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0430 China : vol.2
China : vol.2 / Page 430 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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1) und 2) behandelten Gegenden. Der geologische und der orographische Bau
stehen in ihnen in eigenthümlichem Verhältniss. Denn während man bei der im
Allgemeinen horizontalen und plateau-artigen Ausbreitung der Schichten der Sini-
schen Formation erwarten sollte, auch in der äusseren Plastik des Bodens den
Plateau-Charakter wiederholt zu finden, sehen wir die Schichtgebilde in ungefähr
parallele Höhenzüge aufgelöst und durch weite Thalbecken von einander getrennt.
Da jene, ebenso wie diese, gleiche Richtung mit dem Streichen der Gewölbe und
gefalteten Stauungen des Gneiss haben, so liegt es nahe, ihre Existenz in Verbindung
mit Bewegungen zu bringen, welche in der Structur der Gneissunterlage ihren Sitz
haben und eine Berstung der Kalke nach parallelen Linien zur Folge hatten.
Berücksichtigt man ferner die Thatsache, dass die tiefsten Sinischen Sandsteine
bei Hsi-ying-tsʻê ungefähr 5000 Fuss hoch liegen, bei Hwai-ngan-hsien sich gegen
3000 Fuss tiefer befinden, und bei Fan-shan-pu, dessen Meereshöhe 2400 Fuss ist,
wenigstens 2000 Fuss unter den daselbst anstehenden Schichten lagern müssen¹),
so ist es klar, dass sie in einem von NW nach SO gerichteten Durchschnitt nach
und nach in ein tieferes Meeresniveau hinabrücken. Mehrere Umstände sprechen
dafür, dass dies staffelförmig geschieht, und die einzelnen, wahrscheinlich ziemlich
zahlreichen und einander parallelen Staffeln eben so viele Verwerfungen bezeichnen,
sowie dass in der Regel die Schichten einer Staffel nach Süden sanft ansteigen
und an einer Firstlinie entweder mauerartig abgebrochen, oder steil umgebogen
sind. Wir werden ähnliche Systeme gleichsinniger paralleler Verwerfungen im
südlichen Shansi, insbesondere am Weg von Ping-ting-fshön nach Tshonn-ting-fu,
mit grosser Bestimmtheit nachweisen. Wie dort die Steilabbrüche nach Osten
gerichtet sind, so kehrt hier, auf dem ganzen Weg von Tshai-tang bis in die
Mongolei, jedes Gebirge seine Steilseite nach Süden, die flacheren Gehänge nach
Norden.

Wie weit diese gleichsinnigen longitudinalen Verwerfungen in dem
Gebirgsbau der Mongolei vorhanden sind, lasst sich nicht ermessen. Von Hsi-ying-
tsʻê an gegen Südost lassen sie sich aber verfolgen. Gegen den Tshing-shan steigen die
Schichten an, um durch den steilen Südostabfall desselben abgeschnitten zu werden.
So weit ich die Umrisse der folgenden, im Norden des Tung-Yang-ho gelegenen
Gneissketten sah, stürzt jede derselben steil nach derselben Richtung ab. Die
bedeutendste Verwerfung fällt in die Linie des südöstlichen Fusses jenes hohen
Gebirgswalles, welchen Pumpelly als Barrier-range bezeichnete, und wird durch das
Thal des Nau-Yang-ho bezeichnet. Die Gneisse, welche nördlich von diesem Fluss
noch einen hohen, schroff abfallenden Gebirgszug bilden, befinden sich an der
Südseite sehr tief und sind von den untersten Sinischen Sandsteinen überlagert.
Es ist beachtenswerth, dass die nordöstliche Verlängerung der Scheidelinie in ein sol-