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0522 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 522 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

yüen-fu und Hsin-tshön fand, auch wol colonisirend und stadtegründend nach den
nördlicheren Becken, den Districten der östlichen Anthracit-Terrasse, besonders
Lu-ngan-fu, und einzelnen Stellen im westlichen Gebirge eindrang, der gesammte
Norden aber unter seinen Bewohnern die Niederschläge wiederholter Einbrüche der
Nomaden bewahrte, daher aus grosserer Mischung verschiedener Elemente hervor-
gegangen sein wird.
Es kann dem beobachtenden Reisenden nicht entgehen, dass im äusseren
Charakter ein Unterschied der Bevölkerung nach dieser dreifachen Gruppirung
stattfindet, und dass derselbe sein Widerspiel in der geistigen Veranlagung hat.
In dem Landvolk des Bezirkes von Ta-tung-fu glaubte ich eine nicht erhebliche
Abänderung des mongolischen Typus zu erkennen. Es sind harmlose Leute,
welche sich in keiner Weise durch Begabung auszeichnen. In dem Sandstein-
plateau des Tsin-Flusses im Südosten der Provinz lebt ein ganz verschiedener
Schlag, dessen Indolenz unangenehm berührt. Es dürften in ihm die Nachkommen
der alten Ti-Barbaren zu suchen sein. Dahin gehören wol auch zum Theil die
Bewohner der östlichen Anthracit-Terrasse; hier aber haben sie durch die Schulung
von Jahrtausenden gelernt, die Metallschätze ihres Landes in industrieller Weise
zu verwerthen. Die Bevölkerung des Westens ist mir nicht bekannt. Am meisten
interessirt uns diejenige, welche die grossen Becken von Hsin-tshön im Norden bis
Kiai-tshöu im Süden inne hat. Sie hat ihre etwas modificirte Fortsetzung im Wei-
Thal in Shensi. Unter allen Chinesen erreicht der diesem Volk eigenthümliche
Sinn für Maass, Zahl und Gewicht, und die daraus hervorgehende Richtung des
Geistes auf finanzielle Unternehmungen bei den Bewohnern der breiten Thäler in
Shansi und Shensi seine höchste Entwickelung. Es wiederholt sich hier die im
südwestlichen Asien so deutlich hervortretende Erscheinung, dass diejenigen Stämme,
welche als die Träger der ältesten Cultur früh eine geistige Ascendenz über ihre
Nachbarn, oder über die Völker, in deren Mitte sie wohnten, gewannen und sich
dieselbe zu wahren wussten, später, auch wenn sie ihre politische Macht verloren,
ihre geistige Ueberlegenheit durch entwickelten Zahlensinn und finanzielles Geschick
bethätigten. Wie die Juden, Perser, Armenier und Araber sich dadurch auszeich-
nen: wie die geringe Zahl der Parsi als Händler im südöstlichen Asien keine
Rivalen haben, und die Tadjiks in Turkestan, als die Träger einer uralten Cultur
und der durch das Geld verliehenen Macht, ihre überlegene Stellung durch alle
politischen Wechsel hindurch behauptet haben, so ist auch bei den Chinesen der
durch hohes Talent unterstützte Handelsgeist der wichtigste Hebel geworden, um
ihnen die Ausbreitung in anderen Ländern, die Monopolisirung des Handels in
ihnen und eine für das Wohlbefinden der einheimischen Bevölkerung gefahr-
bringende Stellung zu geben. Mongolen, Mantschu, Japaner, Siamesen, Malaien,
Birmanen, Tibeter sind ihnen als Händlern gegenüber und unterliegen in
dem Kampf um die Aneignung von Gewinn und Besitz. Selbst die Angehörigen
semitischer Stämme und europäischer Nationen haben in diesem Kampf keinen
Erfolg gehabt.