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0464 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 464 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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reiche Mühlen zu treiben. Ein Theil des von Süden kommenden Weizens wird in ihnen
gemahlen und als Mehl nach dem Norden weiter geführt. Um von hier nach Hö-tshöu zu
gelangen, hat man die ersten bedeutenderen Löss-Uebergänge, die aber den von Norden
Kommenden leicht erscheinen, zu bewältigen. Die Hohlwege sind bis über 200 Fuss tief
eingeschnitten. Stellenweise tritt der Löss nicht unmittelbar an den Fluss heran, indem
sich sanfter geformtes, aus einem Schichtenwechsel von cementirten Schotter und Sand
bestehendes Land dazwischen schiebt. Darauf liegt geschichteter, sehr kalkreicher See-
Löss mit ganzen Bänken von festem Lössmergel. Solche Stellen benutzt die Strasse, um
die Schwierigkeiten des Landlöss zu vermeiden. Selten nur tritt anstehendes, den Kohlen-
schichten angehöriges Gestein zu Tage. Zuletzt steigt man vom Löss nach dem Thal
von Hö-tshöu hinab.

3. Die Lösspässe Hsi-yau-ling und Han-hsin-ling. — Der Bach von
Hö-tshöu kommt vom Hö-shan herab, der im Osten hoch aufragt. Sein Bett ist breit und
mit Geröllen von Gneiss, besonders Hornblendegneiss, erfüllt. Aus diesem Ge-
stein scheint der südliche Theil jener Kette fast ausschliesslich zu bestehen.

Bald beginnt der Anstieg. Seine Länge wird zu 48 li, diejenige des Abstieges zu
12 li angenommen. Der Weg führt ganz auf Löss; aber von einzelnen Stellen blickt
man tief in die Schluchten hinab, und dann ziehen sich buntstreifige Schichtenent-
blössungen um ihre unteren Theile. Sie gehören der Steinkohlenformation an, wie
die an vielen Orten befindlichen Gruben beweisen. Man fördert in ihnen eine fast zu
Tage liegende, daher schlechte und mürbe bituminose Kohle, die zu 10 bis 30 tièn
für 100 kin verkauft wird. Der Löss ist, wo er diesen Gesteinen auflagert, röthlich
gefärbt, unrein, und reich an Mergelknauern, die mehrere Fuss Durchmesser erreichen;
zuweilen besteht er aus einem Agglomerat derselben. Stellenweise sind die Knauern in
Lagen angeordnet, und es entsteht dadurch eine scheinbare Schichtung. Je höher hinauf
gegen das Hangende, und je weiter weg von dem Grundgestein, desto freier wird der
Löss von diesen Beimengungen, und desto reiner treten seine Eigenthümlichkeiten hervor.
Wer den Charakter dieser Bodenart in China kennen lernen will, der sollte die beiden
in Rede stehenden Pässe sehen. Ich will auf die Einzelheiten hier nicht mehr zurück-
kommen. Doch mögen unter den mancherlei Skizzen, die ich von den Formen machte,
noch die folgenden Querschnitte hier Platz finden. Fig. 91 stellt einen ungefähr 100 Fuss
tiefen Hohlweg dar, der dicht an der Wand
eines gegen 500 Fuss tiefen Lössrisses ein-
geschnitten ist. Fig. 92 gibt ein Bild von
einer der häufigen Stellen, wo die Strasse,
um dem kürzesten Weg zu folgen, um das
Kopfende (a) eines Risses herumführt. Dicht
neben ihr hat dieser schon eine Tiefe von
50 bis 100 Fuss, und in ganz kurzer Ent-
fernung wächst sie zu mehreren hundert
Fuss. Bald wird die Strasse (c—d) von
ihrer jetzigen Lage verdrängt sein; denn
sie bildet sich vielleicht mitten in ihr ein
Lössbrunnen¹), durch welchen ein ferneres
Wachsen des Risses nach oben stattfindet.
Die Art und Weise, wie dasselbe vorsehrei-
tet, war deutlich an einer Stelle an der
Strasse von Lung-hwa nach Hing-yung-fu
ersichtlich, welche überhaupt die Eigen-
thümlichkeiten der Lössschluchten am gross-
artigsten zeigt. Von der Stelle (a in Fig. 93,
wo die Strasse lag, war das obere Ende eines
Risses bog, war eine Treppe von Quader-
steinen nach abwärts gebaut. Ihr Zweck
liess sich nicht mehr erkennen; denn nur die obersten acht Stufen waren wohlerhalen;
die neunte fiel unmittelbar und ganz senkrecht 150 Fuss tief ab.