国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF グラフィック   日本語 English
0423 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 423 ページ(白黒高解像度画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000260
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

licher Unterschied zwischen beiden Profilen besteht in dem Aufbau der Sinischen
Formation. In dem Durchschnitt des Nankóu-Gebirges besitzt dieselbe ihre volle Ent-
wickelung, von den tiefsten Sandsteinen, welche bei Hwai-ngan-hsien auf Gneiss
lagern, durch eine mächtige Reihe kalkig-kieseliger Tiefseegebilde hindurch, bis
hinauf zu den globulitischen Kalken. In demjenigen des Wu-tai-shan hingegen
lagern die letzteren unmittelbar auf Gneiss und Wutai-Schichten; es fehlt daher
die ganze untersinische Gesteinsreihe. Dies lässt sich nur dadurch erklären, dass
der südwestliche Theil des im Nordwesten des Continentalrandes gelegenen Gebietes
noch lange Festland blieb, als im Nordosten die Oberfläche des Gneiss bereits
mehrere tausend Fuss unter dem Sinischen Meeresspiegel lag, und erst in der
obersinischen Periode eine allgemeine Versenkung die gleichmässige Ausbildung
der globulitischen Kalke herbeiführte. Dies ist in dem dritten Idealdurchschnitt
[Fig. 4 auf Taf. IV] dargestellt.

Während der ganzen Sinischen Periode war südöstlich von der Linie des Nankóu-
Gebirges und des Wu-tai-shan tiefes Meer. Wo immer wir dort die Sinischen
Gebilde kennen, sind deren untere Theile entwickelt. Dies gilt für die Südost-
gehänge des Wu-tai-shan selbst (s. S. 369).

Am Schluss der Sinischen Periode wurde der Continentalrand durch eine Hebung
wieder hergestellt und blieb mindestens bis zum Ende der Triasperiode bestehen. In
dieser langen Zwischenzeit, in welcher sich südöstlich vom Nankóu-Gebirge die mäch-
tigen Schichtmassen der Mulde von Tshai-tang ablagerten, scheint die Denudation auf
dem Festland viele wesentliche Züge der heutigen Oberflächengestalt geschaffen zu
haben. Denn als noch einmal eine Versenkung unter das Meer eintrat, setzten
sich die jurassischen Kohlengebilde in den Vertiefungen ab; wir fanden ihre Reste,
als die einzigen nachsinischen Sedimente, theils dem Gneiss, theils den tiefsten
und theils den höchsten Sinischen Schichten aufgelagert, je nachdem diese ganz
oder in geringerem Grad abgetragen worden waren. Die Verbreitung der kohlen-
führenden Schichten von der genannten Altersstufe muss damals eine sehr allgemeine
gewesen sein, und wenn sie auch nachher am ersten der Erosion unterlagen, so
werden sie sich doch vermuthlich noch an zahlreichen Stellen unter der Lossdecke
nachweisen lassen.

Die Hebung aus dem Meer in der Juraperiode betraf das gesammte Land
zu beiden Seiten der Linie des Nankóu-Gebirges und scheint, wie wir oben
bemerkten, mit den Ausbrüchen der Porphyre in Zusammenhang gestanden zu
haben. Diese selbst geschahen noch untermeerisch, wie es ebenso die Conglo-
merate bei Tshai-tang (S. 321), als die porphyrischen Sedimente bei Puu-ngan-tshön
(S. 344) beweisen. An ersterem Ort lernten wir die Dislocationen kennen, mit
denen sie verbunden waren. In unserem jetzigen Gebiet waren ihre Ausbrüche
ebenfalls von solchen begleitet. Ihr Vorkommen bei Puu-ngan ist an einer Ein-
bruchsstelle; die im Uebrigen wenig gestörten Sinischen Kalke fallen in der ganzen
Umgebung unter sehr steilen Winkeln ein, und auch die kohlenführenden Schichten
sind stark geneigt. Manche andere Dislocation mag dieselben Ereignisse begleitet
v. Richthofen, China. II. 25