten, wurde, wie gegen einen festen Wall, die mächtige Masse
der Ablagerungen der Wutai-Formation von Südosten her angepresst und in hohen,
überworfenen Faltungen aufgestaut. Dieses Verhältniss ist um so bezeichnender,
als weiter nordwestlich jede Spur derselben Formation fehlt. Ihre Entfernung von
dort durch Denudation kann desshalb nicht angenommen werden, weil die Sinischen
Schichten, welche doch der Abtragung zuerst hätten unterliegen müssen, vorhanden
sind und unmittelbar ohne Störung auf Gneiss lagern. Es bleibt daher nur die
Annahme übrig, dass die Wutai-Schichten sich nordwestlich von dem Gneissgewölbe
des Wu-tai-shan nicht niederschlugen, mithin dort schon zur Zeit ihres Absatzes
Festland war. Südöstlich von demselben hingegen muss der Boden hinreichend
tief versenkt gewesen sein, um die Ablagerung der sehr mächtigen Schichtenfolge
aus dem Meer zu gestatten.

Die horizontale Auflagerung der Sinischen auf den in hohem Grade gestörten
Wutai-Schichten beweist, dass der Process der Aufstauung der letzteren zu Anfang
der Sinischen Periode vollzogen war.

Die angedeuteten Verhältnisse habe ich in zwei Idealprofilen Fig. 2 und 3
auf Tafel IV., welche resp. durch das Nankóu-Gebirge und den Wu-tai-shan ge-
legt sind, anschaulich zu machen gesucht. In ersterem kommen Gneiss und Wutai-
Schichten in der Gegend des Umbiegungsrandes nicht zu Tage; doch ist ihre
Existenz in der Tiefe wahrscheinlich. Ein der Beobachtung unmittelbar zugang-