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0556 China : vol.2
China : vol.2 / Page 556 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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wie bei Peking¹), die Grundzüge des heutigen Reliefs schon in frühester Zeit vor-
gebildet worden sein.

Wenden wir uns vom Sung-shan nach Westen, so haben wir entlang dem
Reiseweg nur eine Stelle kennen gelernt, wo aus der allgemeinen Lössbedeckung
festes Gestein aufragt. Dies ist der von dem Engpass des Lung-mönn oder Drachen-
thores durchbrochene Zug des Ping-shi-shan²). Hier fanden wir in ausgezeichnetster
Ausbildung die globulitischen obersinischen Kalke, welche wir nach dieser Localität
als Lungmönn-Kalke bezeichneten³). Handstücke von hier sind von solchen
des Tai-tszé-Thales in Liautung⁴) nicht zu unterscheiden. Die Lagerung dieser
Formation in Gestalt eines in nördlich fallende Schollen aufgelösten Tafellandes
macht es wahrscheinlich, dass dieselbe nach Westen weit fortsetzt. Jedenfalls
werden wir ihr das in wohlgeschichteten Wänden nach Süden abstürzende Kalk-
steingebirge zurechnen dürfen, welches Rousset nordwestlich von Han-tshöng am
Lö-hö überstieg, und das von den Chinesen des heutigen Tags als der Hsiung-
örr-shan des Alterthums, wiewohl wahrscheinlich irriger Weise⁵) betrachtet wird.

4. Grundzüge der Tektonik an der Grenze des nördlichen gegen das
südliche China.

Wenn es auch erst am Ende unsrer Betrachtungen möglich sein wird, die
Unterschiede im Bau der beiden durch den Kwenlun und seine östliche Verlänge-
rung getrennten Theile von China in grossen Zügen zu zeichnen, so bietet sich
doch die Gelegenheit zur unmittelbaren Beobachtung der Grenzscheide und ihrer
Bedeutung für die einerseits zum südlichen, andererseits zum nördlichen China
gelegenen Nachbargebiete so selten an unsern Reisewegen, dass wir sie alsdann in
besonderer Weise wahrnehmen müssen, um die Grundlagen für die spätere allge-
meine Betrachtung zu gewinnen. In dem vorliegenden Fall, wo der Grenzwall den
Namen Fu-niu-shan führt, sind dieselben lückenhaft, da ich den Gebirgsbau südlich
von demselben erst in grösserer Entfernung kenne. Es lassen sich die folgenden
Merkmale hervorheben:

1. Der Fu-niu-shan hat seinen steileren Abfall nach Norden, den weniger steilen
nach Süden gerichtet. Dem entsprechend ist die Wasserscheide dem Nordabfall
nahe gelegen, während südlich von derselben die breite Entwickelung des Gebirges
stattfindet. Wir werden dies im Tsin-ling-shan ebenso wiederfinden. Wie dort im
Westen, so sind hier am östlichen Ende die höchsten Erhebungen in geringem
Abstand vom nördlichen Abfall gelegen.

2. Das Schichtenstreichen ist demjenigen des Gebirges im Wesentlichen parallel.
Das Fallen ist in dem Archaischen Theil zwischen dem centralen Granit und der
Einsenkung von Nan-tshan aus dem Gebirge heraus gerichtet, am Kiu-li-shan aber
in das Gebirge hinein. Der Bau des letzteren deutet, wenn man das Profil Fig. 97