National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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setzen und überall vorkommen müssen, wo die Einschnitte tief genug hinabreichen. Dies ist
unmittelbar an unserem weiteren Weg nicht der Fall. Er führt in der engen Thalschlucht des
Yü-ki, der ein ziemlich starkes Gefäll hat, abwärts bis Twan-shö-tshün. Hier erreichen wir
den Tsin-hö und folgen erst für 40 li diesem abwärts, dann, von Tshing-tshwang aus, seinem
rechten Nebenfluss, dem Mêi-hö, aufwärts. In zahlreiche, seitlich herabkommende Schluch-
Wände sind fast vegetationslos, und mit grosser Deutlichkeit sieht man daher an ihnen
die Abbrüche der Schichten. Die mürben zerbröckelnden Thone (in 5 und 7) bilden
gringelig gefärbte, vertiefte Bänder, zwischen denen die Ausgehenden der härteren, dunklen
Sandsteine leistenförmig vorspringen. In regelmässigen Linien ziehen diese parallelen
farbigen Streifen unter sehr geringen Winkeln bald aufwärts, bald abwärts an den
Gehängen hin. Die Lagerung, welche am östlichen Plateaurand söhlig war, nimmt all-
mälig die Gestalt langezogener, sehr flacher Wellen an. Zugleich findet bis zum Tsin-
hö ein im Allgemeinen westliches, sehr geringes Einfallen statt, welches die höheren
Schichten nach und nach der Thalsohle näher bringt. Es stellen sich nun darüber neue
Schichten ein. Ueber den grünen Sandsteinen folgen:
9. Schieferthone und Sandsteine von vorherrschend rother Farbe.
Wahrscheinlich ist auch damit der höchste Theil der Schichtenreihe noch nicht erreicht.
In den Schluchten ist gewöhnlich der Fuss der Gehänge durch eine schmale, selten
sich verbreiternde Vorlage von Löss vom Thalboden getrennt, welcher nur ein Hauf-
werk von Sandsteingerölleu ist. Gerade wie in den Einschnitten des Kohlenplateau's von
Ta-tung-fu [s. oben S. 357], lagert der Löss stellenweise sehr mächtig, indem er die
flachen Nischen in den Gehängen ausfüllt und bis zu deren oberen Rand ansteigt. Auf
und in den niederen Theilen des Löss liegen die Dörfer. Zuweilen auch findet sich
eine verbreiterte Ablagerung von altem Schotter, der mit Sand und Erde bedeckt ist.
An solchen Orten ist der Bach zur Bewässerung abgeleitet, und es wird durch Weiden,
Pappeln und kleine Maulbeerbaumpflanzungen etwas Abwechselung geboten. Wenn man
die wenigen Felder sieht, welche jetzt im Mai ganz von der Mohncultur in Anspruch
genommen waren, so fragt man sich vergeblich, wovon die Bewohner ihre Existenz fristen
können, bis man es unternimmt, an einzelnen Stellen aus dem engen Thalgrund auf die
freien Höhen des Plateau's hinaufzusteigen. Denn hier findet man den Löss allgemein
verbreitet, und, wie immer, ist er trotz der bedeutenden Meereshöhe mit Feldern bedeckt.
Daher trifft man auch auf dem Plateau noch Dörfer, wo sich geschützte Stellen bieten.
Schon am Yü-ki sind die Sandsteinwände, welche unmittelbar 800 Fuss hoch über dem
Bach ansteigen, oben mit den gelben senkrechten Abbrüchen des Löss gekrönt. Weiter
westlich, am Mêi-hö, wo man sich im Thalboden selbst in einem höheren stratigraphischen
Niveau befindet, führt schon ein Anstieg von wenigen hundert Fuss nach den grösseren
Ausbreitungen des gelben Bodens. Zu unterst ist derselbe rothbraun und eisenreich.
Auch enthält er dort eisenhaltige Concretionen, ähnlich wie sie in manchem unvollkom-
menen Laterit vorkommen, hat aber im Uebrigen die poröse und capillare Structur,
daher auch verticale Absonderung. Darüber liegt reiner typischer gelbbrauner Löss mit
zahlreichen Schalen von Helix. So weit ich von den Höhen, die ich wegen der vorzüg-
lichen Jagd auf Steinhühner und Fasanen häufig bestieg, blicken konnte, sah ich nur die
sanften Formen, welche dem Löss eigen sind, mit Terrassenabfällen, tief eingerissenen
Schluchten u. s. w., und alle ebeneren Theile cultivirt. Allerdings ist zu erwarten, dass
die höheren Kuppen des Sandsteinplateau's frei von der Bedeckung sind. Die auf der fol-
genden Seite befindliche Figur gibt ein Bild dieser Verhältnisse. Es ist daraus ersichtlich,
dass die jetzigen Erosionsschluchten längst existirten, als die Ueberschüttung des Landes
mit dem lössbildenden Material stattfand, und dass dieses die Höhen ebenso wie die
Einschnitte bedeckte.
Fünfzehn li südöstlich von Tsin-shui-hsün vereinigt sich unser Weg mit dem wich-
tigen, wiewohl auch nur für Saumthiere gangbaren Verbindungsweg zwischen dem nörd-
lichen Hönan und dem Becken von Ping-yang-fu, den wir vorher [S. 401] als die erste
Strasse bezeichneten. Derselbe führt über Yang-tshing-hsün, und ich sammelte hier
einige Information über dieses Kohlenrevier. Der nächste Ort von unserem Wege,
wo die Kohle unter dem Sandstein durch die Schluchten aufgeschlossen wird, liegt 30 li
südöstlich von dem Dorf Ma-i. Es wird dort, bei dem Dorf Ji-tshü, ein vorzüglicher
Anthracit in grossen Blöcken von einem 20 Fuss mächtigen Flöz durch Schachte von
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