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0471 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 471 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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ich die Ebene verliess. Indess genügte, nach der vorher gewonnenen Kenntniss süd-
licherer Gegenden, der Anblick der Gehänge, um nach dem Charakter der Formen
vielfach Gesehenes wiederzuerkennen. Die nahezu horizontale Höhenlinie zeigt das Pla-
teau an, und an den hier und da sichtbaren Schichtenabbrüchen gibt sich die söhlige
Lagerung kund. Schluchten durchsetzen es und lösen den Abfall in mehrere Vorsprünge
von gerundeten Formen auf. Obgleich Löss die Oberfläche grossentheils zu bedecken
scheint, machen es doch die Formen der Gehänge zweifellos, dass das Plateau selbst
aus den Ueberkohlensandsteinen besteht. Es ist offenbar die Fortsetzung desselben (S. 414
bis 416 beschriebenen) Plateau's, das ich früher zwischen Tai-yung und dem Becken von
Ping-yang-fu überschritten hatte, und das wir bereits im Eingang (S. 404) als das zweite
Plateau bezeichneten. Ich zog möglichst genaue Erkundigungen ein und erfuhr von
einem meiner eigenen Leute, dass man auf der Strasse im Thal des Tsin-shui über
Tsin-tshön nach Ping-yau fortdauernd durch die gleiche Art von Schluchten gehe, wie
ich sie mit ihnen in dem Becken jenes Flusses selbst durchschritten hatte, der Pass
aber, ähnlich wie dort, über die Höhe des Gebirges führe. Den sicheren Beweis für
die Richtigkeit der Deutung erhielt ich, als ich aus dem Becken von Tai-yüen-fu nach
Osten wanderte. Leider gelang es mir nicht, mit Sicherheit festzusetzen, wie weit die
kohlenführenden Schichten im unteren Theil der Gehänge gegen das Thal noch anstehen.
Zwar wurde mir gesagt, dass in einigen Schluchten unfern des Thalrandes Kohlengruben
seien; allein den Beweis davon hatte ich nur im ersten Theil des Weges, da Tshang-
lan-tshönn, Ping-yau-hsien und Hung-shan-tsun ihren Bedarf an Kohle von Süden her
beziehen. Aber Ki-hsien und Hsu-kou-hsien erhalten ihn von Nordwesten. Wenn es
schon hieraus wahrscheinlich ist, dass östlich von den Gruben, welche die erstgenannten
Orte versorgen — dieselben liegen 50 bis 60 li südwestlich von Ping-yau, am Fuss des
Hung-shan — die kohlenführenden Schichten unter dem Niveau liegen, in welchem die
Ebene an den Gebirgsabhang herantritt, so wird diese Vermuthung durch den Umstand
bestärkt, dass das Sandsteinplateau nur 1200 bis 1500 Fuss über die Ebene ansteigt.
Da nun der obere Theil der Formation wahrscheinlich nicht fehlt, so sollte ihre untere
Grenze tiefer liegen, als das Thal. Durch Schächte von wenigen hundert Fuss Tiefe
würde man mithin die ganze Reihe der Flöze in horizontaler Lagerung anschlagen.
Was nun die Ebene selbst betrifft, so ist auch ihr südöstlicher Theil sehr fruchtbar,
da in 12 bis 15 Fuss Tiefe Wasser zur Berieselung angetroffen wird. Sie ist hier mit
wohlgebauten Dörfern besetzt. Der bedeutendste Ort ist Tshang-lan-tshönn, das früher
ein Fu gewesen sein soll. Es wird hier ein beträchtliches Geschäft mit Eisengusswaaren
getrieben. Das Roheisen kommt aus Lu-ngen-fu und wird mit Coke geschmolzen. Ping-
yau ist ein reicher Handelsplatz. Hier mündet einer der beiden oben (S. 399) erwähnten
Saumwege, welche aus dem Gebiet von Hwai-king-fu nach der Ebene Tai-yuen führen.
Die Güter des südlichen China kommen auf Maulthieren und werden, soweit sie für das
nördliche Shansi, die Mongolei oder Sibirien bestimmt sind, nun auf Kameele geladen.
Ausserdem ist in Ping-yau eines der Centren für die Versorgung der grossen Bevölkerung
des Thales von Tai-yüen.
Bei Ping-yau endet die Region, wo das Grundwasser leicht erreichbar ist. Da es
lange nicht geregnet hatte, so war der lehmige Boden hart und trocken wie eine Tenne.
Ki-hsien ist daher ein kleinerer und ärmerer Ort als die vorhergehenden Städte. Eine
Bedeutung hat es nur durch einen grossen Markt mit mongolischen Pferden, der hier
jährlich abgehalten wird. Bald beginnen auch Strecken sehr feinen Sandes. Wo immer
ein Fluss aus dem Mien-shan (hier auch Nan-shan genannt) herauskommt, ist ein breiter
Strich Landes mit Dämmen eingefasst. Jetzt waren die Bäche klein. Aber wenn es
regnet, führen sie beträchtliche Wassermassen, die sich wegen des sehr geringen Gefälls
ausbreiten, wo sie die Ebene erreichen, und den Sand darüber ablagern.
Die Strasse lässt die grosse Stadt Yu-tsz-hsien rechts liegen und erreicht bei dem
Oertchen Hwangtu den Rand der Ebene. Hier haben wir die Rundreise beinahe voll-
endet; denn in geringer Entfernung nordwestlich, am Abhang hin, erreicht man Tai-
yuen-fu.