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0519 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 519 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Hafernten mit hinreichender Regelmässigkeit gewonnen werden, um die Bewoh-
ner, wenngleich kümmerlich, zu ernähren.

Wenn man Thee, Reis und Fisch als die charakteristischen Nahrungsstoffe
des Chinesen betrachtet, so wird man in Shansi kaum glauben, sich in China zu
befinden. Herrlicher Fisch wird im Winter in gefrorenem Zustand vom Gelben
Fluss gebracht und ist in Tai-yuén-fu ein Luxusgegenstand. Dem Volk ist diese
Nahrung fast ganz versagt. Reis gilt als ein Lebensmittel für die Reichen; denn
die Provinz hat nur wenige, sehr beschränkte für Reisbau geeignete Stellen, und
der Import dieser Frucht ist theuer. Seine Stelle wird durch Hirse eingenommen.
Statt des Thees geniesst man heisses Wasser, zuweilen mit etwas Hirse oder Mehl
versetzt.

Nirgends, so weit meine Erfahrung reicht, hat der Mohnbau so üble Wir-
kungen ausgeübt als in Shansi. Die besten berieselungsfähigen Böden, welche
allein eine sichere Ernte von Kornfrucht zu geben im Stande sein würden, werden
für diese unselige Cultur verwendet. Das gewonnene Opium gehört zu den
besten und stärksten Sorten; die Bewohner haben sich so daran gewöhnt, dass sie
schwächere Sorten, welche bei grösserer Billigkeit zum Theil schadlos sind, ver-
schmähen und das gesammte einheimische Product selbst consumiren. Es kommt
also kein Gewinn durch Verkauf in's Land; die besten Felder gehen nutzlos für
Ernährung und Kleidung verloren, und es wird aus dem eignen Boden ein Gift
erzeugt, welches furchtbare Wirkung auf die Bewohner ausübt. In keiner Provinz
wurden mir so viele Schreckensgeschichten von der Tyrannei des Opiums über
seine Opfer erzählt, wie in Shansi; wiederholt bekam ich von reichen Leuten zu
hören, die Haus und Hof, sowie Frau und Kinder verkauften, um dem
Laster zu frohnen und, wenn sie dies nicht mehr konnten, zu Grunde zu gehen.

Bewohner.

Shansi ist ein Land von Schlupfwinkeln und natürlich befestigten grösseren
Wohnplätzen. Die Gesteinsplateau's sind von tiefen Schluchten durchrissen, und
wo man die scheinbar sanften Lössmulden betritt, verliert man sich bald in dem
labyrinthischen Gewirr schroffer Einschnitte. Wie Bollwerke umgeben die durch-
furchten Anhäufungen der gelben Erde ringsum die ebenen Böden der grossen
Becken. Nur zu dem nördlichsten und dem südlichsten unter diesen ist freier
Zugang; dort bot er sich den Nomaden Central-Asiens, hier benutzte ihn das
civilisatorische Element, das in der Vorzeit aus Shensi kam. Die weiten Gebirgs-
und Löss-Lander zwischen beiden Becken aber gehören zu jenen Gebieten, wo,
in extremem Gegensatz zu der die freieste Bewegung gestattenden Steppe, die
gleiche Bevölkerung, allseitig durch Hemmnisse gebannt, sich Jahrtausende fort-
zuerhalten und alle äusseren Wechsel zu überdauern pflegt, wenn sie nicht (wie
es in Sz-tshwan zweimal geschah) vollständig vernichtet und durch eine neue
ersetzt wird. Ein Blick auf die Geschichte ist daher hier für die Beurtheilung der
gegenwärtigen Verhältnisse der Bewohner besonders lehrreich.