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0541 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 541 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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in gleichem Maass einen wachsenden Antheil an der Zusammensetzung des Abfalls haben,
bis sie ihn weiter westlich allein aufbauen. Es zeigt sich auch dadurch ihre sehr bedeu-
tende Mächtigkeit. Ausserdem lässt sich erkennen, dass die unteren Schichten, da sich in
ihnen der Abhang sehr allmälig nach dem Thal abdacht, aus weichem Gestein bestehen,
während die oberen steilen Staffeln bilden und weit härter sein müssen. Auf der Höhe
sind wieder sanfte Formen. Bei Ju-tshön kommen schon die festeren Schichten bis zur
Thalsohle, und nun sind die oberen Theile der Gehänge am sanftesten abgedacht.

Ueber diesem durch seine flachen Umrissformen
ausgezeichneten Frontgebirge erhebt sich in weiterer
Ferne, zu mindestens 8000 Fuss absoluter Höhe
aufragend, ein merkwürdig gestalteter Gipfel, der
Yü-tsai-shan. Die Formen scheinen den eruptiven,
mit grossen Feldspathkrystallen erfüllten Granit des
Ar-shan zu verrathen. Dieser Zusammensetzung
würde die religiöse Bedeutung des Berges entspre-
chen. Denn er bildet das erhabene Centrum des
Sung-shan, welcher seit ältester Zeit einer von jenen
fünf heiligen Bergen China's war, die als kaiserliche
Opferstätten dienten. Der Name Sung-shan wird
jetzt allgemein für die ganze Gebirgsgruppe, und
specieller für einen hohen und steilen, den Yü-tsai-shan vielleicht überragenden Rücken
angewandt, welchen ich später von Norden sah. Er hat, gleich mehreren ähnlich gestalteten
Rücken in derselben Umgebung, den Charakter der krystallinischen Schiefer.

Meine Hoffnung, dass die Strasse von nun an durch diese Gebirge führen und seinen
Bau erschliessen würde, wurde leider nicht erfüllt. Gern hätte ich den heiligen Berg,
dessen Formen den Beschauer mächtig anziehen, besucht. Doch wurde mir gesagt, dass
dies von hier aus kaum ausführbar sei, und ich von Anfang an einen andern Weg über
das weiter östlich gelegene Yü-tshön hätte einschlagen müssen. In einer Gegend, welche
noch nie von einem Europäer besucht oder beschrieben worden ist, weiss man niemals
vorher, was sich der Untersuchung bieten wird; man hängt von den Zufälligkeiten des
Weges und dem gewählten Reisemittel ab. Ich befand mich damals, zum Glück nur
noch auf wenige Tage, und zum letzten Mal in China, in der üblen Lage, das unbe-
quemste Beförderungsmittel, nämlich Wagen, zu haben. Sie waren für eine grössere
Strecke gemiethet, so dass an Abschweifungen von der Hauptstrasse gar nicht zu denken
war. Die Kenntniss des Sung-shan fehlt mir für die Beurtheilung der Structur dieser
Gegend in ganz besonderer Weise, und ich möchte künftige geologische Besucher auf
diesen merkwürdigen Gebirgsstock, der sich mit grosser Leichtigkeit besuchen lässt, auf-
merksam machen. Der Ort, von dem aus die Untersuchung zu geschehen hat, ist, wie
ich später erfuhr, Tong-fong-hsien. Von dort steigt man in allen Richtungen zu den
heiligen Tempeln auf, welche in den tiefen Schluchten des Gebirges in grosser Zahl
stehen¹).

Einen geringen Ersatz gewährte es, dass auf dem Weg im Thal des Fu-hô aufwärts
der Bau des Hüung-shan sich aus einem kleinen Fragment mit ziemlicher Sicherheit
bestimmen liess. Ich bemerkte, dass, während nördlich von Ju-tshön Steilabbrüche die