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0444 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 444 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

man schon 2000 Fuss über Yu-tai. Noch höher liegt das Dorf Hsiau-kön, von wo sich
eine gute Umschau bietet. Tief zu Füssen, im Süden, sieht man das grüne Thal mit
seinen zahllosen Dörfern und grossen Städten, von Millionen von Menschen bewohnt.
In seine zeichnet sich darin der Hwang-hö; dahinter steigen die Lössterrassen an,
und in schwachen Umrissen erscheinen am Horizont die Sung-shan-Ketten. Eine Anzahl
kleiner Flüsse, die vom Tai-hang-shan kommen, winden sich dem Hwang-hö zu. Seit-
lich nach Osten und Westen, ziehen die schroffen, ausgezackten Profillinien der Abfälle
der einzelnen Rücken von der Höhe nach der Ebene hinab, und in tiefen Schattirungen
markiren sich die Felsschluchten, durch welche sie getrennt werden. Am auffallendsten
war für mich der Blick nach Norden. Ich glaubte ein Gebirge erstiegen zu haben, von
dem es jenseits wieder hinab gehen würde. Statt dessen hatte ich ein Plateau erreicht,
vielfach durchschnitten und durchfurcht, aber doch ein ganz charakteristisches Plateau,
mit nur wenig darüber aufragenden Gipfeln. Der Weg führt auf einer Rippe desselben
fort. Links und rechts sind tiefe schluchtenartige Thäler, die ihre Zweige weit hinein in
die Rippe senden, bis sie sich oben stellenweise beinahe begegnen. Von der Scheide
auf der wir gehen, sieht man oft tief hinab in die Schluchten, deren mit Löss bekleidete
Wände amphitheatralisch terrassirt sind.
Auch der Gesteinsaufbau entspricht einem Plateau. Denn die Schichten sind in regel-
mässiger Folge im Grossen und Ganzen söhlig aufeinander gelagert. An allen Gehängen,
bis in grosse Fernen, sieht man die horizontalen Bänder der festeren unter ihnen hervor-
treten. Auf den Höhen walten die Formen von Terrassen und Castellen, ähnlich wie wir sie
in den beinahe ungestört gelagerten Schichtgebirgen südlich von Tsi-nan-fu fanden ¹). Nur
der letzte Theil des Abfalls gegen die Ebene nimmt an dem horizontalen Bau nicht Theil.
Es erweist sich hier durch eine wellige Lagerung, dass das Plateau nicht mit einer Ver-
werfung, sondern mit einer Umbiegung der Schichten sein Ende erreicht. Diese neigen
sich zuletzt in die Ebene hinab und tragen die Kohlengebilde von Hwai-king-fu, welche
mit den Ablagerungen, denen wir auf der Höhe begegnen werden, indentisch sind. Aus
der Darstellung dieses Verhältnisses auf Fig. 82 ist ersichtlich, wie man bei dem Aufstieg
aus dem Hangenden nach dem Liegenden fortschreitet. Das erste anstehende Gestein,
das man 11/4 g. M. von Yu-tai trifft (die untere 3 des Profils), besteht in röthlichen
Schieferthonen und grauen Sandsteinen; dann folgen dunkelgraue Kalksteine mit schwarzen
Hornsteinkauern (2), wie wir sie am Tempel Yüen-shan-sz' (S. 403) angetroffen haben
und bei Tai-yang näher kennen lernen werden; darauf kommt ein mächtiges System von Sand-
steinen und Schieferthonen, zu oberst von bunten Farben, nach unten grau, welche ich
für identisch mit den zuerst beschriebenen Schichten (3) halte; darin sind lange Reihen ver-
lassener Kohlengruben, auf deren Halden ich Anthracit in kleinen Stücken fand.
Das Streichen wechselt, aber das Fallen ist wesentlich südlich, mit Neigungen bis 40°.
Höher hinauf kommt man abermals zu dem Liegenden der Kohlenschichten. Hier zeigt
sich der ganze Wechsel von Kalksteinen, Sandsteinen und Schieferthonen, auf welchem
der Yüen-shan-Tempel steht. Darüber folgt im Liegenden schwärzlich-grauer, splitteriger
Kalkstein (1) ohne Versteinerungen, mit 8° südlichem Fallen. Noch weiter nach dem Lie-
genden vorschreitend erreicht man endlich unweit des Tempels Kwan-wan-miau (20 li
von Yu-tai) den Punkt, wo die Schichten nach Norden umbiegen. Sie fallen 4—5° nach
dieser Richtung. Die tiefsten Kalke haben hier krystallinisches Gefüge. Nun geht es
wieder in das Hangende in umgekehrter Richtung. Es folgen zunächst
Die grauen splitterigen Kalke (ins Profils inbegriffen).
2) Der bunte Wechsel der Schichten von Tai-yang, aus Sandsteinen, Schiefer-
thonen und Kalksteinbänken zusammengesetzt. Hier enthalten die Thone häufig
Knauern von Eisenerz; auch kommen gelbe Dolomite und Griffelschiefer vor,
die grosse Sandsteinkugeln umschliessen. Darüber folgt
3) ein mehrere hundert Fuss mächtiges System von rothen, grünlichen und grauen
Sandsteinen mit Schieferthonen. Auf diesen Schichten steht das Dorf
Hsiau-kön (40 li von Yu-tai); ob Kohlengruben früher vorhanden waren, habe ich
nicht beobachtet.
Hier scheint eine Verwerfungskluft niederzusetzen; denn es erscheinen in geringer räum-
licher Ausdehnung: