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0473 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 473 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Wasserscheide erreichte und stieg nun in einen Einschnitt hinab, der an landschaftlicher
Romantik jenem anderen ähnlich war und ihm in Hinsicht auf die Formationen genau
entsprach. Da aber der Abstieg steiler war als dort, so musste ich erwarten, die Kohlen-
schichten bald zu treffen.

Ich erreichte sie kurz vor dem Dorf Shi-pa-tsui. Schon von Shön-yang an hatte
ich ausgezeichneten Anthracit in dieser Richtung gesehen, und ich war
begierig, das Vorkommen kennen zu lernen. Ein kurzer Weg nach einer nördlich vom
Ort gelegenen Schlucht brachte mich zu den Gruben, und schon hier erhielt ich einen
Begriff von der wunderbaren Lagerstätte, die ich bald in grösserem Umfang kennen
lernte.

Die Schichten der Steinkohlenformation liegen fast söhlig. Ausser einigen kaum
merklaren welligen Biegungen zeigt sich im Grossen eine ganz unbedeutende Neigung
nach Osten. Da nun die Sedimente in dieser Richtung durch die Gehänge ab-
geschnitten werden, nach Westen hin aber unter das Gebirge fortstreichen, so hat das
Wasser freien Abfluss, und die Flöze liegen ganz trocken. Der Bergbau beschränkt sich
auf das Hauptflöz, dessen Mächtigkeit von 20 bis 30 Fuss schwankt. Wo es zu Tage
ausgeht, ist die Kohle von geringer Beschaffenheit, und man hat daher den Abbau
durch Schächte vorgenommen. Dieselben haben Tiefen von 100 bis 200 Fuss. Einige
sind seit mehr als einem Jahrhundert in Betrieb. Der Anthracit gleicht in seiner
Beschaffenheit dem besten von Pennsylvanien. Er ist so fest, dass die Grösse der geför-
derten Stücke nur von dem Durchmesser des Schachtes und den Rücksichten der Zweck-
mässigkeit bestimmt wird. Klein- und Staubkohle wird gar nicht gewonnen. Man för-
dert vorzugsweise Stücke von 80 bis 90 Pfund Gewicht, da man sie den Eseln, welche
für den Transport verwendet werden, paarweise aufbinden kann. Selten ladet man nur
ein einziges Stück von 160 Pfund auf. Der Preis auf den Gruben ist 20 bis 30 tièn
für 1 kin, oder M. 1.12 bis 1.70 für die metrische Tonne. Dieser Preis ist selbst
in China ungewöhnlich niedrig für Schachtförderung. Er erklärt sich einerseits aus der
vollkommenen Trockenheit der Gruben, andererseits aus der Möglichkeit, ein mächtiges
Flöz ohne Zimmerung abzubauen. Das Dach ist ein Sandstein von grosser Festigkeit.
Die Werkführer der Gruben sagten mir, dass sie nur in grösseren Abständen einzelne
Pfeiler stehen lassen, da weite Räume ohne Gefahr für einen Einbruch des Daches aus-
gearbeitet werden können. Das Liegende des Flözes soll Kalkstein sein; doch ist dies
jedenfalls nur eine Zwischenschicht in den Kohlengebilden.

Zu meinem Bedauern habe ich die vortrefflichen Aufschlüsse bei Shi-pa-tsui zu
eingehendem Studium nicht benutzt, da ich an demselben Tag von Tu-hai-ling kam und
Ping-ting-tshöu zu erreichen wünschte. Nachher habe ich weder eine so günstige Gele-
genheit für die stratigraphische Kenntniss dieser Kohlengebilde, noch auch einen
ähnlichen Reichthum an Petrefacten wieder gefunden. Ich sah letztere zwar nur in festen
Kalksteinschichten und wegen der Verwandlung in Kalkspath in einem zur Bestimmung
ungeeigneten Zustand; doch sind sie in so grosser Menge vorhanden, dass sich wol bei
geringem Suchen eine günstigere Art des Vorkommens finden lassen dürfte. Ich schätze
die Mächtigkeit des kohlenführenden Schichtensystems über dem beschriebenen Flöz auf
ungefähr 400 Fuss. Dieser Complex allein schliesst mindestens zehn Flöze ein, welche
im Ausgehenden, wo sie stark verdrückt sind, eine Mächtigkeit von mehr als 1 Fuss
haben, ausserdem noch eine Anzahl dünnerer. In ihrer Begleitung finden sich in Schie-
fern und Sandsteinen unvollkommene Spuren von Pflanzenresten. In den Zwischen-
schichten sind viele Bänke eines dunklen, stark bituminösen und etwas thonigen Kalk-
steins von splittrigem Bruch, welcher die Versteinerungen führt. In dem höheren Theil
des Schichtensystems kommen Eisenerze in grosser Masse vor. Sie liegen in Schieferthon,
zuweilen auch in Sandstein, meist unmittelbar über einer Kalksteinbank, oder erfüllen
Schichten zwischen zwei Kalksteinbänken. Das Erz besteht in grossen Nieren von Braun-
eisenstein.

Ueber den kohlenführenden Schichten lagern zunächst mürbe, graue Sandsteine und
Schieferthone; darüber folgt dann die lange bunte Reihe der Ueberkohlensandsteine.

Verglichen mit der von San-tiau-ho, so bietet sie manche
Analogien, weicht aber doch von ihr ab. Die Kalksteine spielen hier im Osten innerhalb
der kohlenführenden Gruppe eine grössere Rolle, sind bituminöser und wiederholen sich
öfter; die oberen Bänke enthalten keinen Hornstein; die Schieferthone sind nicht so

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