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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0584 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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abgegrenzten Länderraum, indem er an die Stelle des früheren Namens Yung trat.
Diese Provinz lag westlich von der nordsüdlich gerichteten Strecke des Hwang-hô
und nördlich vom Tsin-ling-shan. Gegen Westen erstreckte sie sich so weit als der
chinesische Territorialbesitz reichte, wenn auch in der Regel nicht über Su-tshôu
in der Yü-mönn-Passage hinaus. Shensi hatte dieselbe wandelbare Westgrenze.
Als jedoch unter Kaiser Kien-lung in der Mitte des 18ten Jahrhunderts grosse
Strecken in Central-Asien dem chinesischen Reich zugetheilt wurden, war das
Gebiet für einen provinziellen Verwaltungsorganismus zu gross. Daher wurde eine
neue Provinz, Kansu¹), gebildet, mit der Hauptstadt Lan-tshôu-fu am oberen Hwang-
hô. Sie erhielt eine feste, aber, wie es scheint, willkürlich und den natürlichen
Scheiden nur annähernd folgende Grenze im Osten, gegen Shensi, während ihr
nun im Westen die in hohem Grade wandelbaren Grenzen in Central-Asien
zufielen.
Auch nach dieser Abzweigung würde die Provinz Shensi ein im Wesentlichen
natürlich begrenztes Land sein²), wenn ihr nicht ausserdem die ganze Breite des Tsin-
ling-shan und der obere Theil des Stromgebietes des Han zugewiesen wären. Stra-
tegische Rücksichten scheinen die Zuziehung schon in früher Zeit veranlasst zu
haben. Denn in dieser Weise besass in Zeiten politischer Trennung die Beherrscher
von Shensi die wichtigsten Uebergänge von hier nach dem südlichen China und
demjenigen Theil des Landes, welcher am geeignetsten war, als Schlüssel zu der
Herrschaft über Sz'-tshwan und als Stützpunkt zu Einfällen in das Thal des unteren
Han zu dienen.
So besteht die Provinz aus zwei scharf von einander getrennten Theilen. Die
Scheideamauer bildet der sehr schwer zu überschreitende Tsin-ling-shan in seiner
ganzen Breite von ungefähr 70 g. Meilen. Für alle Verhältnisse ist schon die
Wasserscheide, welche dem Nordabfall des Gebirges nahe liegt, eine wirkliche
Trennungslinie zwischen Nord und Süd. Es wurde dies bereits im ersten Capitel
(S. 18, 19) angedeutet. Die Verbreitung des Löss im Norden der Linie, sein
Verschwinden im Süden derselben, ist allein ein Contrast, der auf alle Verhältnisse
zurückwirkt. Das Thal des oberen Han mit seinen immergrünen Bäumen, seinen
Ingwer-Feldern und Orangen-Pflanzungen schliesst sich eng an die Provinz Sz'-tshwan
an; im Thal des Wei hingegen kommt der Charakter der Lössländer in der voll-
kommensten Weise zur Geltung. Nicht nur die Schwierigkeit der Uebersteigung
der Tsin-ling-Pässe, sondern auch der grosse Unterschied in den Bodenformen ist
die Veranlassung gewesen, dass die beiden, durch den Gebirgszug getrennten
Theile von Shensi ganz verschiedene Phasen der geschichtlichen Entwickelung
durchgemacht haben. Um nur an Ereignisse der Neuzeit zu erinnern, haben die
Taiping-Rebellen durch mehrere Jahre das Thal des oberen Han in ihrem Besitz
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