National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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zerstreut sind. Schon bei Tai-tié beginnen unmittelbar über dem Kalkstein mit Horn-
steinknauern alte Halden in grosser Zahl. Die Gruben, von denen sie stammen, waren
offenbar auf die Ausgehenden der verschiedenen Flöze angelegt, und man arbeitete wahr-
scheinlich auf jedem so lange als man die Concurrenz mit den anderen Gruben auszu-
halten vermochte. Die Kosten wuchsen selbstverständlich, unter sonst gleichen Verhält-
nissen, bei mächtigeren Flözen weniger als bei dünneren; und so kommt es, dass man
nach und nach alle Arbeit mit Ausnahme derjenigen auf dem Haupt-Flöz eingestellt hat.
Dieses zeigt zwar, wo es entlang dem Abhang ausbeisst, nur eine Mächtigkeit von 3 bis
4 Fuss, wächst aber nach dem Inneren des Berges bald zu 20 bis 30 Fuss an, und diese
Zahlen können als die Norm für das Flöz angesehen werden. Dasselbe besteht aus einem
vorzüglichen Anthracit von grosser Härte und Festigkeit, welcher ein etwas lamellares
Gefüge, ganz schwarze Farbe und einen halb muscheligen, halb eckigen Bruch hat. Reich-
lich zwei Drittel der Kohle wird in Stücken von 1 bis 2 Kubikfuss gefördert und zu 40
bis 50 tién für 100 kin (M. 2,50 bis 3 für die Tonne von 1655 kin) verkauft. Die
Würfelkohle wird zu dem geringen Preis von 2 tién für einen Korb von ungefähr 20 kin,
oder 10 tién für den Picul M. 0,62 die Tonne, hergegeben und dient für den häuslichen
Bedarf der Bewohner des nächstliegenden Ortes. Sie wird von Kindern, die zwei Körbe
an einem Bambusstab tragen, abgeholt. Die Stückkohle geht nach Tsing-hwá, wo sie um
den zehnfachen Preis, nämlich 400 tién für 100 kin, verkauft wird. Dass sie dennoch
mit der Kohle von Li-fóng concurriren kann, verdankt sie theils ihrer besseren Beschaf-
fenheit, theils ihrer grösseren Festigkeit, welche bei den örtlichen Transportmitteln ein
wesentlicher Factor für die Erleichterung der Fortschaffung ist.
Das Grubenfeld ist so reichhaltig, dass man hier von Besitzverhältnissen unter Grund
nichts weiss. Der Bergbau ist gänzlich freigestellt; nur erfordert die Convenienz, dass
man seinen Stollen oder Schacht nicht gerade dort anlegt, wo bereits eine Grube existirt.
Am Tshing-pu-shan sind die Verhältnisse sehr einfach. Die Arbeiter wohnen in einem
oder zwei kleinen Häuschen; daneben ist der Eingang des Stollens, welcher mit einem
Gefall von ungefähr 3° dem Flöz folgt. Ich fuhr in die Hauptgrube ein. Der Stollen
war schlangenförmig gewunden und im Anfang zum Theil so niedrig, dass ich hindurch-
kriechen musste. Er folgt einer Lage schwarzer Schieferthone, in denen allmälig das
Flöz einkommt. Erst in einer Entfernung von 400 bis 500 Fuss wächst die Mächtigkeit
zu 15, dann zu 20 und 30 Fuss an. Grosse Räume sind ausgearbeitet, und nur einzelne
Pfeiler sind stehen gelassen. Die Wetter entweichen durch einen Schacht; doch ist die
Temperatur sehr hoch. Die Beleuchtung geschieht mit kleinen messingenen Grubenlampen,
die Förderung wird auf kleinen Schlitten besorgt.
Der Schiefer im Hangenden des Flozes führen viele Pflanzenreste, besonders Farn-
wedel; doch ist die milde Beschaffenheit des Gesteins der Erhaltung nicht günstig. Ich
sammelte einige Stücke, welche, nach Prof. Schenk's Bestimmungen, die Zugehörigkeit
der Schichten zur Steinkohlenformation erweisen.
Von Tai-tié begab ich mich nach dem 10 li entfernten und 10 li südwestlich von
Tió-tshiw-fu gelegenen Dorf Nan-tsun, einem berühmten Ort für Eisengusswaaren. Er
liegt in einem mit Löss angefüllten Becken. Die Kohle wird hier von Gruben bezogen,
welche 10 li westlich, am Ostabhang eines langen Rückens, und ungefähr 500 Fuss über
Nan-tsun liegen. Die einzige Grube, welche ich besuchte, wird durch einen Saiger-schacht
von 300 Fuss Tiefe abgebaut. Das Flöz, welches offenbar die Fortsetzung des Haupt-
flozes vom Tshing-pu-shan ist, hat eine constante Mächtigkeit von 30 Fuss. Darüber waren
alle Angaben übereinstimmend. Es standen jetzt drei Gruben in Betrieb; viele andere
fand ich verlassen. Der Anthracit ist von derselben Beschaffenheit wie an dem vorher
beschriebenen Ort, aber von noch grösserer Festigkeit, und wird daher fast nur als Stück-
kohle gewonnen. Die Förderung geschieht vermittelst eines Haspels, der von 8 Mann
bedient wird. Der Förderkorb enthält 200 kin. Es wurden täglich auf der einen Grube
320 Körbe oder 64000 kin (39 Tonnen) gehoben. Gegen 80 Ochsenkarren standen
bereit, um zu laden. Jeder fährt, wenn er an die Reihe kommt, an den Schacht, nimmt
den Inhalt von zwei Förderkörben 400 kin auf, welche unmittelbar in den Wagen ge-
leert werden, und fährt ab. Schon auf dem Weg nach der Grube war ich daher in
regelmässigen Zwischenräumen den mit Kohle beladenen Wagen begegnet. Auf der Grube
waren 100 Arbeiter beschäftigt. Die Lohnung ist gleichmässig für Jeden 100 tién (37½
Pfennig), wobei keine Kost gegeben wird. Der Preis der Kohle beträgt 30 tién für den
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