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0545 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 545 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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507

überblickte, schien sie mir aus parallelen, von WNW nach OSO gerichteten Ketten zu
bestehen. Der auffallendste Berg in ihr ist der Yu-tori-shan, der sich als ein kastellartiges
Massiv mit scheinbar unersteiglchem Gipfel erhebt. Ihm schliessen sich nach Westen
und Osten Gipfelreihen an, die ebenfalls schroff und scharf gerändert sind. In den Zu-
flüssen des Kiang-hö fand ich Gerölle von Granit und Hornblendeschiefer, die von einer
derselben herabkamen. Diese Gesteine bestätigten den Schluss, der sich aus der Betrach-
tung der Formen ergab, dass das Grundgerüst aus krystallinischen Schiefern bestehe, die
Gipfel aber von einem dem Koreagranit verwandten Gestein zusammengesetzt seien. Die
ersteren dürften allein einige schneidige Kämme aufbauen, welche den Rest des hoch
aufragenden Theils der Gruppe bilden. Die langen Ausläufer, welche sich von dort
gegen das Lö-hö-Thal herabziehen, bestehen wahrscheinlich aus Gliedern der grossen
Sinischen Formation, die ebenso die breite südliche Vorstufe, den Hsing-shan, zu-
sammensetzen. Die stete Wiederkehr einer nördlichen Neigung derselben deutet auf
Verwerfungen mit Absenkung der südlichen Theile.

Ich lernte auf meinem jetzigen Ausflug die beiden nördlichsten Parallelketten des
Gebirges kennen. Der Weg führte mich nach einer 850 Fuss über dem Lö-hö gelegenen
Stelle am langgestreckten Nordfluss der vorletzten jener Ketten, welche noch 2600 Fuss
höher aufragt. Sie besteht, wie ich zum Theil aus anstehendem Gestein, mehr noch
aus den durch die Wasserläufe herbeigeführten Geröllen sah, aus schwarzem globulitischem
Kalk, krystallinischem Kalk und festen rothen Sandsteinen. Diese offenbar der Sinischen
Formation angehörigen Schichtgesteine streichen der Kette parallel und fallen 8 bis
10 Grad nach NNO. Sie bilden das Liegende der in einer Einsenkung auftretenden
Kohlenformation. Es wiederholt sich hier die auf den bisher beschriebenen Reisen schon
so oft, besonders im westlichen Shantung, wahrgenommene Erscheinung, dass die die
Steinkohle führenden Schichten fast ganz gleichförmig mit der unterliegenden weit älteren
Formation lagern. Sie sind so weit die dürftigen Aufschlüsse unter dem
Löss reichen, aus grauen und gelben mürben Sandsteinen. Ich sah das Flöz nicht zu
Tage ausbeissen; doch kann nur sein unmittelbares Anstehen den Bergbau herbeigeführt
haben. Man sieht die Spuren alter Baue, die meist wegen Wassers verlassen werden
mussten. Jetzt geschah die Arbeit auf einer Gruppe von Gruben, deren Schächte eine
Tiefe von 120 bis 300 Fuss hatten. Die Mächtigkeit des im Abbau befindlichen Flözes
soll von 6 bis 18 Fuss schwanken. Die Kohle ist Anthracit, welcher sich von demjenigen
von Hwai-king-fu S. 402 nicht wesentlich unterscheidet; doch fehlt ihm die Festigkeit
desselben. Das Flöz ist wie zerdrückt und zertrümmert, so dass nur ein geringer Bruch-
theil der Kohle in grösseren Stücken gewonnen wird. Dennoch ist die Förderung bedeu-
tend, da von hier aus die ganze Gegend von Ho-nan-fu bis Se'-skni-hsien und Mi-hsien
versorgt wird. Der Transport geschieht auf Maulthieren und Eseln, den Lössberg hinab
bis auf die grosse Strasse, und von dort auf Wagen und Schiebkarren. Auf den Gruben
wird die Kohle für 1 tsien das kin verkauft.

Ehe ich mich von Orr-shi-li-pu weiter wende, habe ich noch auf die Zusammen-
setzung des Ti-mang-shan Rücksicht auf seine Löss-
bedeckung kennen lernten. Die Bäche, welche die Strasse von Hö-nan-fu an überschreitet,
führen Bruchstücke von rothen, ebenflächigen, zum Theil etwas schieferigen Sandsteinen
herab. Anstehendes Gestein fand ich nur dort, wo sie über den Lö-hö führt. Auch
hier besteht es aus grünen und rothen plattigen Sandsteinen. Sie streichen NW—SO
und fallen 8° NO. Nach meinen bis zu dieser Zeit gemachten Beobachtungen musste
ich es für wahrscheinlich halten, dass hier abermals die tiefsten Sinischen Gebilde durch
eine Verwerfung zu Tage kämen. Als ich jedoch später die Ueberkohlensandsteine
des südlichen Shansi kennen lernte, war es mir wenig zweifelhaft, dass die Gebilde des
Ti-mang-shan zu diesen gehören.

Da sich bei der Mündung des Lö-hö in den Gelben Fluss keine Fähre befindet, so
musste ich, um eine solche zu erreichen, nach Se'-skni-hsien gehen. Der Weg dorthin
ist mühsam; denn indem der Löss bis an den Gelben Fluss hinanreicht und dort hohe,
fast senkrechte Abstürze bildet, zwingt er die Strasse, den hohen Lössrücken zu über-
steigen, und zwar so weit südlich, dass sie die Ursprünge der vielen nach dem Gelben
Fluss gerichteten Schluchten umgehen kann. Sie erreicht die Höhe von 980 Fuss
über Kung-hsien und 1020 Fuss über dem Gelben Fluss zwischen zwei befestigten Thoren.
Wahrscheinlich kann man von dort eine weite und interessante Aussicht haben; aber