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0567 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 567 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

wärtig von Seiten des Gelben Flusses ausgesetzt ist. Sie beginnen unmittelbar
dort, wo am rechten Ufer des Stromes die Lösswand zu Ende ist, das Drängen
des Wassers nach rechts aber fortdauert. Der Schutz dieser Stelle veranlasst bedeu-
tende Arbeit und Kosten. Im Jahr 1868 riss der Damm des rechten Ufers unter-
halb Yung-tsŏ-hsien. Dieser District und diejenigen von Tshŏng-tshiu, Tshung-mŏu-
hsien, Wei-shi-hsien, Tung-hsü-hsien, Ki-hsien, nebst einem Theil von Tshŏnn-liu-
hsien, im Ganzen ein Gebiet von 200 li in der Länge, wurde überschwemmt. Das
Unglück wiederholte sich im folgenden Jahr; die Befestigung des Dammes wurde
dann erst mit einem angeblichen Kostenaufwand von zwölf Millionen Mark aus-
geführt. Wegen der Seichtigkeit des Wassers waren wenige Menschenleben verloren
gegangen; aber der dauernde Schaden war sehr erheblich; denn ein grosser blühen-
der Landstrich war ganz mit Sand bedeckt worden¹). Als Ursache des Durchbruchs
wurde mir in Hŏ-nan-fu (April 1870) angegeben, dass die Dämme dieser Gegend
aus Sand aufgeführt seien.

In seinem weiteren Lauf gibt der Gelbe Fluss ein deutliches Beispiel von den
Nachtheilen, welche die Eindämmung der Flüsse neben ihren unberechenbaren
Vortheilen mit sich bringen kann. Ungezähmte Ströme treten in ihrem Unterlauf
bei jedem Hochwasser über ihre Ufer und bedecken die Niederungen mit Sedimenten.
Der Hwang-hŏ steht wahrscheinlich unter allen grossen Flüssen der Erde obenan,
was das Verhältniss der mitgeführten festen Bestandtheile zu dem Volumen des
Wassers betrifft. Dieselben bestehen aus der fruchtbarsten Erde, denn sie sind
zum weitaus überwiegenden Theil zerstörter Löss. Ungeheure Massen derselben
müssen über die Ebene ausgebreitet worden sein, als sich die Gewässer des Stromes,
unbewältigt von der menschlichen Cultur, in zahlreichen verzweigten und oft wech-
selnden Armen radial über den Schuttkegel hinab ergossen. Die Absonderung der
sandigen Bestandtheile konnte sich kaum dauernd in nachtheiliger Weise geltend
machen, da der stete Wechsel des Laufes die wiederholte Bedeckung des Sandes mit
thonigen Massen mit sich bringen musste. Bei Regenarmuth hätte der Wind die
Saigerung befördern können; aber wo, wie hier, reichliche Niederschläge in der heissen
Jahreszeit fallen, wird die Fruchtbarkeit dadurch nicht beeinträchtigt. Die künst-
liche Eindämmung hindert die Ausbreitung des Wassers. In einem einzigen, fest
gezeichneten Canal strömt das Wasser hinab. Der Sand bleibt im Strombett liegen
und erhöht dasselbe, während die an Masse weit überwiegenden thonigen Bestand-
theile von dem schnellfliessenden Strom nach dem Meer getragen werden. Im
Lauf der Zeit erhöht sich das Bett über das Niveau der angrenzenden Ebene, und
es treten für letztere die Gefahren plötzlicher Ueberfluthung ein. Bei keinem Strom