National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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die drei Wochen in Anspruch nehmende Schiffahrt auf dem Han vermeiden wollen,
gehen auch von dort auf einem von Schiebkarren benutzten Weg direct nordwärts
über die Pässe des Hwai-Gebirges nach Hsin-yang-tshöu, der ersten Stadt, welche
sie in Hönan erreichen, und von dort zu Wagen weiter nach den Gegenden im
Gebiet des Hwai-Flusses, oder nordwärts nach Hsü-tshöu am Ying-shui, wo sie auf
die grosse Strasse nach Kai-fong-fu gelangen ¹).
Tshöu-kia-köu nimmt die Schiffahrt des Hwai-Gebietes auf und wurde mir
als ein Verkehrsplatz von grosser Bedeutung beschrieben. Dennoch hätte der Ort
zur Zeit meines Besuches seine volle Wichtigkeit noch nicht erlangt, da die Schiffahrt
auf dem Hwai durch Zollabgaben so vertheuert wurde, dass grössere Umwege mit
der billigen Wasserstrasse in Concurrenz treten konnten. Seitdem sind dieselben
gemildert worden. Der Ort ist in das Verkehrsgebiet von Tshönn-hiang-fu getreten
und muss für die Einfuhr fremder Waaren nach Hönan und Shansi steigende Be-
deutung erlangen. Allerdings soll die Schiffahrt auf dem Hwai Schwierigkeiten
haben. In dem Bezirk von Fong-yang-fu soll eine Strecke des Flusses so mit
Felsen besetzt sein, dass die Güter 8 li zu Lande transportirt werden. Auch auf dem
Sha-hö ist die Schiffahrt nicht leicht. Dennoch gilt Tshöu-kia-köu als ein Verkehrs-
centrum von hervorragender Bedeutung. Im Sommer können kleine Fahrzeuge auf
den drei sich dort vereinigenden Flüssen, insbesondere dem Ku-lu-hö, eine Strecke
aufwärts gehen. Aber der Hauptverkehr findet doch zu Lande statt.
Wenn wir den Hafen von Kai-fong-fu, das fast ausschliesslich mit dem älteren
Namen Vien-liang bezeichnet wird, und denjenigen von Lung-mönn-köu übergehen,
so bleibt uns noch Tau-köu am Wei zu betrachten. Hier ist zu gewissen Jahres-
zeiten der südwestliche Endpunkt der Schiffahrt des grossen und verzweigten Fluss-
und Canal-Systems des nördlich vom Gelben Fluss gelegenen Theils der Grossen
Ebene. Bei Hochwasser können kleine Fahrzeuge gegen 80 g. M. stromaufwärts,
über Wei-hwei-fu nach Hsiu-wu-hsien gehen.
Ausser diesen peripherisch gelegenen Verkehrsbrennpunkten erster Ordnung
gibt es im Inneren von Hönan andere von zweitem und drittem Rang. Unter ihnen
haben wir Tsing-hwa bereits²) betrachtet, welches den Stapelplatz des Eisens
von Shansi und der Kohle von dieser Provinz und dem näher gelegenen Li-fong³)
bildet und zugleich der Platz ist, von wo die von Süden auf Wagen kommenden
Waaren mittelst Lastthieren nach Shansi und der Mongolei befördert werden.
Hö-nan-fu steht an Bedeutung kaum hinter Tsing-hwa zurück. Einerseits
ist es ein wichtiger Exportplatz für die einheimischen Producte, insbesondere Baum-
wolle und Opium; andererseits vereinigen sich hier von Süden, Osten und Nord-
osten mehrere Strassen, während nur eine nach Westen führt. Die ersteren
Richtungen aber bezeichnen das ganze Gebiet der Grossen Ebene bis zur Küstenlinie
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