National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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betrachtet, auf einen von Nord nach Süd gerichteten Druck und eine in dieser
Richtung geschehene Ueberschiebung.
3. Während die archaischen Gebilde sehr steil aufgerichtet und zusammenge-
faltet sind, fehlen in unserm Durchschnitt alle Formationen bis zur Carbonischen,
welche ohne Kalksteine, nur mit ihrem productiven Theil entwickelt, auftritt. Ihre
Schichten, die den archaischen Schichtenköpfen auflagern, sind nicht gefaltet, son-
dern zeigen einen Bau, der sich durch die Bildung von Bruchspalten und einfache
Verwerfung erklären lässt.
4. Das Gebirge kennzeichnet sich somit in seinem Grundbau als ein solches
von sehr hohem Alter. In Folge ist nach Ablagerung des Kohlenkalkes gesche-
henen Versenkung wurden die südlichen Theile mit Schichten von klastischem
Gestein bedeckt. Nach dem gegen Ende der Carbonzeit erfolgten Rückzug des
Meeres erfuhr das Gebirge keine weitere Versenkung unter das letztere. Die Aende-
rungen, welche es erlitt, bestanden: 1) in Längsverwerfungen, wobei die südlichen
Theile sanken; 2) in Querverwerfungen, durch welche eine Abstaffelung nach Ost,
bis zum gänzlichen Verschwinden des Gebirges, stattfand; 3) in einer durch alle
spätere Zeit fortgesetzten Erosion, welche die Steinkohlenschichten bis auf einige
Ueberreste entführte.
5. An der Nordseite folgt ein Gebiet tiefer Einsenkung, das mit
zerborstenen und verworfenen Schollen von Tafelland und Massen
von Eruptivgesteinen erfüllt ist und dadurch einen Gegensatz zu den
Faltungszonen bildet, die wir später an der Südseite nachweisen werden.
Tiefe Versenkung und das regionale Vorherrschen von Tafelland bleibt auch weiter
westlich ein charakteristisches Merkmal entlang dem Nordabfall des Gebirges.
6. Der Nordseite des Gebirges schliesst sich in der westlichen Verlängerung
des Fu-niu-shan ein von WSW nach ONO gerichteter Zug an, dessen Anfang wir
unter dem Namen des Hwa-shan im nächsten Capitel kennen lernen werden. Die
Fortsetzung, welche der Fông-tiau-shan bildet, haben wir bereits betrachtet¹). Ob
die bei landschaftlicher Betrachtung sich leicht aufdrängende Ansicht der Alten,
dass, nach einer Biegung zu SW—NO, der von SzW nach NzO gerichtete Zug
des Hô-shan die weitere Fortsetzung bildet²), auch geologisch haltbar ist, wage
ich nicht zu entscheiden. Doch sprechen dafür die sogleich (unter 12) zu erwäh-
nenden Bruchspalten in Shansi.
7. Eine dem Zug des Hwa-shan und Fông-tiau-shan parallele Richtung, und
daher auch eine ähnliche Stellung mit Bezug auf den östlichen Kwenlun, scheinen
einige Gebirgszüge zu haben, welche zugleich mit dem Hwa-shan die Rolle haben,
die Einsenkung an der Nordseite des Fu-niu-shan von der weit grösseren zu tren-
nen, welche seiner westlichen Fortsetzung, dem Tsin-ling-shan, im Wei-Thal der
Provinz Shensi vorliegt. Es sind: der Zug des Tsin-shan und Hsien-shan im Süden
von Tung-kwan und Shan-tshôu, ferner der das Thal des Lô-hô im Norden begren-
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