National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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zwischen Shanghai und Tien-tsin. Die letztere Richtung bedeutet das nordwestliche
China und Central-Asien. Für die Versorgung dieser weiten Länderstrecken von
Osten und Südosten her treten nur noch zwei andere Linien in Concurrenz, näm-
lich die bereits betrachtete, welche von Hwô-lu-hsien durch das mittlere und südliche
Shansi führt und Shensi bei der Festung Tung-kwan betritt¹); und diejenige, welche,
die Flussschiffahrt auf dem Han und, von Lau-hô-kôu aus, auf seinem linken Zufluss,
dem Tan-kiang, benutzend, die billigste Verbindung zwischen Hankôu und Hsi-
ngan-fu herstellt²). Nachdem sie, wahrscheinlich wegen Erhebung hoher Abgaben,
eine Zeit lang wenig benutzt worden war, hat sie jetzt der Verbindung über Hô-
nan-fu wieder den Rang abgelaufen.
Was die Bedeutung von Hô-nan-fu als Exportplatz betrifft, so wurde mir von
verschiedenen Seiten gleichlautend versichert, dass der Umsatz von Baumwolle sich
im Mittel täglich auf 10,000 Taels (60,000 Mark) beziffere. Die Ausfuhr derselben
findet theils nach Shansi und der Mongolei, theils nach Shensi, und selbst südwärts
nach den Häfen des Han statt, von wo sie auf diesem Fluss aufwärts nach dem
nördlichen Sz'-tshwan gebracht wird. Das einheimische Opium wird grossentheils
exportirt, weil man an seiner Stelle das billigere Product von Sz'-tshwan consumirt³).
Das von Hô-nan-fu beherrschte Gebiet ist wegen dieses erheblichen Exportes
im Stande, bedeutende Mengen eingeführter Producte zu consumiren. Zucker, Reis,
Thee, Tabak, Papier scheinen die wichtigsten zu sein. Dazu kommen europäische
Güter in steigender Menge. Der Import in die Provinz geschieht wesentlich von
den drei genannten Haupthafenplätzen. Shô-ki-tshônn, welches die Producte von
Canton, Hunan, Hupéi und die in Hankôu zusammenströmenden einheimischen und
fremden Waaren bringt, ist von Hô-nan-fu 540 li entfernt. Nach Tshôu-kia-kôu,
welches von Shang-hai und Tshônn-kiang-fu versorgt wird, rechnet man 630 li,
nach Tau-kôu, dem Stapelplatz der über Tien-tsin eingeführten Waaren, 500 li.
Durch die geringe Differenz der Längen dieser nach den Endpunkten von drei ganz
verschiedenen Schiffahrtsgebieten gezogenen Radien wird die Eigenthümlichkeit der
Stellung vermehrt, welche Hô-nan-fu als der Schlüssel zum nordwestlichen China
und zu Central-Asien von der Seite der Grossen Ebene aus einnimmt.
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