国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0470 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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OCR読み取り結果
Kurz vor Wonn-shui-hsien setzt die Strasse auf einer Brücke über den Wonn-shui
(hier auch Sha-hô genannt), einen wasserreichen breiten Strom, der durch eine enge
Schlucht aus dem Gebirge tritt. Dort hinauf war ein besonders lebhafter Verkehr. Züge
von Kameelen und Packseln brachten Kohle herab. Die Gruben sollen sich von 70 bis
70 li von der Brücke aus erstrecken. Allein es macht sich hier eine Aenderung geltend.
Die Kohle ist weniger fest und von geringerem Glanz als von den weiter nördlich gele-
genen Gruben. Dies hängt vielleicht mit dem Wechsel im Gebirgsbau zusammen, der
nun eintritt. Denn auf dem Weg nach dem grossen, in fruchtbarer Gegend gelegenen
Wönn-shui-hsien sieht man den Plateauabfall von einem zackigen, wenigstens zu 2500 Fuss
über der Ebene aufsteigenden Gebirge, dem Shi-ksia-shan, überragt. Bald gewinnt man
die volle Ansicht von Süden. In scharfem Contrast erblickt man neben dem horizontalen
Schichtenanflau der buntgefärbten Plateaugebilde ein mächtiges System dunkel erschei-
nender Kalke, die aber durch gelbe Schichtenabbrüche ihre wirkliche Farbe verrathen, in
steiler Stellung aus dem Thal aufsteigen. Man ist geneigt, dies für ein weit älteres Schicht-
gebirge zu halten. Allein der weitere Verfolg rechtfertigt diese Vermuthung nicht. Der von
nordost nach Südwest gerichtete Gebirgsabfall ist zu Ende. In einer weiten Bucht erstreckt
sich die Ebene nach Westen hin. Da die Strasse quer über die Bucht führt, so konnte ich
nur aus der Ferne die Formen des Gebirgsabfalls in seinem westlichen Verlauf erblicken.
Wenn die älteren Formationen hier herrschend würden, so müssten die Formen mit
grösster Wahrscheinlichkeit den Charakter von gestörtem Gebirge tragen. Allein nach
der einen Unterbrechung verflachen sich die Höhenlinien wieder und zeigen denselben
Plateau-Bau an, wie wir ihn bisher sahen. Es fragt sich also, was die merkwürdige und
bedeutende Schichtenstörung zu bedeuten habe. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass die
Verlängerung der grossen Verwerfungsspalte von San-tiau-hô gerade an diesen Platz
fällt, d. h. dass das ihr entlang wallartig aufsteigende Gebirge Shi-ksia-shan die Fort-
setzung des Ngo-shan und des Lü-yun-shan ist. Obgleich ich die Gesteine nicht unter-
sucht habe, ist es mir doch desshalb beinahe gewiss, dass wir es hier mit derselben
Verwerfung der Kohlenkalke zu thun haben, dass sie aber hier in der häufigen Modi-
fication des Schleppens des einen Flügels stattfindet.
Von Wonn-shui-hsien aus bietet der Weg quer durch die Bucht von Fönn-tshôu-fu
wenig Bemerkenswerthes. Ich erwähnte bereits, dass die Bildung der Ebene stellenweise
nicht vollständig abgeschlossen ist. Etwa 15 li von Fönn-tshôu-fu war selbst jetzt in
der trocknen Winterszeit eine grosse Strecke überschwemmt und mit Eis bedeckt. Rings
herum sind Salzlaugenwerke. Man gewinnt in lehmbraunem Steinsalz in der früher (S. 418)
beschriebenen Art. Auch Hsiau-i-hsien fand ich von eisbedeckten Ebenen eingeschlossen
und die Stadt mir auf Umwegen erreichbar. Von hier ist der Südrand der Bucht nur
6 g. M. entfernt. Er vereinigt sich mit dem Westrand, der 70 li von Fönn-tshôu-fu
liegt, in ebenen Linien. Alles scheint Plateau zu sein. Nur unmittelbar im Süden von
Hsiau-i findet eine Abweichung in den Formen statt, und ich glaubte aus der Ferne
Kalksteingehänge zu erkennen. Dort setzt die Linie der grossen Verwerfungskluft hin-
durch. Schon in sehr geringer Entfernung westlich davon ist die Kohlenformation wieder
vorhanden. Denn die Gruben, welche den Bedarf an Steinkohle für Hstau-i-hsien liefern,
sollen nur 15 li südwestlich von der Stadt liegen.
2. Strasse am Südostrand des Beckens (den 14ten bis 17ten Mai 1870).
Entfernungen in li:
Von Yi-tang-tshönn nach Ktai-hsin-hsün 20; — Tshang-lan-tshönn 45; — Ping-yun-hsün a.
35; Hung-shan-tun 20; — Ki-hsün 30; — Ku-ling-tshönn 40; —
Yun-kia 20; — Tsho-hi 20; — (bei Yu-tsê-hsün vorbei nach) Hwang-hô 30. — Zusammen
240 li oder 84 g. M.
Von diesem einförmigen Weg kann ich nur wenig Geologisches berichten. Wie überall,
war mir die Natur des zu durchwandernden Landes vollkommen unbekannt. Dass sich
von Tai-yüen-fu bis Yi-tang eine grosse Ebene erstrecke, war mir beschrieben worden,
und als ich sie bei letzterem Ort betrat, wusste ich nicht, wie weit die Kaiserstrasse
mich hindurchführen würde. Von Anfang an blieb die letztere in einiger Entfernung
vom Gebirgsrand, und ich erreichte diesen erst nach einigen Tagen, an dem Punkt wo
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