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0569 China : vol.2
China : vol.2 / Page 569 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000260
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gelegenen Gebirge aufnimmt und in ihrer Hauptader den Namen eines verhältnissmässig
unbedeutenden Zuflusses, des von uns überschrittenen Sha-hö, beibehält; und die
südliche, welche sämmtliche Gewässer von den Ost- und Nordgehängen des Hwai-
Gebirges sammelt. Es ist die Gruppe des eigentlichen Hwai-hö, indem dieser Name
für einen der kleineren Quellflüsse, der am Tung-po-shan entspringt, gebraucht wird.
Die längsten Wasseradern beider Gruppen sind, ebenso wie einige weiter östlich
herabkommende Zuflüsse, sehr ausgesprochen von NW nach SO gerichtet und
vereinigen sich in einer dem Unterlauf des Yang-tsé parallelen Rinne, deren
ehemalige Mündung in das Meer wir, ebenso wie das in einer späteren Zeit zum
Zweck der Speisung des Grossen Canals bewerkstelligte Auffangen der Wasser in
den künstlich abgedämmten Seen Hung-tsö-hu und Kau-yu, an einer anderen Stelle
betrachtet haben¹).

Ueber das Gebiet des Hwai liegen nur wenige sichere Beobachtungen vor. In Bezug
auf die in Gestalt langgedehnter Zungen in die westlichen Gebirge eingreifenden Thäler
des Sha-hö und Fu-hö verweise ich auf das oben Gesagte²). Jedes von ihnen hat einen
breiten Alluvialstreif, ersteres von Sand, letzteres von fruchtbarem Thalboden, zwischen
Löss, der sich an die Thalwände lehnt. Diese Bodenart setzt nach Osten fort, wo
das Gebirge aufhört, und bedeckt das Flachland an der Strasse, auf welcher Rousset
reiste. Weiter östlich scheint sie, nach den spärlichen mündlichen Aussagen, welche
ich darüber sammelte, in grosser Ausbreitung das Flachland zu überziehen, insbe-
sondere entlang den Gebirgsrändern, und von ihnen aus gegen die centralen Theile
des Beckens hin. Ich selbst beobachtete den Löss erst wieder viel weiter östlich, in
den Gebirgen nördlich von Nan-king, dann am Grossen Canal gegenüber von Tshönn-
kiang, und im Westen desselben, wo er die alten Vulcane von Kiangsu umhüllt.
Die den alten Lauf des Hwang-hö zu beiden Seiten begleitende, hohe und scharf
eingeschnittene Stufe, welche wir früher von dem Tshang-shan aus überblickten³),
scheint die unmittelbare Fortsetzung zu sein, und sie dürfte noch weiter westlich
vorhanden sein, wo in den Bezirken von Kwei-te-fu und Kai-fong-fu das flache
Becken des Hwai mit dem Ueberschwemmungsgebiet und den wechselnden Laufen
des Hwang-hö eine Wasserverbindung nicht gehabt hat.

Es ist hieraus ersichtlich, dass das genaue Studium der Verbreitung der Löss-
terrasse in der Grossen Ebene von hervorragender Wichtigkeit für die Beurtheilung
der Stromverhältnisse, und zwar sowohl ihrer historischen Aenderungen als ihrer
ferneren Bewältigung und Nutzbarmachung, sowie auch für die Anlage der Ver-
kehrswege, insbesondere der Eisenbahnen ist. Auch auf die Vertheilung der land-
wirthschaftlichen Producte und die Verbreitung der Bevölkerung verspricht die
Bodenkenntniss Licht zu werfen. Alle diejenigen Gebiete, welche wir auf Grund
unsrer allerdings spärlichen Anhaltspunkte als von Löss bedeckt annehmen dürfen,
weisen auf den chinesischen Karten ausserhalb der unmittelbaren Nachbarschaft der