国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF グラフィック   日本語 English
0587 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 587 ページ(白黒高解像度画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000260
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

547

Zahlreiche Dörfer stehen auf der Terrasse. Der grösste Ort ist Hwa-yin-miau,
dessen Name der Tempel auf der Nordseite des Hwa-shan bedeutet.
Im Süden desselben erhebt sich dieser heilige Berg, welcher zum Unterschied von anderen,
die den gleichen Namen tragen, auch Ta-Hwa-shan (der grosse Blumen-Berg) genannt
wird. Die Axe des Tempelgrundes ist von Süd nach Nord gerichtet, und genau in der
Mittagslinie der Reihe der Portale liegt der höchste Gipfel des gefeierten Gebirges. Die
Umrisse des letzteren gehören zu den kühnsten und abenteuerlichsten des Granites, welche
ich kenne, wenn auch der Fong-hwang-shan in Liautung¹), der Ai-shan in Shantung²)
und der Hong-shan in Tshili³) ähnliche Formen aufzuweisen haben. Der tiefe und schroffe
Abfall gegen Norden lässt die durch die ausgezeichnete Verticalzerklüftung entstehende
Gestaltung zur vollen Geltung kommen. Mächtige Strebepfeiler steigen an den Gehängen
auf. Nach oben einigen sie in breiten castellartigen Gebilden. Die relative Höhe des
Hwa-shan über der Ebene des Wei ist nur ungefähr 3000 Fuss; aber die barocken
Umrissformen des mächtigen Massivs, welches isolirt aus dem langen, das Thal im Süden
begrenzenden Gebirgswall vorspringt, erklären es leicht, dass dieser Berg schon in höchsten
Alterthum ein heiliger Opferberg war, und wahrscheinlich hatten die Beherrscher des
Culturvolkes im Thal des Wei durch lange Zeit dem Shang-ti, d. i. dem Beherrscher dessen
was über der Erde ist, auf dem Tai-hwa ihre jährlichen Opfer gebracht, ehe andere
Berge in anderen Theilen des Reiches zu ähnlichem Rang erhoben wurden⁴).
Der imposante Anblick wird dadurch erhöht, dass, wie wir es an Steilabfällen so
vielfach gesehen haben, hier der Löss, welcher das Thal des Wei sonst ununterbrochen
zu begleiten scheint, verschwindet, so dass die Terrasse, auf der wir uns befinden, mit
unmerklichem Anstieg bis an den Berg heranreicht. Ströme klaren Wassers stürzen aus den
Schluchten des letzteren hervor und fliessen in sandreichen Betten, welche die Einför-
migkeit der ebenen Oberfläche unterbrechen, herab. Stellenweise sind grosse Schutt-
massen vom Gebirge heruntergeführt; der Raum zwischen den Steinblöcken ist mit Sand
ausgefüllt, die Oberfläche mit Gras und Strauchwerk bedeckt. Solche Orte sind ein
Lieblingsaufenthalt der Fassnen, welche sich seit den Zeiten der Rebellion sehr vermehrt
haben.
Wie die Gerölle beweisen, besteht das Gebirge in seiner östlichen Hälfte aus Granit.
Er ist ein mittelkörniges Gemenge von Quarz, weissem Orthoklas, weissem Plagioklas und
schwarzem Biotit. Das schöne Gestein hat in der Gegend eine allgemeine technische
Verwendung gefunden⁵). An dem nördlichen Fuss des Berges gibt Rousset Marmor an;
ausserdem fand auch er nur Granit.