国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF   日本語 English
0518 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 518 ページ(白黒高解像度画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000260
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

für den sich ein Absatzgebiet nicht sofort schaffen lässt. Als ich im Frühjahr
1870 durch Shansi reiste, war das ganze Land überaus trocken; die Saaten waren
verdorrt, und wenn man von oben her ein Lössbecken betrachtete, so sah man
nichts, als dessen öde gelbe Farbe. Anderthalb Jahre später waren die Zustände
vollständig verändert: der Sommer 1871 hatte viel Regen gebracht, und es herrschte
ein Ueberfluss an Lebensmitteln. Die Bevölkerung schweigte; Alles war billig
geworden; aber trotz des grossen Exportes nach Norden konnte doch für die
Gesammtmenge der Feldfrüchte ein Absatz nicht gefunden werden.
Auch in anderen Beziehungen bietet die landwirthschaftliche Ausnutzung des
Bodens in Shansi manche Contraste. Bringt der erhebliche Breitenunterschied der
an der nördlichen und südlichen Grenze gelegenen Gegenden schon an sich klima-
tische Differenzen mit sich, so werden diese bedeutend dadurch verstärkt, dass die
Thalböden der grossen Becken, wie wir vorher sahen, im Norden am höchsten
liegen und gegen Süden allmälig niedriger werden. Die Winter sind in der Nähe
der Grossen Mauer bei Meereshöhen von 4 bis 5000 Fuss um so kälter, als dort
die Nordwestwinde der Mongolei herüberwehen, während im Sommer die Ebene
von Ta-tung-fu bei der Erhitzung derselben benachbarten Centralgebiete in Mit-
leidenschaft gezogen wird. Im Süden sind wahrscheinlich die Extreme nicht minder
weit auseinander gelegen; aber in beiden Jahreszeiten werden die Verhältnisse der
Lage in Beziehung zur Sonnenhöhe und zum Meeresniveau hier zusammenwirken,
um die mittlere Temperatur, ebenso wie die Minima und Maxima, zu erhöhen.
Der Gegensatz ist am augenfälligsten, wenn man das Thal von Tai-yuén gegen
Süden verlässt. Als ich im December 1871 in dieser Richtung den Pass Han-
hsin-ling überstiegen hatte, fand ich alle Felder, auch diejenigen auf Lössboden,
mit grünen Saaten bedeckt, während nördlich davon, mit Ausnahme einiger begün-
stigter Stellen der grossen Thalebene, die Landschaft erdfahl gewesen war. Der
Grund liegt darin, dass hier die Scheide ist zwischen den Gegenden, welche
lediglich auf eine sommerliche Bestellung der Felder angewiesen sind, und denen,
wo auch eine Winterfrucht gebaut werden kann. Die dichte Bevölkerung des
Thales von Tai-yuén findet daher auf dem eigenen Boden nicht hinreichende
Nahrung und muss den fehlenden Bedarf vom Süden importiren. Wir werden
finden, dass der angedeutete Unterschied auf die Verkehrsverhältnisse einen wesent-
lichen Einfluss ausübt. Auch die Art der Production im Süden ist von der in
den nördlichen Gegenden verschieden. Man baut dort vor Allem Weizen und
Baumwolle, sehr viel Tabak, Mais, Sorghum, Oelfrüchte und Bohnen. Gegen
Norden schwinden Mannigfaltigkeit und Werth der Producte mehr und mehr. Es
wurden dort nur wenige Menschen leben können, wenn der Feldbau sich, wie im
südlichen China, auf die Thalböden beschränkte. Aber er folgt, wie wir sahen,
dem Löss auf alle Höhen. Im Wu-tai-shan sah ich vom Pass Tsing-lo-ling (S. 367)
aus zur Rechten ein Dorf noch 500 Fuss über mir. Bis 8000 Fuss über dem Meer
lagern Flecken von Löss. Die warmen Winde des Sommers und die Niederschläge
an dem hohen Gebirge mögen es veranlassen, dass selbst an solchen Stellen die