国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0432 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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denn die beiden genannten befinden sich an den Stellen, wo die grosse transver-
sale Bruchspalte von den beiden augenfälligsten unter den longitudinalen Verwer-
fungen gekreuzt wird.
Wenden wir uns nun zu der Betrachtung der grossentheils einander parallelen
Thalbecken, so geben die gleichgerichteten longitudinalen Bruchspalten und gleich-
sinnigen staffelförmigen Verwerfungen, verbunden mit den Querspalten und den Kessel-
einbrüchen, hinreichenden Anhalt, um die erste Veranlassung zu ihrer Bildung zu
erklären. Da wir die Entstehung des Continentalrandes im Nankóu-Gebirge in das
Ende der Sinischen Periode zu versetzen hatten, so dürfte auch seitdem die Nei-
gung zu dem staffelförmigen Absinken gegen diesen Rand hin vorhanden gewesen
sein. Schon während der langen darauf folgenden Festlandsperiode, die bis zur
Jurazeit dauerte, konnten daher, zugleich mit der Abtragung unendlicher Massen
der Sinischen Schichten, die den Bruchlinien folgenden Gewässer grosse Thalwei-
tungen ausfurchen. In der Juraperiode wurden die letzteren mit Ablagerungen
erfüllt, und es waren nun zunächst diese bis auf die geringen übriggebliebenen
Reste hinwegzuführen. Dann konnte die zerstörende Arbeit an den festen kieseligen
Kalken langsam weiter fortschreiten.
Wenn es somit nicht an Zeit für die Herstellung der grössten Erosionswirkungen
und nicht an einer Ursache für den Parallelismus der ausgehöhlten Thäler fehlt,
so bleibt damit doch noch eine Erscheinung unerklärt, nämlich die Tiefe und
Abgeschlossenheit der Becken. Betrachten wir dasjenige von Hwai-lai. Es liegt in
der Gegend der Interferenz der grossen Querspalten und der mehreren Längsspalten. Daher
durchschneidet es die parallelen Höhenzüge, lässt ebenes Land an die Stelle treten,
wo diese fortsetzen sollten, und sendet seitliche, longitudinale Ausläufer zwischen die
Kalksteinketten hinein. Die Art wie die letzteren unter die See-Ablagerungen hinab-
sinken, deutet an, dass diese einen tiefen Kessel ausfullen. Derselbe ist in der Südfront
durch das Nankóu-Gebirge abgesperrt, und es kann kaum angenommen werden,
dass der See, welcher hier früher bestand, jemals einen Abfluss durch dieses Gebirge
in tieferem Niveau gehabt hat, als der jetzige Sang-kan-hô. Aehnlich verhält es sich
mit dem Becken von Hsüen-hwa-fu, dessen Boden weit unter der Höhe des Abflusses
liegen muss. Sehr deutlich scheint das gleiche Verhältniss bei dem Becken von
Hwai-ngan-hsien obzuwalten, und dasjenige von Shönn-tsing-pau hat jetzt noch keinen
Abfluss. In entsprechender Weise scheinen alle anderen Becken tiefe Aushöhlungen
zu sein.
Wir werden derselben Erscheinung in China nur innerhalb der Lossregionen
begegnen. Sehen wir uns in anderen Ländern, und zwar nu in solchen, wo die
mechanische Wirkung von Gletschereis, ebenso wie hier, ausser Frage steht, nach
analogen Fällen um, so finden wir sie vor Allem in den continentalen Central-
gebieten. Pumpelly hat sie aus der Mongolei beschrieben, und ich habe die
Allgemeinheit der Erscheinung in Central-Asien angedeutet¹). In grosser Aus-
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