National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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wichtiges Element in der Zusammensetzung der Oberfläche der Grossen Ebene,
und zwar besonders gegen deren Ränder im Süden, Osten, Westen und Norden
hin, sowie auch in jenen etwas über das allgemeine Niveau erhöhten Landstrichen,
welche den durch die periodischen Aenderungen im Lauf des Hwang-hô angezeigten
Bodenerhöhungen entsprechen.
Wenn hier die Bedeutung des Löss in der grossen horizontalen Ausbreitung
einer verhältnissmässig dünnen Decke und deren Einfluss auf den Ackerbau beruht,
so ist in anderen Theilen von Hônan seine Rolle durch die ausserordentlich mäch-
tige Anhäufung, die tiefe Durchfurchung und den Einfluss auf alle Bedingungen
des Lebens, der Production und des Verkehrs gekennzeichnet.
Mir selbst war bis zu der Reise durch Hônan diese Rolle noch unbekannt.
Ich hatte den Löss in mässiger Anhäufung am unteren Yang-tsẑ, in Shantung und
einigen andern Gegenden kennen gelernt. Erst als ich das Thal des Fu-hô verliess,
kam ich in die für das nördliche China so charakteristischen Landschaften von
wahrem Lössgebirge. Der Uebergang nach Hô-nan-fu (S. 505), der Ausflug nach
den Kohlengruben von Kung-hsien (S. 506), die Fahrt von dieser Stadt nach Sz'-
shui-hsien führten mich zum ersten Mal vollständig in die wunderbaren Gebilde ein.
Das Problem der Entstehung des Löss drängte sich mächtig auf; die Beobachtungen
mehrten sich, und ich gewann hier zum ersten Mal die feste, durch jede nachfol-
gende Beobachtung gekräftigte Ueberzeugung von seiner subaärischen Bildung.
Später sah ich ihn noch in einer Stelle der Provinz Hônan, bei der Festung Tung-
kwan. Nun erst vermochte ich mir, in Verbindung mit den Untersuchungen bei
Hô-nan-fu und in Shansi, sowie auf Grund der von anderen Reisenden gegebenen
Beschreibungen, ein Bild seiner Bedeutung für die Provinz zu machen.
Wenn wir die Bucht von Lu-shan-hsien und Fu-tshön ausnehmen, wo die Lagerung
noch mit derjenigen der Grossen Ebene Aehnlichkeit hat, ist in der That der
ganze bergige Theil der Provinz, nördlich von Fu-niu-shan, hoch mit Löss über-
schüttet, so dass nur die höheren Gebirge und die steilen Felsgehänge aus den
leicht zu reconstruirenden ursprünglichen Steppenflachen aufragen, während später
das Wasser die liegenden Gesteine an zahlreichen Stellen durch Auswachsung bloss-
gelegt hat. Denken wir uns den Löss abgehoben, also jenen Zustand wieder her-
beigeführt, in welchem das Land sich befand, ehe das Trocknerwerden des Klima's
die Flüsse versiegen machte, und die Steppen sich zu bilden und allmälig zu
wachsen begannen, so haben wir uns ein Gebirgsland vorzustellen, in welchem der
durch die Tektonik und die Erosion verursachte Formenwechsel zur vollen Geltung
kommen würde; also einerseits die Gestalten der flach nördlich fallenden Schollen
von Sinischem, zum Theil mit Kohlengebilden bedecktem Tafelland, mit ihren steilen
Südabfällen; dann die hoch darüber hinaus ragenden krystallinischen Ketten, Granit-
massive und Kuppen von Eruptivgesteinen; andererseits breite, mit Alluvien erfüllte
Thäler. Selbst der Hwang-hô, von Tung-kwan abwärts, würde, wenn auch vielleicht
stellenweise durch Gebirge etwas eingeschnürt, von flachen Thalböden begleitet sein.
Den Prototyp dieser Landschaftsformen finden wir, nur unbedeutend durch Löss
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