National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Gebirgen zwischen den Thälern des I-hö und des Lö-hö. Einer eingehenden Unter-
suchung dürfte insbesondere die hohe, in Gestalt eines flachen Kegels aufragende
Masse des Wan-tshi-shan werth sein.
Wenden wir uns nördlich vom Thal des Ju-hö, so tritt uns ein ganz
anderer Charakter entgegen. Ein gewaltiges Massiv, dessen Zusammensetzung aus
krystallinischen Schiefern und eruptivem Granit sich ebenso aus den
Formen wie aus Flussgeröllen zu erkennen gibt, erhebt sich isolirt mit 7000 bis
8000 Fuss hohen Gipfeln aus einem Tafelland von Sinischen Schichtge-
steinen und normal aufgelagerten Gebilden der Steinkohlenformation, das
durch einige von WNW nach OSO streichende Verwerfungen in steil nach Süd
und flach nach Nord fallende Schollen zerborsten ist. Die Gebirgszüge, die grossen
Thalfurchen und das Schichtenstreichen, soweit es mir bekannt wurde, folgen, mit
einer Ausnahme, dem gleichen Parallelismus des Streichens, welches abermals das-
jenige des Kwenlun ist. In den krystallinischen Centralketten des Sung-shan,
welche in dem wahrscheinlich granitischen Centralmassiv des Yü-tsai-shan gipfeln,
zeigte sich die angegebene Richtung durch die Beobachtung der äusseren Gestal-
tung von einzelnen Aussichtspunkten. Im Süden liegt ihnen eine breite, vielleicht
durch Verwerfungen noch in Theile aufgelöste Schollenplatte, der Hsiung-shan,
vor, welcher nach Süden steil in einer dem allgemeinen Parallelismus folgenden
Linie nach dem Thal des Ju-hö abfällt. Nur hier fanden wir ein abweichendes
Schichtenstreichen, nämlich WSW—ONO¹), welches eine nach Westen wachsende
Betheiligung der Sinischen Formation am Aufbau des Gebirges verursacht. Nörd-
lich von den Centralketten dagegen fallen die Sedimente, gleich den aus ihnen
zusammengesetzten Schollen, flach nach NNO²). Sie bestehen auch hier aus
Sinischen Kalken und Sandsteinen, kohlenführenden Schichten und einer Folge
buntgefärbter Sandsteine und Schieferthone. Letztere bauen den Ti-mang-shan,
den Scheiderücken zwischen Lö-hö und Hwang-hö, auf; sie scheinen von gleichem
Alter mit dem Ueberkohlensandstein des südlichen Shansi zu sein, wie auch die
Kohlenschichten mit ihrem mächtigen Anthracitflöz als die unmittelbare Fortsetzung
des productiven Theils der Steinkohlenformation dieser Provinz zu betrachten sind.
Bemerkenswerth ist in der Gruppe des Sung-shan die unmittelbare und gleich-
förmige Ueberlagerung des Sinischen Kalkes durch steinkohlenführ-
rende Schichten. Die Kohlenkalke habe ich nirgends gefunden. Schon am
Ku-li-shan fehlten sie; im Kohlenfeld von Lu-shan sind sie wahrscheinlich nicht
vorhanden. Es darf daraus geschlossen werden, dass im Süden des Hwang-hö die
Sinischen Kalke in horizontaler Lagerung, und überragt von krystallinischen Ketten,
ein nach Norden gegen das Meer des Kohlenkalkes steil abgebrochenes Tafelland
bildeten, und erst zur Zeit der Ablagerung der Steinkohle die Sedimente sich
gleichmässig auf dem söhlig liegenden Kohlenkalk im Norden und dem annähernd
ebenso lagernden Sinischen Kalk im Süden niederschlugen. Es würden also auch hier,
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