国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0560 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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reichen. Verlängert man sie nach NNO, so fällt sie bis zur Bucht von Peking mit
dem Abfall des Gebirgslandes von Shansi zusammen. Diese zu dem Streichen des
Kwenlun nahezu rechtwinklige Linie ist von grosser Bedeutung für die Gestaltung
des nördlichen China, und es ist vielleicht kein Zufall, dass der Khingan, welcher
ebenfalls ein angeschwellter Plateaurand ist und nur von Osten gesehen das Bild
eines Gebirges gewährt, in die Verlängerung derselben Linie fällt. Wie durch-
greifend die letztere ist, wird ersichtlich, wenn man bedenkt, dass sie orographische
Elemente von der verschiedensten Tektonik, ebenso den uralten Stamm des Kwen-
lun, als das Steinkohlengebirge von Shansi, abschneidet. Was die Zeit der Bildung
dieser gewaltigen Bodensenke betrifft, so genüge es vorläufig, darauf hinzuweisen,
dass sie später war als die Gesammt-Steinkohlenformation, und später als die Zeit
des unteren Jura.
5. Flachland und Löss.
Die Provinz Hönan rechtfertigt in allen Beziehungen ihre ehemalige Bezeich-
nung als »das Land der Mitte«. Nicht nur begreift sie Theile des südlichen und
des nördlichen China, sondern das von ihr umfasste Gebiet enthält auch die
Schlüssel des Verkehrs von Osten nach Westen, d. i. von der Grossen Ebene
nach Shensi, sowie von Süden nach Norden. Wir müssen östlich bis jenseits Nan-
king gehen, um die nächste, im Grossen Canal gegebene Verkehrsader in letzterer
Richtung zu finden, und im Westen gibt es nur noch eine künstlich hergestellte,
nämlich die Strasse von Han-tshung-fu über den Tsin-ling. Diese Rolle wird zum
grossen Theil durch die Art bestimmt, in welcher das Flachland zum Gebirgsland
gestellt ist. Beide nehmen grosse Räume selbstständig ein, greifen aber ausserdem
in günstiger Weise in einander ein. Ausgedehntes, zusammenhängendes Flachland
dürfte ungefähr die Hälfte des Areals der Provinz umfassen. Dasselbe grenzt
nicht, wie weiter im Norden, an eine starre, gleichmässige Gebirgsmauer, sondern
erstreckt sich in der Ebene von Hwai-king-fu und im Thal des Ju-hö in langge-
dehnten Zungen so weit nach Westen zwischen die Bergländer hinein, dass dadurch
gangbare Pforten für den Eingang nach Shensi, und weiterhin nach Central-Asien,
entstehen. Von noch grösserer Wichtigkeit ist die ganz offene breite Verbindung
der Grossen Ebene mit dem Flachland an dem schiffbaren Han.
Wir werden die Flachländer am geeignetsten an der Hand der sie durchströ-
menden Flüsse betrachten.
Das Flachland des Hwang-hö.
Der Hwang-hö betritt die Provinz bei der Festung Tung-kwan. Hohe Löss-
wände engen ihn auf beiden Seiten ein, so dass die Strasse nach Hö-nan-fu sich
schon im Anfang mühsam in schmalen, bis 200 Fuss tief eingeschnittenen Hohlwegen
über einen hohen Lössrücken windet. Erst von Pan-tou-tshönn an folgt sie auf eine
Strecke dem südlichen Ufer des Flusses, der hier aus einer Folge von Strom-
schnellen und Untiefen besteht und sich bald zu einem schönen breiten Strom
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