国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0537 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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OCR読み取り結果
solche Stellen sich zum Feldbau nicht eigneten, sind sie zu Pflanzungen von Eichen-
bäumen für die wilden Seidenraupen benutzt. Diese Cultur hat hier eine ihrer Haupt-
stätten in China, und der Ort Lu-shan-hsien ist einer der wichtigsten Märkte für das
geschätzte Product, welches dadurch gewonnen wird.
Das Thal des Sha-hô, der hier seinen Namen mit vollem Recht trägt, ist 6 g. M. breit.
Das Flussbett selbst hat einen Durchmesser von einer g. Meile, wovon jedoch jetzt nur
50 Fuss von Wasser eingenommen waren. Der Rest ist von Sand, Kies und Schotter
bedeckt. Die Stadt Lu-shan liegt 1½ g. M. nördlich vom Fluss und ist, wie die ganze
Gegend in die wir nun kommen, ausserordentlich volkreich. Ihren Namen trägt sie nach
einem isolirten, 800 Fuss über das Thal aufsteigenden Berg, dem Lu-shan, auf welchem
ein Tempel steht. Er liegt 6 g. M. ONO von der Stadt. Von unserm Standpunkt
kann man auf ebenem Weg nach Osten reisen, und ebenso im breiten Thalboden nach
Westen gehen; aber nach Süden bildet der Weg, auf dem wir gekommen sind, den ein-
zigen Uebergang, denn weiter westlich findet sich keiner auf grosse Entfernung. Wir
haben ein Gebirge überschritten, welches sich durch eine grössere Länge als irgend eines
auf der Erde gradlinig fortgestreckt und von dem innersten Theil Central-Asiens bis
hierher die starrste Riesenmauer bildet. Um so überraschender ist es, zu erfahren, dass
in geringer Entfernung weiter östlich die grosse Strasse von Fan-tshöng nach Peking ein
Gebirge nicht zu überschreiten hat und dort, wo sie die unmittelbare Verlängerung des
Fu-nin-shan verqueren sollte, über Flachland führt.
Von Lu-shan-hsien nach Hô-nan-fu (den 11ten bis 16ten April).
Entfernungen in li:
Lu-shan-hsien — Lang-tün 28; — über Pi-ho-tsi-korr nach Tu-ying-hai 32; — Lü-tün 35; —
Ju-tshôu 35; Shi-ô-pu 10; — Orr-shi-li-pu 10; — Miau-hsia 15; — Kwan-tshraung 15;
Ling-tshü 10; — Tai-ngan 18; — Fung-pu 60; — Hô-nan-fu 45. — Zusammen 323 li oder
94 g. Meilen.
Kohlenterrasse zwischen Lu-shan-hsien und Ju-tshôu. — Nördlich
von den Alluvialstreifen ist das breite Thal des Sha-hô mit Löss bedeckt. Aus diesem
steigt eine 300 bis 500 Fuss hohe Steilwand auf, welche, dem Südrand des Thales
parallel, in gerader Linie nach Osten streicht und aus wohlgeschichtetem hornsteinfreiem
Kalkstein von hellgrauen, röthlichen, gelblichen und anderen Färbungen besteht. Ver-
erfüllt. Sie sind von dunkelgrauer Farbe, während das Gestein selbst theils hellgrau,
steinerungen sah ich nicht; doch sind einzelne Schichten von haselnussgrossen Oolithen
theils gelb und dolomitisch ist. Streichen und Fallen wechseln; doch ist im Durchschnitt
ersteres westöstlich und das Fallen 25 bis 30° nördlich. Höhere Neigungswinkel kom-
men nicht vor.
Auf dem Steilrand angekommen, befinden wir uns in einem niedrigen Wellenland.
Auf den Kalkstein folgt ein zelliges porphyrisches Gestein, dann grobe Conglomerate mit
porphyrischem Bindemittel und Kalkeinschlüssen, die unmittelbar von mürben Sandstein
von grauer und röthlicher Farbe überlagert werden. In diesen Schichten wird ein Koh-
lenflöz bei Twan-tien, 18 li nördlich von Lu-shan, abgebaut. Eine grosse Menge alter
Halden zeugten von der früheren Ausdehnung des Bergbaues. Jetzt waren nur noch
zwei Gruben in Betrieb. Jede hatte zwei Schächte von 150 Fuss Tiefe, bei einem Quer-
schnitt von 4 Fuss im Quadrat. Die Förderung geschah mittelst Seilführung über eine
einfache Rolle; die Arbeit wurde durch drei Pferde gethan. Derselben Vorrichtung
bedienten sich die Arbeiter zum Ein- und Ausfahren. Die Grubenlampen sind hier grosse
Thongefässe mit langem Hals und einem runden Docht von einem Zoll Durchmesser;
sie geben eine lange russende Flamme. Das Flöz, dessen Mächtigkeit auf 5 bis 6 Fuss
angegeben wurde, fällt 15° nach NO. Die Kohle ist bituminös, von schwarzer Farbe,
wenig schieferig und von mürber Consistenz; es wird daher fast nur Nusskohle gefördert,
die für 1½ bis 1 tien das kin verkauft wird. Das Flöz wird von grauen pflanzenführ-
renden Schiefern begleitet, in denen ich deutliche Abdrücke nicht wahrnahm.
Der nächste Ort, Lang-tün, ist ein kleines Dorf, aber doch der Sitz einer besondern
Industrie. Es wird nämlich hier Glas in kleinem Maassstab bereitet, und zwar Perlen,
Armringe, Flaschen, Branntweinschalen und Anderes, Alles ziemlich roh, aber von hübschen
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