National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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bunten Farben. Wie stets bei solchen Industrien, gibt es keine grosse Fabrik, sondern
die Leute arbeiten in ihren eigenen Häusern. Fensterglas verstehen sie nicht zu machen;
für dieses ist Po-shan der einzige Ort in China. In früherer Zeit bestand hier auch
eine erhebliche Eisenindustrie. Die Umgegend ist voll von Ueberresten der Schmelz-
werke, die entweder sehr ausgedehnt gewesen, oder durch sehr lange Zeit betrieben worden
sein müssen. Die Halden, von basaltschwarzen, sehr eisenreichen Schlacken sind erstaun-
lich gross. Es wurde mir erzählt, dass sie aus der Zeit der Ming-Dynastie stammen
und die Industrie durch die Ereignisse, welche dem Sturz dieser Dynastie folgten, unter-
gegangen sei. Jetzt verstehen die Einwohner nicht mehr die Kunst des Verschmelzens
der Erze und sind so indolent, um sie wieder zu erlernen. Das Erz wurde in der Nähe
des Dorfes gewonnen.
Die Umgebungen von Lang-tien sind in geologischer Hinsicht durch die Mannigfaltigkeit
der Gesteine interessant und wären eines eingehenderen Studiums werth. Das ganze
Kohlengebiet von Lu-shan, wie der District am besten bezeichnet wird, ist zwar nicht
ausgedehnt, scheint aber von einiger Bedeutung zu sein. Die kohlenführende For-
mation ist ziemlich mächtig entwickelt; doch wird das Verständniss durch die gestörte
Lagerung erschwert. Die Schichten liegen bald söhlig, bald sind sie unter Winkeln von
3 bis 20° nach verschiedenen Richtungen geneigt. Hier und da sind deutliche Auf-
schlüsse vorhanden, aber sie wurden durch verdecktes Land getrennt. Das Vorhandensein
mehrerer Flöze liess sich theils aus der Lage verlassener Werke im Osten von Lang-tien
schliessen, welche an den Gehängen in Reihen übereinander angeordnet sind, theils aus
der Verschiedenheit des Gesteins, welches aus den einzelnen Reihen von Pungen gefördert
worden ist. Ausser den mürben Sandsteinen und pflanzenführenden Schiefern, welche
die kohlenführende Gruppe selbst bilden, kommen in der Formationsfolge noch feste
Sandsteine, Quartzite, schwarze Kieselschiefer, thonig sandige Schichten mit Eisenerzen
und eine mächtige Reihe von graugrünen Hornsteinschichten vor. Ich schätzte, allerdings
auf Grundlage unvollkommener Beobachtungen, die Gesammtmächtigkeit der Formation
auf 1500 bis 2000 Fuss. Ausser den vielfachen Störungen und Verwerfungen erschwert
das Auftreten von Eruptivgesteinen den Abbau der Kohlenflöze. Grünsteinartige
und porphyrische Gesteine sind insbesondere in der Gegend von Lang-tien sehr
entwickelt. Am meisten herrscht ein dem sogenannten Gamsigranit nicht unähnliches
Gestein mit grünlichgrauer Grundmasse, welche lange dünne Säulen und Nadeln von
schwarzer, glänzender Hornblende und verwitterte weisse Feldspathkrystalle umschliesst.
Es besitzt eine unvollkommene Säulenabsonderung. Einige von diesen Gesteinen, wenn
nicht alle, durchsetzen die Kohlengebilde.
Den bedeutendsten Bergbau fand ich am Ostabhang eines langezogenen Rückens,
dessen Name mir als Tsing-tau-ling angegeben wurde, und der 6 g. M. von SO nach
NW. streicht. Derselbe ragt 800 Fuss über das Plateau auf und fällt nach Osten steil,
nach Westen allmälig ab. Weithin in der Gegend ist er berühmt durch seine Schätze
von Kohle, Eisenerz und angeblich auch Silber. Die wichtigsten Gruben befinden sich
am Ostabhang, 400 Fuss über dem Dorf Py-
ko-tsi-körr. Im Liegenden herrschen Sand-
steine, im Hangenden Quartzite und Horn-
steine. Die Lagerung ist beinahe söhlig, mit
schwacher Neigung nach Westen. Dennoch
geschieht aus einem mir nicht bekannten
Grund der Abbau durch Schachte, und der
Streckenbau beginnt erst, wo sie das Flöz
mächtig sein soll, ist mürbe, von splittrigem
Bruch, mässig glänzend, backend und coking, wird aber durch Nieren von Eisenkies,
die besonders ausgesucht werden müssen, stark verunreinigt. Ob mehr als ein Kohlen-
flöz vorkommt, konnte ich nicht erfahren, wie überhaupt meine Untersuchung flüchtig
war, da die Arbeiter sich schnell zu Hunderten um mich schaarien. Es wurden zur Zeit
meiner Anwesenheit vier Gruben bearbeitet und die Kohle an eine Anzahl von Leuten
verkauft, welche die weitere Verwerthung übernahmen. Sie sondern das Gröbere ab,
welches sie für 1 hsiu das kin verkaufen, und brennen die Staubkohle in kleinen Gruben
zu Coke. Da mehrere tausend solcher Gruben in Brand sind, so gibt dies dem Platz
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