国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0526 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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hohen Passen überschritten werden können. Gegen Westen bietet sich, ausser einem,
wie es scheint, etwas unbequemen Ausweg von Ning-wu-fu aus, nur im südwestlich-
sten Winkel der breite Thalweg, welcher eine natürliche Verbindung mit Shensi
herstellt, aber doch auch durch den mühselig zu überschreitenden Gelben Fluss
abgesperrt ist.
Die Hauptverkehrsader ist durch die geradlinige Reihe der grossen Becken-
einsenkungen bezeichnet. Eine fahrbare Strasse führt, oft unter bedeutenden
Schwierigkeiten, über die Hohen, welche sie von einander trennen. Im Norden
entsteht sie aus der radienförmigen Vereinigung mehrerer Strassenzüge, welche
von Yu-tshöu, von Hsüen-hwa-fu, von der Mongolei und von Tito am Gelben
Fluss aus gegen die Hochebene von Ta-tung-fu gerichtet sind. Sie laufen alle
in einem einzigen Verkehrsweg nach Süden zusammen, welcher über den Pass
Yen-menn-kwan führt. Von hier aus weiter gegen Süden breitet er sich in jedem
Becken, wie ein Fluss in ebenem Land sich in Canäle theilt, zu einem Netz von
Fahrstrassen aus und nimmt gewissermaassen ein System von Zuflüssen in Gestalt
radial einströmender Saumwege auf, um dann wieder als einzelner Faden die Ver-
bindung mit dem nächsten Becken herzustellen. Nach Westen zweigt sich meines
Wissens keine fahrbare Strasse ab. Aber die Verbindung von Peking mit dem
Inneren von Shansi und durch die Provinz hindurch mit Shensi ist zu wichtig, als
dass man nicht in östlicher Richtung hätte versuchen müssen, die natürlichen
Schwierigkeiten durch eine kunstvolle Anlage zu überwinden. Die zweckmässigste
Stelle dafür bot sich dort, wo, in Folge der Einsenkung des Beckens von Tai-
yuèn-fu, die Breite des oberen Sandstein-Plateaus auf ihre geringsten Dimensionen
reducirt ist. Hier wurde jene Strasse angelegt, der wir über Ping-ting-tshöu nach
Tshoun-ting-fu (S. 434 ff.) folgten. Es ist die einzige, auf der man zu Wagen von der
Grossen Ebene aus in das Innere von Shansi gelangen kann. Eine weit grössere
Wichtigkeit erhält sie dadurch, dass sie die Reichsstrasse für alle Verbindungen
von der Hauptstadt mit Shensi, Sẑ-tshwan, Tibet und Kansu, sowie der Anfang des
militärischen Etappenweges nach dem westlichen Central-Asien ist.
Die Ingenieurkunst der Chinesen hat nicht hingereicht, um diese Strassen an
den Stellen, wo sie Gebirgsrücken überschreiten oder sich durch Löss-Défilé's
winden, über einen Zustand hinauszubringen, der in Europa als jeden Wagenver-
kehr ausschliessend betrachtet werden würde. Es gibt manche Stellen, an welchen
nur der chinesische zweirädrige Karren Stand halten kann. Daher werden Wagen
verhältnissmässig wenig zu grösseren Transporten angewendet. Den Kameelen
kommt der breite geebnte Weg zu Statten. Sie werden im Süden mit dem Salz
von Lu-tsun beladen und vermitteln die Fracht von der Ebene von Tai-yuèn-fu
nach der Mongolei. Auch das Maulthier wird in unendlich grosser Zahl zum Last-
tragen verwendet, während Esel besonders für den Kleinverkehr dienen. Im letz-
teren werden auch unglaubliche Quantitäten von Lasten durch Menschen befördert.
Diese Transportmittel haben eine grössere Ausdehnung des Strassennetzes
entbehrlich gemacht. Dagegen ist dasjenige der Saumwege und Fusspfade ausser-
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