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0515 China : vol.2
China : vol.2 / Page 515 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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fernung von zwei Tagereisen in die kohlenfreien Districte hinein, und eine ver-
schwindende Zahl kann die Kohle nach schiffbaren Flüssen abgeben¹). Dennoch
herrscht auf den grösseren Kohlengruben ein ungemein reges Treiben. Die Arbeiter,
die Landleute, welche sich ihren häuslichen Bedarf selbst holen, und die Besitzer
von Lastthieren aller Art drängen sich wie ein Bienenschwarm. Hunderte von
Wagen und tausende von Maulthieren und Eseln stehen zuweilen bereit, die Kohle
in Empfang zu nehmen. Das geschäftige Wimmeln, welches die Anwendung der
kleinsten Mittel für einen grossen Verkehr verursacht, wird mit der Einführung
besserer Methoden der Communication schwinden; aber die Sphäre der Verwen-
dung der Kohle von Shansi wird sich in unberechenbarer Weise steigern.

Eisen.

Einen besonderen Werth erhält die Steinkohle von Shansi durch das erheb-
liche Vorkommen ausgezeichneter Eisenerze in ihrer Begleitung. Seit alter Zeit
ist der grössere Theil von China von dieser Provinz aus mit Roheisen und Schmie-
eisen versorgt worden, und die Nachbarprovinzen bezogen von ihr einen Theil
ihres Bedarfes an eisernen Gusswaaren. Dass auch jetzt eine bedeutende Pro-
duction stattfindet, haben wir bei der Beschreibung der Werke von Tai-yang
(S. 411), Nan-tsun (S. 412), und Lo-ping (S. 436) ersehen. Das eisenerzführende
Schichtensystem scheint in Shansi so weit verbreitet zu sein, wie die Steinkohlen-
formation überhaupt. Die Localisirung der Industrie auf einzelne Plätze, zu denen
ausser den genannten nur noch wenige kommen, hat mehrfache Ursachen. Theils
ändert sich die relative Menge der Erze, theils wechselt deren Beschaffenheit,
theils sind einzelne Plätze zu ungünstig für die Verkehrsverhältnisse gelegen. Nur
wo besonders reiche, leicht und ohne Zusatz schmelzbare Erze an einem Ort in
der Nähe der grossen Verkehrsadern liegen, hat sich die Eisenindustrie entwickelt.
Nach chinesischer Art blüht sie dort, wo sie vor Alters festen Fuss gefasst hat,
und man denkt nicht daran, neue Werke an anderen Stellen zu errichten. Gegen-
wärtig beschränkt sie sich auf das Verbreitungsgebiet des Anthracites, welcher für
die chinesische Schmelzmethode ungleich geeigneter ist als Coke. Dass letzterer
auch benutzt worden ist und noch verwendet wird, beweist das ehemalige Vor-
handensein von Eisenschmelzwerken in dem Gebirge westlich von Tai-yüen-fu, wo
nur bituminöse Kohle vorkommt. Auch haben wir in Sai-ma-ki und Pönn-hsi-hu
in Liautung²) Schmelzwerke getroffen, welche von Leuten aus Shansi angelegt
worden sind; und wir werden später in Hönan verlassene Eisenwerke finden, die
mit Coke betrieben wurden.

In den Handel kommt das Eisen von Shansi unter den Namen Ping-Eisen
und Lu-Eisen, d. i. Eisen von Ping-ting-tshön und Lu-ngan-fu³). Die jährliche