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0479 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 479 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

an der Basis eines von Süd nach Nord gerichteten Schichtenabbruchs, welcher die mauer-
artige Ostseite des Wo-hu-shan bildet. Dieser Bergrücken ist ein sehr hoher, eben aus-
gezackter Kalksteinwall mit horizontalen Schichtungslinien. Wir stehen offenbar auf einer
tieferen Stufe. Die Oberfläche derselben ist sehr uneben, der Schichtenbau verworren.
Der Nan-tshwan stürzt sich nach Osten in steile Engen; die Strasse aber folgt einem
kleinen nördlichen Zufluss. Steil geht es hinauf, 10 li bis Tshai-tou, dann noch 10 li
nach Pui-tsing-si, das kurz vor einer Passhöhe liegt. Der letzte Theil des Weges war
vorwaltend im Löss; bei dem genannten Dorf aber steht die Kohlenformation, hier
flöeleer, an. Wir befinden uns ungefähr in der Höhe von Lo-ping, so dass die Ueber-
windung der ersten Staffel uns trotz des hohen Mauerabbruchs für den Abstieg scheinbar
nichts eingebracht hat. Dies kommt daher, dass die Schichten von Westen her nach
dem Bruchrand hin ansteigen und an der Ostseite desselben nicht durch eine einfache
Verwerfung herabgesunken sind, sondern starke Biegungen erlitten haben, so dass hier
der Charakter eines Faltungsflügels noch gewahrt ist. Der Pass liegt in Kalkstein und
Dolomit; ebenso der Abstieg nach dem 600 Fuss tiefer befindlichen Dorf Hwai-tshou-pu
35 li von Tshai-tou. Um diesen Ort selbst aber breitet sich ein Kohlenbecken
mit noch immer sehr gestörter Lagerung aus. Man fordert Anthracit, doch ist er
durch die Schichtenbiegung zertrümmert, so dass nur eine schlechte Kleinkohle gewon-
nen werden kann. Es scheint, dass man hier eine zweite Staffel überschritten hat, die
aber vielleicht nur in einer welligen Biegung des Kalksteins besteht.

Bald kommt man, in östlicher Richtung, wieder in die liegenden Kalksteine. Tief
geht es in sie hinab nach einer wildromantischen Enge. In ihr liegt der Engpass Ku-
kwon. Er ist zu dem Hauptthor in jener Strecke der Grossen Mauer benutzt, welche
die Grenze von Shansi und Tshili entlang verläuft. Es ist nur Raum für Bachbett und
Strasse vorhanden. Zu beiden Seiten streben die Felsen erst senkrecht auf, um darüber
in wilden Gehängen fortzusetzen. Die Mauer, hier und da mit Wachtthürmchen ver-
sehen, zieht im Zickzack an ihnen hinauf. Dort ist sie stark verfallen, an Thor selbst
aber gut in Stand gehalten. Das letztere liegt ungefähr 1000 Fuss tiefer als der Pass
Pui-tsing-si.

Die Strasse folgt der Schlucht noch etwas weiter hinab, bis diese den Kalksteinriegel
verquert hat, und die horizontalen Schichtenabbrüche des letzteren abermals in langen
nach Ost abfallenden Mauern anstehen. Dann wendet sie sich wieder nördlich hinauf
nach dem Pass am nördlichen Himmelsthor (Pei-tien-moun). Anstieg und Pass sind im
Kalkstein und man befindet sich nur 120 Fuss höher als das Thor Ku-kwan. Damit
verlassen wir das Becken des Nan-tshwan und erreichen die südliche Grenze desjenigen
des Tau-ho, desselben Flusses, den wir bei Shi-pa-tui verliessen. Erst geht es steil
hinab, noch auf Kalkstein. Nach 10 li sind wir schon 600 Fuss tiefer als der Pass,
bei dem Dorf Hu-tau-yüen angekommen. Hier beginnt das Kohlenbecken von
Tsing-hsing-hsien. Das Lagerungsverhältniss bietet fast eine genaue Wiederholung des
ersten. Wir können den Pass als eine dritte Staffel betrachten; denn zwischen ihm und
der Kukwan-Kette ist eine starke Verwerfung, und das Kohlenbecken bildet die vierte
Staffel. Sie ist die breiteste, und obwohl es an Verwerfungen und Faltungen nicht fehlt,
findet sich doch in ihr kein bedeutender Absatz des Terrains.

Von Hu-tau-yuen bis Tsing-hsing-hsien ist eine Entfernung von 35 li. Der ganze
Weg führt über Kohlenschichten. Man kommt bei mehreren Gruben vorbei. Auf allen
wird zertrimmerter Anthracit gefördert. Das Thal von Tsing-hsing-hsien bietet einen
erfrischenden und romantischen Anblick. Der Tau-ho, an dem die Stadt liegt, kommt
als ein Gebirgsstrom mit klarem Wasser und starkem Gefäll aus den Bergen heraus und
ermöglicht die Bewässerung alles niedrigen Landes entlang seinem Lauf. Daher ist er
von einer Zone von Feldern, Gärten und hohen Bäumen begleitet. Daraus steigt allseitig
welliges Terrain auf, und in weitem Umkreis erhebt sich ein Kranz von hohen Gebirgen.
Westlich ist der mächtige Kalksteinzug, den wir im Ku-kwan-Pass durchschritten haben.
Im Norden zieht sich, gewissermassen aus jenem Gebirge heraus, ein langer, schroffer,
anscheinend fast söhlig geschichteter Kalksteingrat gegen Ostnordost. Er kehrt uns die
Schichtenabbrüche zu und scheint eine Verwerfung nach einer zweiten Richtung anzu-
zeigen. Da nördlich von Tsing-hsing-hsien Kohlen vorkommen sollen, so könnten die
Gruben nur nördlich von der Mauer sein, und wir dürfen daher annehmen, dass gewisse
jenseits die Kohlenschichten auf ihrem Rücken trägt. Der überraschendste Blick aber bietet