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0562 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 562 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

ein nicht unbedeutender Verkehr statt. Aber von Möng-tsin-hsiën geschieht der
Transport nach Westen zu Lande.

Oberhalb der Fähre von Möng-tsin-hsiën verlasst endlich der Hwang-hô seine
Engen. Zur Rechten bespült er noch auf eine Strecke von 50 g. M. senkrechte
Lösswände von mehreren hundert Fuss Hohe¹); aber zur Linken dehnt sich die
Ebene von Hwai-king-fu in einer Breite von 15 bis 20 g. M. bis an den Fuss
des Abfalls der Gebirge von Shansi aus. Zunächst dem Ufer des Flusses folgt hier
dessen sandiges Inundationsgebiet. Diesem schliesst sich eine Zone von sandigem
Lehm an, welche mässig fruchtbar ist. Der ganze Rest der Ebene ist ein Garten
von unendlicher Fruchtbarkeit. Er gehört zu den schönsten und üppigsten Land-
strichen, die ich in China gesehen habe. Zahlreiche Pflanzungen von Nutzbäumen
und Sträuchern, insbesondere die dichten, sorgfältig gehegten Bambusgebüsche,
die ersten, welche man von Norden kommend antrifft, geben der Gegend einen
parkartigen Charakter. Dunkle Cypressengruppen bezeichnen die Grabstätten. Die
Abschliessung der nördlichen Winde verleiht der gesammten Vegetation einen
südlichen Typus. Aber ein noch wichtigeres Moment für ihre Ertragsfähigkeit
ist die grosse Menge der aus dem nördlichen und westlichen Gebirgswall kom-
menden wasserreichen Ströme. Der äusserst feinerdige poröse Boden, ein wahrer
Extract der thonigen Bestandtheile des Löss, die sich wahrscheinlich bei Hoch-
fluthen abgelagert haben, kann dadurch zu allen Jahreszeiten bewässert werden,
und in Folge der ungemeinen Dichtigkeit der Bevölkerung ist Dünger in seltener
Fülle vorhanden. Die Flüsse werden durch Dämme in ihren meist über das
Niveau der Ebene erhabenen Betten gehalten, und ihr Wasser in zahllosen
Canalen abgeleitet. Einen malerischen Hintergrund zu dieser Gartenlandschaft
bildet die steile Mauer des Tai-hang-shan mit ihren crenelirten Zinnen. Die Land-
schaften Tan und Hwai, wie zu Yau's Zeit die Gegend hiess²), scheinen sehr früh
von der culturbringenden Race in Besitz genommen und besiedelt worden zu sein.
Später hat sich hier manche wichtige Episode der chinesischen Geschichte abgespielt.
Jetzt ist die Bevölkerung unglaublich gross. Mit Ausnahme des Thales von Tshöng-
tu-fu erhielt ich in keinem Theil von China einen gleichen Eindruck von ihrer
Dichtigkeit. Dorf reiht sich an Dorf, und in jedem wimmelt es von Menschen.
Dazu kommen eine Anzahl grösserer Städte und der früher beschriebene, sehr
volkreiche Handelsplatz Tsing-hwa. Die enorme Production von Cerealien, beson-
ders Weizen, scheint daher kaum zum Export verwendet werden zu können, und
es herrscht nicht der Wohlstand, den man auf einem so begünstigten Boden er-
warten sollte. Kleidungsstoffe müssen fast ganz importirt werden, da Baumwolle
nicht gebaut wird. Bambus, Hanf, Steinkohle, Erzeugnisse der Industrie und die
zu Arzneien verwendete Wurzel Ti-hwa scheinen die Importe zu decken.

Die Zuflüsse, welche der Hwang-hô in seinen Engen erhält, sind unbedeutend.